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Viking Rally 2009

Die Eco-Rallye im hohen Norden

Viking Rally 2009 Foto: Jens Dralle 50 Bilder

Dass irgendwo in Skandinavien eine Rallye stattfindet, überrascht kaum. Die Viking Rallye kommt jedoch ohne Drifts, Fly-off-Handbremsen und Spikes, aber auch ohne fossile Brennstoffe aus. An Spannung mangelt es deshalb nicht: Reicht die Pause, um meine Batterien aufzuladen? Wo bekomme ich eine Tankfüllung Wasserstoff her?

12.05.2009

Wenn in Norwegen die Mädels unruhig werden und Fotografen nervös mit Finger am Auslöser zucken, liegt das meistens nicht an Superstars aus dem Musik- oder Filmgeschäft. Oft kündigt ein Trio mit zwei Trompeten und einer Trommel, alle in schicker Militäruniform, die Ankunft von Prinz Haakon an. An diesem Morgen besucht Prinz Haakon eine Tankstelle in Oslo. Nicht, weil er den Wagenmeister gefeuert hätte und nun sein royales Gefährt selbst betanken müsste.

Startschuss zur alternativen Rallye

Vielmehr fällt hier, an einer neuen Wasserstoffzapfsäule, der Startschuss zur Viking Rallye für Autos mit alternativen Antrieben. Der Energiekonzern Statoil Hydro hat geladen, der Prinz kam, lächelt das Publikum und die neue Zapfsäule an, um dann mit Rallye-As Henning Solberg die erste Etappe in einem nicht mehr ganz taufrischen Ford Focus mit Brennstoffzelle in Angriff zu nehmen. Entgegen dem Protokoll griff Haakon selbst ins Steuer. Besondere fahrerische Qualitäten werden im dabei nicht abverlangt, da es zunächst nur über streng geschwindigkeitsbegrenzte norwegische Autobahnen geht. Nur eine halbe Stunde später entschwindet der nette Prinz im Lexus LS 600h zu seiner Mette.

Von Oslo nach Stavanger


Der Tross aus elektrisch und mit Wasserstoff betriebenen Autos und Vehikeln surrt dagegen weiter in Richtung Stavanger. Rund 15 Millionen Euro investiert Statoil Hydro jährlich in die Forschung mit Wasserstoff als Energieträger, dessen umweltfreundliche Gewinnung und kostengünstige Verbreitung. "Es gibt Treibstoffe, die die Umwelt weniger belasten können als fossile Brennstoffe," erklärt Ulf Hafseld, Leiter der Wasserstoff-Division bei Statoil. "Das sind Biosprit, Strom und Wasserstoff. Letzterer ist aus unserer Sicht langfristig für alle Bedürfnisse der Sinnvollste." Daher eröffnet der Konzern zwei weitere Wasserstofftankstellen. Mit nun insgesamt vier Stationen kann dagegen kaum von einem Tankstellen-Netz gesprochen werden. Hafsfeld verweist dabei auf die wenigen Fahrzeuge, die mit Wasserstoff betrieben werden. Einzig einige wenige Mazda RX-8 sind derzeit in Norwegen unterwegs.

Rennfahrerin Leilani Münter ebenfalls am Start

Im zweiten Ford Focus mit Brennstoffzelle zicken sich unterdessen Pilotin Leilani Münter und ihre Beifahrerin Suzanne Hunt an. Irgendwo hinter Drammen verlor Suzanne die Orientierung und Leilani ziemlich schnell die Geduld. Die US-Amerikanerin mit deutschem Vater ist es als Nascar- und Indy-Pilotin nicht gewohnt, sich auf einen Beifahrer verlassen zu müssen. Zudem sind ihr die schmalen norwegischen Straßen, über die die Route inzwischen führt, nicht geheuer. Und dann gibt es da noch ein ganz entscheidendes Problem: "Das Auto ist so unglaublich langsam", schimpft Leilani, die den Ehrgeiz hat, die Rallye besser als Solberg ("Nein, mit diesem Focus bin ich noch gedriftet") abzuschließen. Im Teilnehmerfeld wirken die beiden Ford trotz ihrer starken Persönlichkeiten hinter dem Lenkrad recht bieder.

Viking-Rally: Plug-In-Hybride, Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge

Selbst die Horde optisch unveränderter, aber mit Plug-In-Technik und Wasserstoff-Antrieb ausgerüsteter Toyota Prius wirkt dagegen futuristisch. Die drei Tesla Roadster, der schweizerische Protoscar Lampo auf Opel GT-Basis, der Mitsubishi i-MIEV, das Twike und die zahlreichen Think!-Mobile sehen da schon eher nach Science-Fiction aus. Einmal ganz abgesehen davon, dass sie sich mit ihrem hellen Surren auch so anhören.

André Laukner und sein Beifahrer Gero Kleinertz, in einem selbst auf Lithium-Ionen-Batterien umgebauten Think! unterwegs, machen sich weniger um die Strecken, als um die Pausen sorgen: "Zwei Stunden reichen jedenfalls nicht, um die Akkus wieder voll aufzuladen", sagt Laukner. Die Zeit war jedoch lang genug, um mit der getankten Energie nicht nur die kurze Bergetappe mit eingebautem Slalom zu absolvieren, sondern auch noch das Tagesziel zu erreichen. Auch Leilani und Suzanne haben sich bis dahin wieder vertragen, sind allerdings erst nach Solberg eingetroffen, obwohl der sich mit ständig wechselnden Beifahrern herumschlagen musste.

Einzig das Schweizer-Team haderte mit technischen Problemen. Das Ziel lag, wie der Start, an einer Wasserstofftankstelle, die inzwischen in einfacher Container-Bauweise errichtet werden. "Das ist ein entscheidender Schritt in Richtung Ausbau zum einem echten Netzwerk", sagt Per Agartson, Entwickler bei der schwedischen Tankstellen-Herstellerfirma Aquagas. 

Und wieder kommt die Frage auf, was zuerst da sein muss: Die Infrastruktur oder die Autos. Für Paolo Marchese, Entwickler bei Fiat und einem Wasserstoff-Panda bei der Rallye dabei, liegt die Antwort auf der Hand: "Von unserer Seite aus kann es losgehen, die Autos sind fertig". Doch zunächst hofft Statoil-Hydro Mazda weitere RX-8 für einen ausgedehnten Feldversuch entlocken zu können. Dann wird sicher wieder eine Tankstelle eröffnet. Und dann schaut sicher auch wieder Haakon vorbei.

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