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Viertürige Coupés

Die Pläne von Audi & VW

Foto: Foto: Schulte-Nextline 8 Bilder

Das Spiel mit den Türen wird immer beliebter. VW interpretiert das Konzept des Mercedes CLS ab 2008 mit einem viertürigen Coupé oberhalb des Passat. Audi folgt ab Ende 2009 mit dem A7, der auf dem Nachfolger des A6 basiert.

21.11.2006

Anti-Aging lautet neudeutsch der Trend zum ewigen Jungbleiben, von dem nicht nur Ayurveda- Kurbetreiber und Kosmetikanbieter profitieren, sondern auch die Autoindustrie. Junges Design ist bei der älteren Klientel so gefragt wie nie zuvor - vor allem, wenn es noch mit einem Schuss Exklusivität kombiniert wird wie beim Mercedes CLS. Dass ausgefallene Designerware bei einer früher für konservativ gehaltenen Oberklassekundschaft immer gefragter ist, hat nun auch die Konkurrenz im Premiumsegment erkannt: A7 lautet das Kürzel für ein viertüriges Coupé bei Audi, das sich zwar die Technik mit dem künftigen A6 teilt, aber weit mehr als nur ein einfaches Derivat dieser Baureihe sein soll.

Erste Bilder zeigen, dass der A7 mit dem großen Single-Frame-Grill und den schräg gestellten Scheinwerfern eine eigenständige Dominanz auf der Straße entwickelt. Ein Audi, klar - aber einer, den man so noch nie gesehen hat. Mit seiner extrem langen Motorhaube und dem weit nach hinten gezogenen Dach soll der A7 coupéhafter wirken als der Mercedes CLS und somit den Eindruck der Viertürigkeit besser vertuschen.

Dabei sind es besonders die hinteren Portale, auf die es ankommt: Sie erleichtern den Einstieg in den Fond und geben den Weg frei in eine Welt, die Rücksitzpassagieren ein luxuriöseres Gefühl vermitteln soll als in den klassischen Zweitürern. Dazu passt, dass es den A7 gegen Aufpreis mit einem speziellen Rearseat-Entertainment und einer Vierzonen-Klimaautomatik gibt.

Technisch basiert der A7 auf der Nachfolge-Generation des A6

Wie beim neuen A4 (2007) kommt hier also auch der neue längsmodulare Baukasten mit weiter hinten angeordnetem Motor sowie einer neu konstruierten Lenkung zum Einsatz - ein Paket, das insgesamt nicht nur eine bessere Achslastverteilung, sondern auch eine bessere Raumausnutzung erlaubt.

Der A6 (jetzt: 4,92 Meter) wird deshalb mit dem Modellwechsel einige Zentimeter kürzer, um wieder genauer zwischen A4 und A8 zu rangieren, während der A7 dann 50 Millimeter länger und 30 Millimeter breiter wird als die Limousine. Diese Maße sowie die großen Räder und die tiefergelegte Karosserie lassen das Coupé satt auf der Straße stehen. Viel Chrom schmückt die Fenstergrafik und soll dem A7 damit bereits von außen den Eindruck hoher Qualität verleihen. Diesen Glanz will er Tag und Nacht versprühen - mit einem Rückleuchtendesign wie beim A6 Avant, bei dem die LED-Leuchten selbst bei Dunkelheit für einen hohen Wiedererkennungseffekt sorgen.

Noch offen ist hingegen, ob in der Frontschürze ein so genanntes Tagfahrlicht zum Einsatz kommt, das dann ebenfalls aus LED-Leuchten bestehen würde. Fest steht, dass der Kofferraumdeckel die Rückleuchten teilt und den Weg freigibt in ein Abteil, das ausreichend Platz für das Reisegepäck von vier Personen bieten soll. Selbst für den Winterurlaub ist vorgesorgt: Als Option gibt es eine Durchreiche mit Skisack, in den wie beim neuen TT Roadster zwei Paar Ski bis zu einer Länge von 1,90 Meter passen.

Reisetauglich sind auch die Motoren: Bei den Benzinern stehen der 3.2 FSI (255 PS) und ein neuer, aufgeladener Benzindirekteinspritzer im 3.0 TFSI mit rund 300 PS zur Wahl. Als Diesel werden der 2.7 TDI und der 3.0 TDI offeriert, beide mit Common-Rail-Einspritzung und SCR-Technologie zur Reduzierung von Stickoxiden, um den A7 auch für die USA gesellschaftsfähig zu machen. Damit es bequem vorangeht, verzichtet Audi auf den Einsatz von klassischen Schaltgetrieben.

Die Kraftübertragung erfolgt über die Sechsstufen-Wandlerautomatik oder das Doppelkupplungsgetriebe DSG entweder auf die Vorderräder oder in der Quattro-Version auf alle vier Räder. Die Allradvariante verteilt die Kraft wie alle sportlichen Audi-Modelle im Verhältnis 40 zu 60 über ein Torsendifferenzial zwischen Vorder- und Hinterachse, um agile, heckbetonte Fahreigenschaften zu ermöglichen. Neu ist, dass durch ein Zwischendifferenzial-Getriebe an der Hinterachse nun auch die Kraftverteilung zwischen dem rechten und linken Rad individuell geregelt wird.

Die Elektronik ist ein wichtiger Begleiter des A7, der wie der neue BMW X5 über die so genannte Flex-Ray-Technologie verfügt. Dabei handelt es sich um einen Nachfolger des bisher eingesetzten CAN-Bus, der dafür sorgt, dass alle elektronischen Helfer deutlich schneller und zuverlässiger miteinander vernetzt sind - eine Technik, die aus einem Entwicklungskonsortium stammt, dem neben dem VW-Konzern und BMW auch Daimler-Chrysler angehört.

Passat Coupé - bürgerliche Preise, Motoren bis 280 PS

Ganz so komplex wird die Technik im zweiten viertürigen Coupé des VW-Konzerns nicht ausfallen. Auf Basis des Passat soll ein Auto entstehen, das schon ab Mai 2008 im VW-Werk Emden vom Band rollt und mit bürgerlichen Preisen auf Kundenfang gehen soll. Im Gegensatz zum A7 bekommt das VW Coupé quer und nicht längs installierte Motoren. Die Benziner-Palette beginnt beim 1,4-Liter-Turbo-Kompressor mit 170 PS und endet beim 3,6-Liter-VR6 mit 280 PS. Als Alternativen gibt es Dieselmotoren, die auf Common-Rail-Technik umgestellt sind und wie beim A7 über die SCR-Technologie zur Reduzierung von Stickoxiden verfügen.

Das viertürige Coupé, das auf dem Genfer Auto-Salon 2007 erstmals in Form einer Studie gezeigt wird, ist mit 1.500 Euro Aufschlag gegenüber der Passat Limousine kein Luxusauto, auch wenn es für die Marke VW einen wichtigen Schritt in höhere Sphären markiert. Denn derzeit steht nicht fest, ob der schwer verkäufliche Phaeton wirklich einen Nachfolger bekommt. Die Entscheidung hätte vor Monaten gefällt werden sollen - und steht immer noch aus. Neue Pläne sehen vor, dass das Coupé zwischen Passat und dem als Mercedes R-Klasse-Konkurrent angedachten Raumkonzept rangieren soll. Da bleibt für den Phaeton kaum noch Platz.

Passat-Flair ist für das Coupé tabu. Deshalb haben die Designer die Scheinwerfer überarbeitet und die Proportionen der Karosserie verändert. Der Radstand bleibt gleich, aber in der Länge misst das intern CC genannte Coupé mit 4,80 Meter knapp drei Zentimeter mehr als die Limousine. Davon entfallen 1,6 Zentimeter auf den vorderen und 1,3 Zentimeter auf den hinteren Überhang. Flacher verläuft auch das weit nach hinten gezogene Dach: Der CC ist 5,2 Zentimeter niedriger. Trotzdem bleibt Platz für hohe Erwartungen: 40.000 Einheiten sollen pro Jahr verkauft werden, was angesichts des moderaten Aufpreises realistisch klingt. VW könnte die Konkurrenz auf jeden Fall alt aussehen lassen.

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