Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Veterama 2013

Highlights vom Insidertag

Veterama, Herbst 2013, Tag Foto: Kai Klauder 71 Bilder

Einen Auftrag gibt es heute zu vergeben: Der Wettergott soll gnädig sein und am morgigen Samstag und auch noch am Sonntag Sonnenschein und Trockenheit schicken – sonst verrostet noch alles.

11.10.2013 Kai Klauder Powered by

Die Herbst-Veterama hat am Freitag, 11. Oktober 2013 mit Nieselregen und aufgeweichtem Boden begonnen. Doch davon lassen sich die echten Fans – und nur solche kommen nach Mannheim auf das Maimarktgelände – überhaupt nicht beeindrucken. Es kommt schließlich nur auf die richtige Ausrüstung und Erfahrung an.

Schweizer Muntermacher

Beides besitzt das Schweizer Trio Franz Heini, Felix Felder und Alfred Strahm. Die drei kommen schon seit rund einem Vierteljahrhundert zur Veterama. Angeblich, um Sachen zu verkaufen, doch eigentlich geht es wohl eher um den Spaß. „Wir kommen immer zu dritt, und seit 1999 haben wir diesen Standplatz hier“, erzählt Franz Heini, nach eigenen Angaben 4-maliger Weltmeister auf der Draisine und zudem am liebsten als Beifahrer im CLassic Seitenwagen Racing Team auf der Schmid TTM Yamaha 500 ccm von 1979, dem Ex-WM-Gespann von Biland/Waltisperg unterwegs.

Dann ordert er bei seinem Kumpel Felix für den unwissenden Redakteur erst mal einen "Echten Schweizer Kaffee". Und der passt zur Veterama: „Das ist ein Kaffee für Waldarbeiter, nicht für Schreibtischtäter“, warnt Heinis Kollege Alfred Strahm. Und er hat recht, das Gebräu beißt etwas in der Nase, macht aber schon nach dem ersten Nippen schlagartig warm. Kein Wunder, besteht es doch zum großen Teil aus Birnenobstler, aufgefüllt mit heißem Wasser, dann noch ein winziges Löffelchen Instant-Kaffe und einen Würfel Zucker hinein - und fertig ist der Schweizer Muntermacher.

Chrysler vom Zürichsee

So aufgewärmt fängt die erste Runde am Insidertag über die Veterama gut an. Der Marktplatz ist nicht weit, bis dahin ist der Weg flankiert von Motorradteilen, Werkzeug aus den letzten 150 Jahren, Karosserieteilen, die die meiste Zeit ihres Daseins unter freiem Himmel verbracht haben und den ganz besonderen Charakteren, die so geballt nur auf der Veterama zu finden sind. Viele davon kennt man schon vom Sehen, manche nicken wissend beim Vorbeigehen.

Der Marktplatz füllt sich im Laufe des Mittags schon ansehnlich. Rund 80 Fahrzeuge stehen am frühen Nachmittag auf der nassen Wiese. Das Spektrum reicht dabei vom sehr gut erhaltenen Ersthandauto über Raritäten bis hin zu den unverschämten Angeboten.

Drei Beispiele aus dem Angebot: Matthias Bröker hat vier Ersthandfahrzeuge mitgebracht, darunter einen Chrysler Le Baron. "Der ist neben Tina Turner am Zürichsee groß geworden. Und hat zuletzt zwei Jahre unter einem Baum gestanden", erzählt der Freiburger Händler. Außerdem sind noch ein leidlich erhaltener Volvo 245 aus dem Vorbesitz einer Berliner Antiquitätenhändlerin (4.900 Euro), ein fünftüriger Golf I mit 50.000 km (7.900 Euro) in sehr gutem Zustand und ein Mercedes 280 SE (W116), der 16 Jahre in einer Scheune stand, weil sich der Erbe nicht an die komplexe Technik getraut hat. Bröker ließ die nötigen Reparaturen durchführen und bietet die S-Klasse mit Buchhalter-Ausstattung - nur ein Außenspiegel - für 9.900 Euro an.

Offener Japaner und strahlend weißer Blender

Eine Rarität ist das 1981er Mitsubishi Sapporro Cabriolet, das mit seinem sehr gutem Zustand überzeugt. Der offene Japanner wird von einem 102 PS starken Vierzylinder angetrieben. Der Anbieter verkauft den schön herausgeputzten Wagen mit Anhängerkupplung (!) für 7.500 Euro.

Etwas weit übers Ziel hinaus geschossen ist der Verkäufer eines Ford Taunus 12M P4 Coupés. Das 1964er-Exemplar ist ein Vorzeige-Blender - inklusive überlackierter Dichtungen, Sprühnebel auf den Reifen und großzügigem Spachteleinsatz. Beschrieben wird der Wagen mit "wurde lange liebevoll restauriert", "Lack ist an einigen Stellen aufgeplatzt, aber keine Roststellen" und"von diesen tollen Coupés mit Schiebedach gibt es nur noch eine Hand voll in ganz Deutschland". Der ebenfalls in der Beschreibung angegebene "Zustand ca. Note 3" ist ebenso selbstbewusst wie die Preisvorstellung von 7.200 Euro.

Bilder von diesem Fahrzeug, die den Zustand eher eine Note tiefer ansiedeln lassen, zeigen wir in unserer großen Fotoshow, in der auch ein großer Teil des Fahrzeugangebots (Stand Freitag Nachmittag) zu sehen ist.

Wer nun - nach Lektüre und Sichten des Angebots - am 12. und 13. Oktober 2013 nach Mannheim fahren möchte, sollte festes Schuhwerk mitbringen - und für gutes Wetter beten.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Autokredit berechnen
Anzeige