Verkehrsvergehen im Ausland: Jetzt könnte es teuer werden

Deutsche Autofahrer müssen bei Verkehrsverstößen im Ausland künftig mit einem Knöllchen im Briefkasten rechnen. Das Europaparlament stimmte am Mittwoch in Straßburg für die Versendung von Strafzetteln über die Grenzen hinweg.

Raser und Verkehrsrowdys können demnächst über einen EU-weiten zentralen Datenaustausch ausfindig gemacht werden. Geahndet werden sollen etwa zu schnelles Fahren, Alkohol, Drogen, das Telefonieren mit dem Handy am Steuer und das Überfahren roter Ampeln. Die Richtlinie soll spätestens 2013 in Kraft treten.

Ob die Verkehrssünder tatsächlich zur Kasse gebeten werden, ist aber offen. Die EU-Regierungen haben Mahnverfahren für säumige Zahler weitgehend gestrichen. Die Höhe der Strafen entsprechen den Vorschriften des Landes, in dem sie registriert wurden. Um Datenschutzbestimmungen einzuhalten, sollen alle übermittelten persönlichen Daten nach Abschluss des Verfahrens gelöscht werden.

Je nach Land können Verstöße erheblich teurer werden als in Deutschland:

Promillegrenze

Autofahren nach einem Glas Wein oder Bier wird nicht in allen EU-Staaten toleriert. In Estland, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn gilt eine strikte Null-Promille-Grenze. In Norwegen, Polen und Schweden werden ab 0,2 Promille Geldbußen verhängt. In Deutschland gelten 0,5 Promille als Grenze. Nur Großbritannien, Irland und Malta lassen noch bis zu 0,8 Promille durchgehen. Irland will seine Grenze aber demnächst auf 0,5 senken.

Alkohol am Steuer

Wer in Dänemark erwischt wird, muss als Besserverdienender besonders tief in die Tasche greifen: mindestens ein Nettomonatsverdienst wird fällig. Auch Großbritannien fordert saftige Bußen bis zu 5.820 Euro. Estland verlangt bis 1.150 Euro. In Deutschland beginnen die Geldbußen bei 500 Euro.

Rote Ampel

Sie sollte man besser nicht in Norwegen übersehen, denn das kostet 670 Euro. In Schweden geht die Rechnung bei 320 Euro los, Ungarn kassiert bis zu 370 Euro. In Deutschland schlägt die Verkehrssünde mit 90 bis 320 Euro zu Buche.

Rasen

Wer in Großbritannien aufs Gaspedal drückt, braucht ein dickes Konto. Ab 50 Kilometer über dem Tempolimit werden bis zu 2.900 Euro fällig. Österreich kassiert bis zu 2.180 Euro, Estland bis 770 Euro, die Schweiz ab 690 Euro. In Deutschland sind es ab 240 Euro.

Handy

Das Mobiltelefon im Auto haben vor allem die Spanier auf dem Kieker: Bußen beginnen bei 200 Euro. Auch die Italiener verstehen beim "telefonino" wenig Spaß und kassieren ab 150 Euro. Nachbar Niederlande verlangt 180 Euro. In Deutschland sind es 40 Euro.

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dpa/dde

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