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Verkehrsinformationen in Echtzeit

Autohersteller ziehen endlich nach

BMW, Routenplaner Foto: Hersteller 9 Bilder

Stell dir vor, es ist Stau und du stehst nicht drin - der Traum wird Realität. Nach dem Vorbild mobiler Navis rüsten jetzt auch Autohersteller ihre Geräte endlich mit den präzisesten Staumeldern aus.

25.10.2011 Brigitte Haschek

Die neue Generation von Navigationsgeräten wie etwa TomTom Go Live 1015, Garmin Nülink 2390 oder Navigon 70 Premium Live liefern und empfangen aktuelle Verkehrsinformationen in der Endlosschleife.

Wegbereiter der Entwicklung war der niederländische Hersteller TomTom, der als erster den Verkehrsdienst HD Traffic (High Definition) mit dem Ende 2008 eingeführten Gerät Go 940 Live anbot. Es liefert in kürzeren Intervallen präzisere Verkehrsinformationen, so dass immer die genaue Ankunftszeit angegeben und auf die schnellste Route gelotst werden kann. Dahinter steckt die charmante Idee, dass sich Mobiltelefone von Autofahrern bestens für die Lieferung von Verkehrsinformationen eignen.

Mobiltelefone mit Lotsenfunktion

Das erkannte auch bald die Konkurrenz: Hersteller wie Navigon und Garmin zogen bis Ende 2009 mit entsprechenden Angeboten nach. Zum klassischen Navigationsgerät gesellt sich zudem, dem iPhone sei Dank, eine neue Mobiltelefon-Generation mit praktischer Lotsenfunktion. Navigations-Apps für Smartphones mit Stauinformationen aus dem Internet gibt es mittlerweile von TomTom, Navigon, ALK, Sygic und Bosch.

Doch woher wissen die Lotsen, wo es gerade auf Hauptverkehrsstraßen und Nebenstrecken stockt oder sich ein Stau zusammenbraut? Sie treten im Minutentakt mit eigens eingerichteten Servern in Verbindung, auf denen das aktuelle Verkehrsgeschehen in Echtzeit-Genauigkeit gespeichert ist. Der neue Service bündelt Verkehrsdaten unterschiedlichster Quellen.

Mobilfunknetzbetreiber wie Vodafone oder Swisscom liefern anonyme Daten aus dem Funknetz über Tempo und Bewegungsrichtung von Telefonen, die in Autos mitfahren. Hinzu kommen jene Informationen, die Radiosender über den digitalen Traffic Message Channel (TMC) an Navigationsgeräte schicken, sowie jene, die Navteq Traffic mit TMC Pro beisteuert. Darüber hinaus fungieren die High-Tech-Navis und navigationsfähigen Mobiltelefone selbst als rollende Stausensoren im Verkehrsgetümmel – mitgeführt in Privatautos, aber auch im Flotteneinsatz etwa in Taxis, in Pannenhilfe-Autos und Lkw. Denn wenn ein Spediteur immer wissen will, wo und wie schnell seine Fahrzeuge im Moment unterwegs sind und wann sie ankommen, erhält er diese Information ohne Zeitverlust, wenn bestimmte Telematikgeräte in den Lastwagen eingebaut sind.

Verkehrsinformationen für fast alle Straßen

Der Informationsfluss wird zusätzlich von Fahrdaten gespeist, die über Jahre hinweg auf mehreren Milliarden Kilometern ermittelt wurden. Sie geben Aufschluss darüber, an welchen Tagen zu welcher Uhrzeit auf welchen Strecken welche Durchschnittsgeschwindigkeiten erreicht wurden. Die ganze Datenflut läuft in den jeweiligen Dienstleistungszentren der Anbieter zusammen und wird dort zu Verkehrsinformationen in Echtzeit verarbeitet – und zwar für nahezu alle Straßen.

Eine SIM-Karte im Navigationsgerät erlaubt per GPRS-Verbindung den Dauerkontakt. Auch die Autohersteller sind aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht und wollen das seit drei Jahren bestens funktionierende System endlich einführen. Audi hat mit dem A6 bereits vorgelegt, auch BMW will die Top-Versionen seiner Navis – beginnend mit dem 1er und 5er – nach und nach aufrüsten. Dabei unterteilen die Münchner das Straßennetz Deutschlands in nur 500 Meter lange Abschnitte, deren Verkehrsbelastung alle vier Minuten aktualisiert und in unterschiedlichen Farben angezeigt wird: Grün steht dabei für freie Fahrt, Gelb für zähflüssigen Verkehr und Rot für Stau.

VW und Mercedes brauchen noch ein bisschen

VW wird frühestens mit der nächsten Golf-Generation nachlegen, wobei noch nicht sicher ist, ob dies bereits zum Serienstart 2012 gelingt. Bei Mercedes steht ebenfalls noch kein Termin fest. Obwohl das Comand-System jüngst mit Online-Spielereien wie beispielsweise Google Streetview garniert wurde, müssen sich Käufer des über 3.000 Euro teuren Multimedia-Flaggschiffs noch mit dem unpräzisen TMC Pro herumschlagen oder sich die exakten Staudaten über ihr Mobiltelefon besorgen und sich dann selbst eine optimale Route ausdenken.

Ein Glück für die Hersteller, dass die meisten Autofahrer von den Echtzeit-Staudiensten noch gar nichts mitbekommen haben. So greifen nur weniger als zehn Prozent der 3,5 Millionen Käufer portabler Lotsen zu einem Gerät mit den cleveren Zusatzfunktionen.

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Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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