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Versicherung-Tarifvergleich

Darum lohnt der Wechsel

Tarifwechsel, Versicherung Foto: Matthias Seeburger 22 Bilder

Das Einsparpotenzial bei Kfz-Versicherungen ist riesig: Zwischen der teuersten und der günstigsten Police liegen bis zu 230 Prozent Preisdifferenz. Wer bietet die besten Tarife, und worauf ist zu achten?

23.11.2015 Henning Busse

Die meisten halten den Sommer für die schönste Jahreszeit, Kfz-Versicherungen ticken da anders. Sie mögen den Herbst, weil sich das Versicherungsjahr dem Ende zuneigt und der berühmte Stichtag naht. Damit ist der 30. November gemeint, bis zu diesem Datum können die meisten Autofahrer ohne Angabe von Gründen ihre Kfz-Police kündigen und den Anbieter wechseln. Zu dieser Zeit umgarnt die Versicherungsbranche mit jeder Menge Angeboten die Autofahrer, um sie zum Wechseln zu bewegen. Da verliert man schnell den Überblick.

Der Versicherungsvergleich von auto motor und sport in Zusammenarbeit mit dem Verbraucherportal Verivox hilft da weiter. Er zeigt für sieben typische Autofahrerprofile die besten Tarife auf dem Markt. Dabei fällt auf, dass allein schon in der Hitliste der günstigsten Tarife der Preisunterschied zwischen den Plätzen 15 und 1 bis zu 30 Prozent betragen kann. Mehr noch: Die Preisdifferenz zwischen der insgesamt teuersten und der günstigsten Police liegt bei 230 Prozent – das zeigt, dass sich ein Kostencheck lohnt. Die Analyse verrät auch die Policen mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Dafür legten die Redaktion und Verivox sechs Merkmale fest, die einen guten Vertrag auszeichnen. Die Überraschung: Leistungsstarke Policen sind im Vergleich zur Billigkonkurrenz nicht mehr als zehn Prozent teurer. Selbst preissensible Kunden müssen somit nicht zu den Billigverträgen greifen.

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Versicherung-Tarifvergleich Darum lohnt sich der Wechsel
auto motor und sport 23/2013
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Günstige Tarife oft mit eingeschränkten Leistungen

Viele Tarife sind nur deshalb so günstig, weil ihnen Leistungen fehlen – eine Folge des Preiskampfs der letzten Jahre. Da die Branche irgendwann nicht mehr einfach die Preise senken konnte, setzte sie für konkurrenzfähige Angebote kurzerhand den Rotstift bei den Leistungen an. So fehlt etwa in den Billigpolicen oft der Verzicht auf Einspruch bei grober Fahrlässigkeit.

Im Klartext: Ist der Fahrer einmal unachtsam und es kommt zum Unfall, kann der Versicherer die Leistungen in der Kasko einschränken oder ganz verweigern. Bei den versicherten Autoteilen streichen die Konzerne ebenfalls gern. Das heißt im schlimmsten Fall: Die Alufelgen oder das Navigationsgerät sind dann extra zu versichern. Noch schlimmer sieht es beim Punkt Neuwertentschädigung aus. Wird das Auto gestohlen oder erleidet beim Unfall einen Totalschaden, wird oft nur in den ersten sechs Monaten der Neupreis erstattet. Obendrein fehlt häufig die GAP-Deckung, die gerade bei geleasten Wagen wichtig ist. Sie gleicht nach einem Totalverlust die Differenz zwischen Ablösewert bei der Bank und dem Wiederbeschaffungswert aus.

Versicherungs-Einstufung beachten

Einen Blick hat die Rabattstaffelung verdient, die viele Versicherungen umgestalteten und die bei Neuabschlüssen zum Tragen kommt. Wer bislang 25 Jahre und länger unfallfrei unterwegs war, gruppierte sich in der Haftpflicht in die Schadenfreiheits-klasse (SF) 25 ein und zahlte lediglich 30 Prozent der Grundprämie. Die neue Staffelung endet nun nach 35 Jahren mit der Schadenfreiheitsklasse 35 und einem Beitragssatz von 20 Prozent. Auch in den oberen Bereichen legten die Versicherer Hand an. In der Klasse M sind nicht mehr 245 Prozent der Grundprämie, sondern nur noch 135 Prozent zu zahlen.

Fahranfänger, die ein eigenes Auto zulassen, bekommen ebenfalls Prozente angerechnet. In der SF-Klasse 0 rutscht der Beitragssatz von 230 auf 95 Prozent, in der Klasse 1/2 von 140 auf 75 Prozent. In der Vollkasko-Sparte sieht die neue Staffelung übrigens ähnlich aus. Was positiv anmutet, ist es nicht immer. Denn die Prozente sagen nichts über die Grundprämie aus. So kann es sein, dass Autofahrer mit SF 15 bei Versicherungen mit alter Staffelung (45 Prozent Beitrag) weniger zahlen als bei einer Assekuranz mit neuer Einstufung (35 Prozent).

Kfz-Versicherungen locken mit Rabatten

Großen Einfluss auf die Kosten haben auch die weichen Tarifmerkmale. Sie sind nichts anderes als Rabatte und senken, wenn sie ausgeschöpft werden, den Jahresbeitrag um bis zu zwei Drittel. Mittlerweile bieten die Versicherungen einen bunten Strauß an Tarifmerkmalen – rund 50 Stück gibt es inzwischen davon. Standard sind bereits Nachlässe für Besitzer von Wohnungen, Häusern und Garagen, Bahncard-Inhaber und Absolventen eines Fahrsicherheitstrainings. Und wer nach einem Unfall auf die freie Werkstattwahl verzichtet, kann damit bis zu 14 Prozent Kaskobeitrag sparen.

Allerdings eignet sich diese Klausel nur für Autos außerhalb der Garantiezeit. Mit Rabatt werden auch jene belohnt, die ihren Beitrag jährlich im Voraus bezahlen. Für unterjährige Zahlungsweise verlangen die Konzerne fast ein Drittel Aufschlag. Zudem spielen Fahrleistung, Alter von Auto und Halter sowie ein eingeschränkter Nutzerkreis eine Rolle: Neuwagenkäufer zwischen 25 und 70 Jahren, ledig, mit weniger als 10.000 km pro Jahr dürfen sich freuen. Doch man muss nicht gleich eine Police kündigen, um Geld zu sparen. Häufig räumen die Versicherungen wechselwilligen Kunden Nachlässe bis zu 15 Prozent auf bestehende Verträge ein, wenn sie bleiben.

Auf diese Leistungen kommt es an

Auf diese Tarifmerkmale sollten Autofahrer vor Abschluss eines Vertrages schauen – sie sind besonders wichtig. Deshalb wurden sie bei unserem Versicherungsvergleich berücksichtigt:

Fahrlässigkeit: Einmal unachtsam, schon kracht es. Daher sollte ein Verzicht auf Einspruch bei grober Fahrlässigkeit enthalten sein.

Marderbiss: In guten Verträgen sind auch die Folgeschäden abgedeckt und nicht nur der zerbissene Schlauch selbst.

Rabattschutz: Diese oft kostenpflichtige Leistung (meist ab SF 4) verhindert teure Rückstufungen nach selbst verschuldeten Unfällen.

Tierschäden: Nicht nur der Unfall mit Haarwild sollte gedeckt sein – der Schutz muss im Vertrag möglichst auf alle Tierarten ausgeweitet sein.

Mallorca-Police: Diese Leistung gleicht bei Mietwagen geringere Deckungssummen in der Haftpflicht im Ausland aus.

Neuwert: Beim neuen Auto sollte die Versicherung nach einem Totalschaden mindestens zwölf Monate lang den vollen Kaufpreis ersetzen.

Richtige Angaben sichern Rabatte

Die Angaben beim Abschluss des Vertrages können den Beitrag beeinflussen. Das Verbraucherportal Verivox hat anhand einer Modellrechnung ermittelt, was Rabatte bringen und wo Kostenfallen lauern. Kleine Zusatzangaben können den Versicherungsbeitrag deutlich senken. Laut Verivox sparen Autofahrer, wenn sie zum Beispiel ihre jährliche Fahrleistung genau einschätzen, den Beruf mitteilen, Angaben zum Eigentum und zum Abstellort des Autos machen.

Damit lässt sich fast schon der Beitrag halbieren und somit finanzieller Freiraum schaffen für kostenpflichtige Tariferweiterungen (zum Beispiel Rabattschutz). Die lockenden Vergünstigungen sollten Verbraucher aber niemals dazu verleiten, gegenüber der Kfz-Versicherung falsche Angaben zu machen. Die Folge könnte sein, dass die Assekuranz eine Strafzahlung vom Kunden verlangt. Schlimmer noch: Es ist nicht auszuschließen, dass ein Teil des Versicherungsschutzes verloren geht.

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