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Versicherungs-Typklassen

Wie man sich vor teuren Einstufungen schützt

Vor dem Autokauf ist ein Blick auf die Versicherungs-Typklassen nötig. Sind sie zu hoch, wird es teuer. Was kann man dagegen unternehmen?

16.05.2010

In den bunten Autoprospekten der Hersteller gibt es eine Stelle, die sich Neuwagenkäufer genau anschauen sollten. Das Kapitel umfasst zwar nur drei Zahlen, doch diese Werte sind von großer Bedeutung. Wer ihnen wenig Aufmerksamkeit schenkt, riskiert am Ende hohe Unterhaltskosten. Die Rede ist von den Fahrzeug-Typklassen in der Kfz-Versicherung.

Schadenstatistik bildet die Basis für die Berechnung der Versicherungsbeiträge

Was für viele unter die Rubrik Fach-Chinesisch fällt, ist für die Assekuranzen die Basis, um Versicherungsbeiträge berechnen zu können. Grundlage des Systems ist die Schadenstatistik. Jährlich wird überprüft, wie oft ein Auto in Unfälle verwickelt war und welche Kosten entstanden sind. Das soll Beitragsgerechtigkeit bringen, da alle Schäden den jeweiligen Modellen zugeordnet werden. Weist einer der mehr als 20.000 Autotypen im Vergleich zum Vorjahr eine höhere oder geringere Schadenbilanz auf, steigt beziehungsweise fällt das Modell in den Typklassen. Das Fahrzeug wird dann je nach Schadensart neu eingeordnet in eine der 16 Haftpflicht-, 24 Teilkasko- oder 25 Vollkaskoklassen.

In der Vollkaskosparte fallen die Einstufungsunterschiede am größten aus

Vor dem Autokauf sollte man daher einen genauen Blick auf die Typklassen werfen. Denn wer ein Modell mit schlechter Einstufung wählt, zahlt am Ende bei der Versicherungsprämie kräftig drauf. Am Beispiel zweier Kompaktwagen lässt sich das belegen: Beim Kauf eines neuen Mercedes A 200 zahlt der Autofahrer in unserem Vergleich fast zwei Drittel mehr Prämie in der Vollkaskosparte als der Besitzer des fast gleich stark motorisierten Audi A3 1.4 TFSI.

Ähnlich ist es in der Teilkasko, wobei die Spanne hier gegenüber der Vollkasko geringer ist und sich somit die finanzielle Mehrbelastung in Grenzen hält. In der Haftpflicht fallen hingegen selbst größere Einstufungsunterschiede nicht so stark ins Gewicht, wie die Übersicht zeigt.

Viele Versicherungen bieten Rabatte an

Gegen die Typklassen-Einstufung lässt sich wenig unternehmen, aber bei der Prämie besteht Sparpotenzial. Zum einen gibt es die Möglichkeit, zu einer preiswerteren Versicherung zu wechseln. Zum anderen kann sich der Autofahrer bei seiner Assekuranz erkundigen, ob es noch günstigere Tarife gibt. Diese Billigtarife haben aber häufig den Nachteil, dass ihnen wichtige Versicherungsleistungen fehlen. Oft reicht es bereits, wenn Fahrzeugbesitzer die so genannten weichen Tarifmerkmale voll ausnutzen. Darunter sind nichts anderes als Rabatte zu verstehen. Da die Versicherer im harten Wettbewerb stehen, gibt es mittlerweile bei fast allen Assekuranzen einen bunten Strauß davon.

Bis zu 15% Nachlass für einzelne Berufsgruppen

Dazu ist es notwendig, alle Angaben im Vertrag zu überprüfen. Haben sich zum Beispiel die Lebensumstände geändert, kann das bereits eine Ersparnis bringen. Wie die Marktbeobachter von Aspect-Online herausfanden, belohnt die Branche einzelne Berufsgruppen mit bis zu 15% Nachlass. Wer sich ein Haus anschafft und nicht mehr zur Miete wohnt, darf bis zu fünf Prozent erwarten. Und wenn sich dadurch auch die jährliche Fahrleistung reduziert, sind zusätzlich noch einmal bis zu 29% für den Kunden drin.

Standardrabatte reduzieren die Prämie im Schnitt um mehr als 60%

Die Liste mit Nachlassbeispielen lässt sich beliebig weiterführen, was aber nicht nötig ist. Denn fest steht: Wer allein die Standardrabatte nutzt, reduziert seine Prämie im Schnitt um mehr als 60%, fanden die Experten von Aspect-Online heraus. Aber für weiche Tarifmerkmale sollten Autofahrer keine falschen Angaben machen, wie zum Beispiel zum Garagenbesitz. Fliegt der Schwindel auf, zieht das in der Regel ein Strafgeld in Höhe von bis zu einer Jahresprämie nach sich – die Sparbemühungen können Autofahrer dann vergessen.

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