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Versicherungen

Prämien-Sparen

Foto: Fjodor Zarmutek

Günstige Prämien allein sind nicht alles. EineOldtimer-Versicherung muss auf die Risiken des Kunden exakt zugeschnitten sein.Sonst rächt sich im Schadensfall, wenn im Vorfeld wichtige Ausschluss-Klauselnnicht bedacht wurden.

17.03.2008 Alf Cremers Powered by

Eines gleich vorweg. Die Assekuranzbranche gibt sich wirklich Mühe. Stetstauchen neue kundenfreundliche Aspekte bei den Oldtimer-Versicherungen auf.Zwei Trends lassen sich zu Saisonbeginn 2008 erkennen - umfassendeOldtimer-Schutzbriefe oder Rundum-Sorglos-Pakete nach dem Vorbild derMannheimer All-Risk-Versicherung und teilweise bessere Bedingungen fürYoungtimer unter 07er-Flagge. So reagiert die Mannheimer (Belmot)erfreulicherweise mit einer generellen Prämiensenkung bei der 07er-Nummer.

Es gilt immer die gleiche Prämie, egal wie viele Autos auf die 07er-Nummerzugelassen sind. Außerdem können bei der Belmot, was die jüngerenAuto-Jahrgänge zwischen 1970 und 1984 betrifft, über den sogenanntenPositivkatalog hinaus alle Fahrzeuge, deren Zustand 2 oder besser ist,unabhängig vom Wert versichert werden. Sogar ein weit reichenderOldtimer-Schutzbrief lässt sich jetzt bei der Mannheimer auch für die jungeKlassiker-Generation ausstellen. Diese Haltung der Versicherer fördert dieFreude am Klassiker ganz erheblich und ermöglicht erst die Mobilität ganzerSammlungen.

Versicherer geben sich Mühe – nicht zuletzt wegen der geringen Jahres-Laufleistungen

Die lukrative, weil wenig risikoreiche, aber dennoch im lebhaften Wettbewerb stehende Sparte der Oldtimerversicherungen gibt sich mit ihren rund 15 Anbietern wirklich Mühe, dem Sonderstatus von älteren Liebhaberautos gerecht zu werden. Sie tun das vor allem mit stark ermäßigten Prämien: Haftpflicht, Teilkasko- und Vollkasko-Versicherungen sind für Oldtimer wesentlich günstiger als für gewöhnliche Alltagsautos. Die Leistungen können im Schadensfall - zumindest bei Teilkasko und Vollkasko -, wesentlich umfassender ausfallen als beim Langstrecken-TDI oder beim Zweitwagen der Ehefrau.

Denn die Jahreskilometer-Leistung ist bei alten Liebhaberstücken aus beheizter Garagenhaltung, ob betulicher Vorkriegs-Mercedes 170 V oder revolutionärer 68er NSU Ro 80, niedrig. Sie liegt häufig unter 5.000 Kilometern, der Pflegezustand des Autos ist in der Regel gut, sein Fahrer nicht mehr ganz jung - meist über 40. Ganz selten lässt er mal eine andere Person ans Steuer.

Niemals geht er auf die Rennstrecke - dieses Risiko deckt sowieso keine Versicherung - und fährt höchstens zwei oder drei Oldtimer-Rallyes pro Jahr mit, die er auf eigener Achse und nicht im Transporter erreicht. Selbst die immer noch voll im Trend liegenden "Problemkinder" der Youngtimer-Fans mit den 07er-Kennzeichen und ihrer fatalen Neigung zum Mehrfachbesitz leistungsstarker Allerweltsautos in mäßigem Pflegezustand haben ihren Schrecken für die Assekuranzen weit gehend verloren. Denn seit der Gesetzgeber die Altersgrenze für das 07er-Kennzeichen auf 30 Jahre verlängert hat, fährt der Nachwuchs der risikofreudigen Gebrauchtwagenklientel lediglich mit Saisonkennzeichen zum halbierten Normaltarif.

Dieser richtet sich ganz banal nach den Typklassen- Einstufungen gewöhnlicher Alltagsautos. Außerdem spielt für die Prämie der Schadenfreiheitsrabatt eine große Rolle. Unfallfreie Jahre werden bei den Oldtimer-Versicherungen allerdings nicht honoriert, es gibt hier in der Regel kein Bonus- und Malusprinzip.

Bei der Württembergischen und bei der Mannheimer (Belmot) lässt er sich immerhin von einem bereits vorhandenen Zweit- oder Drittwagen übertragen. Beim Saisonkennzeichen eines über 30 Jahre alten Autos kann man allerdings kaum sparen. Hier wird die volle Jahresprämie erhoben.

Allerdings wird der Bestand einst tolerierter Saisonkennzeichen, die ab 20 Jahre galten, von der Assekuranzbranche noch kritisch beäugt. Fahrer unter 30 Jahre oder Zustandsnoten von 3 bis 4 werden meist abgelehnt. Fahrleistungen über 10.000 Kilometer im Jahr sind wegen der hohen Alltagstauglichkeit durchaus realistisch.

Oft Bedingung: Ein Alltagsauto

Problematisch: Viel Leistung, eine saloppe Interpretation des Begriffs Originalität und ein geringer Fahrzeugwert, der die Hürde eines häufig verlangten 3000- oder 4000-Euro-Wertgutachtens verfehlt. Die meisten Oldtimer- Versicherungen wie etwa die ADAC Classic Car machen ein normales Alltagsauto zur entscheidenden Bedingung. Ein anderer Youngtimer- Filter heißt Mindestprämie. Sie ist vor allem in der Kasko-Sparte wirksam. Ihre Höhe wird ebenfalls maßgeblich vom Fahrzeugwert beeinflusst.

Selbst voll alltagstaugliche, in der Anschaffung sehr günstige H-Kennzeichen- Autos um die 2.000 Euro, wie Opel Kadett B, Ford Taunus TC, Audi 80 oder VW Golf I, kommen nicht selten mit der Mindestprämie in Konflikt. Denn eines ist klar: Die Oldtimer-Versicherer mögen am liebsten wertvolle Klassiker und Hochpreis- Ikonen, deren Wert einen umfassenden Vollkaskoschutz rechtfertigt.

Dann rechnet sich auch für den Kunden der Ausschluss möglichst vieler Risiken wie Vandalismusschäden, Transportunfälle oder Motorschäden, sofern sie nicht fahrlässig durch Überhitzung oder Ölmangel entstanden sind.

Doch die anhaltende Nachfrage nach den inzwischen begehrten Brot-und-Butter- Autos der siebziger Jahre bringt auch eine Menge neuer Kunden. Die Württembergische, Marktführer in Sachen Oldtimer- Versicherungen und einer der Pioniere unter den Großen Fünf, die anderen heißen Allianz, AXA, Mannheimer (Belmot) und Zürich, hat schon immer Youngtimer mit einem Mindestalter von 20 Jahren versichert, sofern ein guter Zustand vorliegt. Ein Mindestwert oder der Eintrag des jeweiligen Modells in eine Positivliste war nie notwendig.

Auch die AXA hat die Chance, in einen Wachstumsmarkt zu investieren, erkannt. Seit einiger Zeit sind dort Youngtimer der Baujahre 1979 bis einschließlich 1984 versicherbar. Aber nur wenn sie Zustand 2 entsprechen, auf einer sogenannten Positivliste registriert sind und einen Mindestwert laut Gutachten von 4.000 Euro haben.

Gut erhaltene, selten bewegte Youngtimer im Originalzustand dürfen also bei den ermäßigten Sondertarifen mitspielen. Das gilt ebenso für die Zürich: Auch sie verlangt bei Youngtimern ein Wertgutachten über 4.000 Euro, lässt es aber bei Zustand 3 bewenden.

Besonders OCC, das Oldie Car Cover Assekuranzkontor aus Lübeck, nimmt den Begriff Liebhaberfahrzeuge wörtlich und bietet die günstigen Oldtimertarife auch für sogenannte Waittimer oder Instant Classics wie etwa einen BMW Z1, 850 i oder Z8, einen Porsche 959 oder Ferrari 456 in Bestzustand an.

Oldie Car Cover hat die Geschäftsidee, besondere Tarife für die Versicherung von Klassikern zu bieten, bereits 1985 erkannt. Die Gründer Christian Bartelt und Thomas Sühr schufen besondere Bedingungen für die Versicherung von Liebhaberfahrzeugen. Damals wie heute ist OCC jedoch kein Versicherungsmakler, sondern offeriert ein umfangreiches Netzwerk von Serviceleistungen rund um den Klassiker. OCC bietet in Zusammenarbeit mit einer großen, überregionalen Gesellschaft maßgeschneiderte und dazu auch noch günstige Tarife für nahezu alle Risiken, die vom Betrieb eines Oldtimers ausgehen.

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