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Verkehrsminister Peter Ramsauer

"Tests für Gigaliner geplant"

Gigaliner, Giga-Liner, Lkw Foto: Krone 10 Bilder

Bei den geplanten Tests für Riesen-Lastwagen konnte Ramsauer die Bedenken der Länder nicht ausräumen. Der ADAC sprach deshalb von einem Alibi-Versuch in ausgewählten Regionen, der zu wenig Rückschlüsse zulassen werde.

07.10.2010

An den erneuten Pilotversuchen mit bis zu 25 Meter langen Lkw ab 2011 hält Ramsauer fest, aber acht Länder lehnen solche Tests ab. Dagegen hätten ihn Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen, Baden- Württemberg, Bayern, Thüringen und Sachsen um einen weiteren Pilotversuch gebeten. Sachsen-Anhalt habe sich enthalten. In weiteren Gesprächen bis Ende des Jahres sollen nun die Bedingungen und möglichen Strecken geklärt werden. Die Länderminister forderten in einem Beschluss, dass das Einvernehmen des jeweiligen Landes nötig sei, durch das eine Strecke führt. "Wann der erste Lkw rollt, ist noch nicht klar", sagte Ramsauer.

Länder hegen Bedenken gegen Riesen-Lkw

Der ADAC betonte, wenn die Tests wegen des Länder-Widerstands nicht flächendeckend ab 2011 stattfinden könnten und sich der Bund deshalb auf ausgesuchte Autobahnen beschränken müsse, wäre ein seriöses Urteil über die Risiken der bis zu 25,25 Meter langen Lastwagen nicht möglich. Der ADAC-Vizepräsident für Verkehr, Ulrich Klaus Becker, betonte: "Einen solchen Alibi-Versuch könnte man sich dann in der Tat sparen. Nötig sind belastbare Fakten, wie sich längere Lkw tatsächlich in alltäglichen Verkehrssituationen auch abseits der Autobahnen schlagen."

Polizeigewerkschaft gegen "Gigaliner"

Ramsauer wandte sich scharf gegen den Begriff "Gigaliner". Das sei ein "Phantom". Es würden niemals 60-Tonner mit 30 Meter Länge auf deutschen Straßen unterwegs sein, sondern vielmehr "etwas längere Lkw". Sie sollen eine Länge von rund 25 Metern haben. Die Deutsche Polizeigewerkschaft lehnt die Riesen-Lkw ab, da sie in hohem Maße die Verkehrssicherheit gefährdeten. "Unzweifelhaft würde der Einsatz von Gigalinern mehr Verkehr von der Schiene auf die Straße verlagern und damit zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen führen", sagte der Vorsitzende Rainer Wendt. Viele Streckenabschnitte auf Straßen wie Kreisverkehre, Ortsdurchfahrten oder Rastplätze seien für diese riesigen Fahrzeuge nicht geeignet.

Auch der Deutsche Städtetag warnte vor den Lastern, da sie zu groß und zu schwer für die Straßen seien. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) bezeichnete sie hingegen als effizientes Transportmittel, das durch weniger Fahrten zum Klimaschutz beitragen könne. Der FDP-Verkehrsexperte Patrick Döring betonte, die Entscheidung einer knappen Mehrheit der Länder, nicht an dem Feldversuch mit den langen Lkw teilzunehmen, sei nicht nachvollziehbar. "Es geht hier doch nicht um eine Vorentscheidung zur Einführung neuer Fahrzeugsysteme, sondern um einen Feldversuch, der unser Wissen über den Nutzen der Technik vermehren und eine seriöse Entscheidung vorbereiten soll."

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