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Versteigerung

Irisches Automuseum kapituliert

Foto: Bonhams 5 Bilder

Mehr als ein Jahrhundert irischer Autogeschichte wird am 30. April in London versteigert. Die wertvollen Oldtimer stammen aus einem privat geführten Museum, das vor einem seltsamen Paradox kapitulieren muss.

26.04.2007 Powered by

Während die Zahl der Sammler auch in Irland kontinuierlich wächst, sinken gleichzeitig die Besucherzahlen der Automuseen, weil einfach nur herumstehende Fahrzeuge dem erlebnishungrigen Publikum zu langweilig sind.

Nach knapp 21 Jahren gibt das 1986 von dem Sammler Denis Lucey in Killarney gegründete und ausschließlich von ehrenamtlich tätigen Auto-Enthusiasten geführte "Museum of Irish Transport" deswegen jetzt auf.

Pretiosen und Profanes

Die komplette Sammlung wird beim renommierten Londoner Auktionshaus Bonham versteigert, der Wert der angebotenen Automobilia wie der historischen Handbücher und Zeitschriften, Werbebroschüren, Ersatzteile sowie die Fahrzeuge wird auf insgesamt rund 740.000 Euro geschätzt.

Bonham rechnet mit großem Interesse internationaler Oldtimer-Sammler. Neben einem mit 5,7-Liter-Motor ausgestatteten 1905er Germain, dessen Karosserie von Van den Plast gefertigt wurde, dürfte das große Highlight der Auktion ein 1900 Argyll 5hp Spindle Seat Rear Entrance Tonneau sein.

1901 fuhr das Modell beim ersten Abschnitt der "Irish Motoring Tour" mit und wurde im gleichen Jahr von den Testern der Zeitschrift "Motoring News" als "leisestes Auto Dublins" bezeichnet 1948 wurde das zwischenzeitlich für 32 Jahre stillgelegte Fahrzeug von dem irischen Maler Paul Egestorff gekauft. Zusammen mit zwei Pianos wohnte das Auto fortan fast ein halbes Jahrhundert lang im Salon des Exzentrikers, bevor es ins Museum kam.

Auch der ebenfalls zum Verkauf stehende 1909 Silver Stream Roi-de-Belges Tourer hat eine besondere Geschichte. Gebaut wurde das Unikat von Philip Somerville-Large, einem Ingenieur aus Killarney: Sommerville-Large setzte das Fahrzeug aus hochwertigen Einzelteilen, die er in ganz Europa erwarb, zusammen.

Unverständnis und Forderung nach Eingriff des Staates

Dass die historische Sammlung nun einfach so versteigert wird, stößt bei vielen Iren auf Unverständnis. Die Zeitung "Sunday Business Time" erklärte in einem Kommentar, die Kollektion müsse genauso "ihren Platz in der Geschichte Irlands haben und im Land bleiben" wie der jüngst kurz vor einem Auktionstermin vom Staat aufgekaufte letzte Brief des 1916 hingerichteten irischen Rebellen Padraig Pearse: "Wenn es jemals einen geeigneten Zeitpunkt für ein Einschreiten des Staates gab, dann jetzt - bevor die historischen Fahrzeuge auf Nimmerwiedersehen in ausländischen Sammlungen verschwinden."

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