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Verkehrszählung via Vogelperspektive

Wissenschaftler der TU Berlin haben ein neues Verfahren zur Erfassung der Verkehrslage aus der Luft entwickelt.

24.01.2002

Wissenschaftler der TU Berlin haben ein neues Verfahren zur Erfassung der Verkehrslage aus der Luft entwickelt. Dabei werden mit einer digitalen Thermal-Infrarot-Kamera vom Flugzeug aus verschiedenen Höhen mehrere Bilder pro Sekunde aufgenommen, zu einer Bodenstation gesendet und die Zahlen der fotografierten Automobile genau aufgelistet - und das in weniger als 0,5 Sekunden pro Bild. Die Software erkennt die Fahrzeuge anhand ihrer spezifischen Eigenschaften wie Größe, Form oder Thermalabstrahlung und kann nach Angaben der Wissenschaftler drei Fahrzeugklassen - Pkw, Transporter sowie Lkw und Busse - unterscheiden.

Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit BMW geplant
"Fließender, aber auch ruhender Verkehr kann mit dem Verfahren beinahe in Echtzeit an beliebigen Orten analysiert werden“, berichtet Prof. Dr. Frithjof Voss vom Institut für Geographie. "Wir haben die Thermal-Infrarot Technik gewählt, um unabhängig von Wetter und Tageslicht Beobachtungsflüge durchführen zu können.“ Das Forschungsprojekt ist im Auftrag und in Kooperation mit der BMW Group Verkehrskonzepte Berlin entstanden. Ein geplantes Pilotprojekt "Entwicklung und Erprobung eines luftgestützten Systems zum flächendeckenden Echtzeit-Verkehrsmonitoring“ der BMW Group und dem FAV Berlin (Anwendungszentrum intermodale Verkehrstelematik), soll demnächst Aufschluss unter anderem über die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens für umfangreichere Anwendungen geben.
Herkömmliche Technologie reicht nicht aus
Die herkömmliche Erfassungstechnologie von Automobilen im Straßenverkehr beruht in den meisten Fällen auf der automatischen Zählung von Fahrzeugen an bestimmten Schnittpunkten. Je nach Technologie kann dabei auch die allgemeine Geschwindigkeit des Verkehrs an diesem Punkt erfasst werden. Dieses Verfahren hat sich zur Erfassung der Verkehrslage auf Autobahnen als geeignet herausgestellt, auf anderen Straßennetzen sowie in Ballungsräumen ist das jedoch zu aufwändig.
Abhilfe soll hier das Floating-Car-Data-Verfahren (FCD) schaffen, bei dem aus dem Fahrtverlauf weniger Fahrzeuge auf den Verkehrszustand im Umfeld der detektierten Fahrzeuge geschlossen wird. Allerdings müsste dafür ein großer Anteil der Fahrzeuge mit entsprechenden Erfassungsgeräten ausgestattet werden. Außerdem hapert es hier an der Datenauswertung. In jedem Fall, so Frithjof Voss, werde auf absehbare Zeit die Verkehrssituation eines Ballungsraumes nur rudimentär abgebildet.

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