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Vernetztes Auto

Mit App zu weniger CO2

Foto: Archiv 42 Bilder

Die deutsche Telekom führt zusammen mit der deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) einen Modellversuch in den chinesischen Städten Shanghai und Peking durch. Eine App ist das Herzstück des Versuchs. Sie erfasst CO2-Emissionen in Echtzeit.

29.03.2011

Gerade Schwellenländer und Länder auf dem Weg zur Industrienation haben ein massives Problem: Die Luftverschmutzung in den Innenstädten nimmt in hohem Maße zu. Mit steigendem Wohlstand wächst die Zahl der zugelassenen Pkw automatisch. In Peking sind bereits heute mehr als fünf Millionen Autos zugelassen. Eine solche Menge Pkw auf so beschränktem Raum bringt mehrere gravierende Nachteile mit sich. Neben dem Lärm und den Mega-Staus in den Mega-Cities fällt auch eine extrem hohe Schadstoffbelastung durch die gesammelten Abgase und das ausgestoßene CO2 an. Allein der Feinstaubwert lag während der Olympischen Spiele in Peking ganze 81 Prozent über den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation. Allerdings war der private Verkehr in dieser Zeit bereits von Amtswegen eingeschränkt.

Zulassungsbeschränkung und Riesenbusse

Theorien und Ideen, der starken Belastung in den Städten beizukommen gibt es viele. Peking beschränkt beispielsweise die Pkw-Neuzulassungen auf 1.000 pro Tag. Der Autokauf wird so schnell zum Lotteriespiel. Als die Behörden ihr Vorhaben verkünden sinkt dann auch prompt der Aktienindex um ein gutes Prozent – wo der Markt fehlt, lassen auch die Gewinne auf sich warten. Kühne Visionäre sehen schon Riesenbusse für 1.400 Personen die Staus überfahren. Weit realistischer sind da die erheblichen Förderprogramme für Elektrofahrzeuge. Zumindest im Zweiradbereich scheinen die Subventionen Früchte zu tragen: ein Großteil fährt elektrisch. Zeitgebundene Fahrverbote für normal-motorisierte Fahrzeuge zeigen dagegen nur Teilerfolge. Ein neuer Ansatz sind exakt erfasste CO2-Abgaben.

CO2-App: Abgabe je nach Verbrauch

Bernd Lunkenheimer vom GIZ arbeitet bei diesem Klimaschutzprojekt eng mit der Telekom zusammen. Die GIZ stellt die Fachkräfte für das Projekt-Management und Klimaschutz-Experten. Die Telekom sorgt für die technische Komponente. Die Idee dahinter ist simpel. Ähnlich wie große Industriekonzerne CO2-Pakete kaufen, soll nach einem erfolgreichen Testlauf über drei Jahre auch der private Autofahrer für sein CO2 bezahlen. Pay-as-you-polute nennt sich das Vorhaben – zahle während du Dreck machst. Eine Smartphone-App nutzt die Sensoren im Handy, um Beschleunigungs- und Bremsvorgänge zu messen. Via GPS, ebenfalls Standard in der Geräteklasse, ermittelt die App das passende Streckenprofil und den zurückgelegten Fahrweg. Diese Daten gleicht das Programm mit einer Datenbank ab, in der die Verbrauchswerte der Hersteller vermerkt sind. Wer also sachte mit dem Gaspedal umgeht, spart bares Geld. Wer dennoch unverbesserlich sein möchte, zahlt die Zeche dafür. Allerdings sollen die Fahrer nicht nur beeinflussen können, wie viele Abgaben sie zahlen müssen. Wer sich besonders vorbildlich verhält, soll Parkgutscheine als Bonus bekommen.

Zusammenarbeit muss sich auch lohnen

Die zusammen mit den beiden deutschen Partnern arbeiten auch örtliche Einrichtungen am Projekt mit. Die Tongji Universität in Shanghai hat beispielsweise die ersten gesammelten Daten gesammelt und daraus eine Landkarte der Verkehrsströme und Emissionen für Shanghai erzeugt. "Wir kooperieren eng mit kommunalen Einrichtungen der jeweiligen Städte, Stadtentwicklungsämtern, der Verkehrsplanung und Umweltbehörden," sagt Lunkenheimer. Um so ein Projekt vor Ort umzusetzen, reichen allerdings nicht nur gute Vorsätze. Wichtig sei auch, dass die Partner ein betriebswirtschaftliches Interesse an den Projekten haben. "Schließlich erwarten wir ja kein rein karitatives Engagement. Wir wollen, dass die Partner nach der dreijährigen Laufzeit das Thema eigenständig weiter treiben," sagt Lunkenheimer. Nur so könne das Projekt auch nachhaltig umgesetzt werden.

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