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Verkehrszeichenerkennung - Kameras beobachten mit

Das wachsame Auge fährt mit

Mercedes E-Klasse Foto: Hersteller 14 Bilder

Der Autofahrer ist seit einiger Zeit nicht mehr allein im Auto. Hersteller wie BMW, Opel und Mercedes bieten seit einiger Zeit eine Kamera basierte intelligente Verkehrszeichenerkennung im Auto an. Weitere Hersteller folgen.

25.03.2010

BMW machte vor knapp zwei Jahren den Anfang: als erstes Serienfahrzeug war der 7er nicht nur mit einem optionalen Nachtsichtgerät, sondern auch mit einer Verkehrszeichenerkennung zu bekommen. Opel zog mit Insignia und zuletzt sogar dem kompakten Astra nach. Auch Mercedes stattet seine Modelle der E- und S-Klasse gegen Aufpreis mittlerweile mit einem Kamerasystem aus, das die Verkehrszeichen lesen kann.

Kameras lesen genormte Tempolimitschilder

"Das Kartenmaterial der Navigationssysteme beinhaltet nur rund 65 bis 70 Prozent aller Tempolimits", so Artur Ruß, Entwicklungsleiter Fahrerassistenzsysteme bei BMW, "vor allen Dingen sind diese Daten rein statisch und berücksichtigen somit keine Baustellen oder Verkehrsbrücken auf Autobahnen mit variablen Tempolimits. Das ist bei uns anders."
 
Eine kleine Kamera in Wide-VGA-Technik hinter dem Innenspiegel liest die Verkehrszeichen, die am Wegesrand stehen. Erblickt das Kamera-Auge ein solches Tempolimit, so zeigt es dieses im Abgleich mit dem Kartenmaterial auf dem  Festplattennavigationssystem des neuen 7er BMW an und warnt den Fahrer vor einer etwaigen Tempoüberschreitung. Das intelligente System erkennt alle Tempolimits von Ländern, die der Wiener Konvention zugehören. Die Teilnehmerstaaten haben sich darauf geeinigt, dass ein Tempolimit charakteristisch aus einem runden Schild mit rotem Außenring und einer Zahl für die Geschwindigkeitsbegrenzung besteht. In den meisten Ländern kann das neue 7er System daher mit nahezu hellseherischen Fähigkeiten glänzen.

Anders sieht es zum Beispiel in den USA aus - die Vereinigten Staaten haben keine genormten Temposchilder. Artur Ruß: "Der Kunde profitiert in der Innenstadt, auf Autobahnen und Landstraßen gleichermaßen - besonders aber auf längeren Fahrten."

Das System warnt, bremst aber nicht

Erste Ansätze für ähnliche Systeme gab es bereits vor zehn bis 15 Jahren. Doch Kameratechnik und Computerprozessoren sind erst jetzt soweit, dass die während der Fahrt aufgenommenen Bilder rasend schnell und ohne Fehler verarbeitet werden können. Ist der Scheibenwischer eingeschaltet, kann das System zum Beispiel auch ein Tempolimit bei Nässe erkennen. "Wir werden es dabei belassen, den Fahrer in einem Infodisplay nur auf das Tempolimit hinzuweisen", so Artur Ruß. Eingriffe in die Elektronik oder gar eine Bremsung wird es nicht geben. Trotz Hightech ist der 7er ebenso wie sein kleiner Bruder, der 5er BMW gerade erst eingeschult worden. Erkannt werden können ausschließlich reine Tempolimits. Fährt man zum Beispiel an einem Ortseingangsschild vorbei in eine geschlossene Ortschaft ein, so greift der Computer auf das Onboard-Kartenmaterial der Festplatte zurück. "Natürlich gab es bei der Entwicklung auch Probleme", so Artur Ruß, "so hat uns die besondere Schrift der Schweizer Temposchilder lange beschäftigt. Zudem mussten für durch eine Vielzahl von Durchläufen gewährleisten, dass das Kamerasystem nicht auf die Tempolimits auf Planen von vorausfahrenden Lkw zugreift." Starkregen, eine tief stehende Sonne oder Nebel machen dem System übrigens keine Sorgen.

Ende von Tempolimits werden nicht erkannt
 
Ein ähnliches System kommt mittlerweile auch in den Opel-Modellen Insignia/Astra und somit in der volumenstarken Kompakt- und Mittelklasse auf den Markt. Das System hat die gleichen Grundfunktionen wie das von BMW. Mit wenig Rückstand zog Mercedes mit seinen Modellen der E- und S-Klasse nach. Sie verfügen nicht nur über Abstandstempomat, Nachtsichtgerät und Spurhalteassistent, sondern eben auch eine Verkehrszeichenerkennung auf den Markt bringen. Auch Toyota / Lexus und Volvo bringen intelligente Kamerasysteme zeitnah an den Start.
 
Doch bei den Kamerasystemen ist nicht alles gold, was glänzt. Eine Ausfahrt mit einem Mercedes E 220 CDI T-Modell zeigt, dass die Technik noch lange nicht ausgereift ist. So zeigt der Stuttgarter Familienkombi das Tempolimit im Zentraldisplay auch dann als Geschwindigkeitsbegrenzung an, wenn diese nur bei nasser Fahrbahn oder zu bestimmten Uhrzeiten gilt. Noch nerviger: das System erkennt nur das Tempolimit, nicht aber dessen Aufhebung.

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