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Verwirrspiel Typenbezeichnung

Was steht drauf, was steckt drin?

BMW 118i, Seitenansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 25 Bilder

Drin steckt was drauf steht. Früher gaben Modellbezeichnungen noch konkrete Hinweise auf die Motorbestückung der Modelle, heute dienen sie nur noch zur Wahrung der Leistungshierarchie. Wir haben hinter die Typenkürzel geblickt.

09.09.2012 Uli Baumann

Wenn früher ein Mercedes-Fahrer seinen fahrbaren Untersatz lapidar mit einem "Ich fahr 500er" umschrieb, war jedem klar, der Mann fährt eine S-Klasse mit einem Fünfliter-V8-Motor unter der Haube. Ähnliches galt für BMW. Das Kürzel 323i war eindeutig. 3er-Reihe, Sechszylinder mit 2,3 Liter Hubraum. Basta!

Im Zuge von zunehmenden Downsizing-Tendenzen und Gleichteil-Euphorie sind die Nomenklaturen einiger Hersteller nur noch Schall und Rauch. Neue Leistungsstufen werden nicht mehr mit neuen Motoren bestückt, sondern nur noch mit Ableitungen bestehender Aggregate aufgefüllt. Je nach Version und Leistungsstufe genügt dabei eine neue Software in der Motorsteuerung oder beispielsweise ein geänderter Turbolader. Beispielhaft seien hier die bereits erwähnten Marken Mercedes und BMW genannt.

Ein Motor, x verschiedene Varianten

Sie heißen 114i, 116i und 118i, werden aber alle von einem 1,6 Liter-Reihenvierzylinder mit Turboaufladung angetrieben, der je nach Konfiguration 102 bis 170 PS leistet. Im 125i wiederum arbeitet ein Zweiliter-Vierzylinder, der es auf 218 PS bringt und im 135i ein Reihensechszylinder mit drei Liter Hubraum und 320 PS.

Ein ähnlich verwirrendes Bild zeigt die Diesel-Fraktion. 116d, 118d, 120d und 125d - alle haben zwei Liter Hubraum, leisten aber zwischen 116 und 218 PS. Den 116d gibt es aber auch als echten 1,6 Liter, der dann ebenfalls 116 PS leistet.

Wechselt man in die 3er-Baureihe dann hat der 16i plötzlich Zwei-Liter Hubraum und liegt damit gleichauf mit dem 320i und dem 328i. Wobei auch im 3er ein 20i zu haben ist, der dann nur 1,6 Liter Hubraum hat. Beim 5er kommen dann die Achtzylinder ins Spiel. Drauf steht 550i, drin steckt ein 4,4-Liter-V8. Im 550d wiederum arbeitet ein Dreiliter-Reihensechszylinder, allerdings mit drei Turboladern. Kommen wir zum 6er. Sie heißen 640i und 640d und werden von einem Dreiliter-Reihensechszylinder angetrieben. Im 7er als Diesel arbeitet ungeachtet der Typenbezeichnung durchweg ein Dreiliter-Reihensechszylinder. Im 760i darf dann tatsächlich ein Zwölfzylinder mit sechs Liter Hubraum für Vortrieb sorgen. Noch nicht verwirrt genug? Dann weiter zum X1. Hier trägt der 18i einen Zweiliter-Vierzylinder

Motoren-Baukasten auch bei Mercedes

Mercedes macht es seinen Kunden kaum einfacher. Sie heißen A180 und haben als Benziner 1,6 Liter Hubraum und als Diesel 1,5 oder 1,8 Liter Hubraum. Auch der A200 lässt es als Benziner bei 1,6 Liter bewenden, der Diesel kommt auf 1,8 Liter. A250 gleich 2,5 Liter - falsch, hier arbeitet nur ein Zweiliter. Analoges Bild bei der B-Klasse.

In der C-Klasse haben die 180er dann plötzlich 2,1 Liter Hubraum, aber nur wenn sie nach dem Diesel-Prinzip arbeiten. Die Otto-Pendants kommen nur auf 1,6 Liter Hubraum. Der 2,1 Liter-Diesel deckt dann noch die Varianten 200 bis 250 ab. Bei den Benzinern kommt hier ein 1,8 Liter zum Einsatz. Die 300er und 350er Diesel lassen drei Liter Hubraum wirken. Die 350er-Benziner schöpfen aus 3,5 Liter Hubraum. Und im 63 AMG arbeitet kein 6,3- sondern nur ein 6,2-Liter-V8.

500er war mal

In der E-Klasse stoßen dann im 500er die Achtzylinder dazu. 500er - Fünfliter-V8? Falsch. Hier arbeiten nur 4,7 Liter, dafür hat aber auch der E 63 AMG auch nur 5,5-Liter verteilt auf acht Töpfe. In der Oberklasse mit CL- und S-Klasse setzt der 600er auf einen 5,5-Liter-V12, der 65er AMG auf sechs Liter mit zwölf Zylindern.

Im betagten G-Modell und der R-Klasse schließlich arbeitet im 500er ein 5,5-Liter-V8, ebenso wie im SLK 55 AMG.

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