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Vision Autopilot

Wenn der Wagen von alleine fährt

Foto: Hersteller 14 Bilder

Das größte Schreckensszenario für viele Autofahrer trägt einen Namen: Autopilot. Intelligente Assistenzsysteme, vernetzte Fahrzeuge und eine entsprechende Infrastruktur zeigen, wohin die Reise geht.

20.11.2008

Auf lange Sicht scheint der Autopilot kaum aufzuhalten. "Eine Vision vom unfallfreien Fahren ist in absehbarer Zeit wohl nicht zu verwirklichen, aber wir sind auf einem guten Weg", so Christian Früh, bei Mercedes zuständiger Entwicklungsleiter für Bremsen und Assistenzsysteme.

Fahrzeuge wie die neue Mercedes E-Klasse oder der frisch auf den Markt gekommene 7er BMW bieten bereits mehr Assistenzsysteme, als man sich noch vor wenigen Jahren hätte träumen lassen. Der Fortschritt ist Marken übergreifend rasend.

Für Fahrer bleibt immer weniger zu tun

Die Hightech-Ausstattung der Gegenwart kennt in Sachen Sicherheit dabei kaum Grenzen. Erst vor wenigen Monaten hatte die jüngste Generation des BMW 7er mit einem umfangreichen Assistenzsystem von sich reden gemacht.Nachtsichtgerät mit Objektwarnung, Verkehrszeichenerkennung, Fernlichtassistent oder Abstandstempomat - für den Piloten bleibt da immer weniger zu tun.

      
Die neue E-Klasse kann noch ein bisschen mehr und bringt mit Notbremsassistenten und Müdigkeitswarner zwei neue Sicherheitskomponenten auf den Markt. Bereits seit längerem auf dem Markt sind bei vielen Marken Sicherheitsausstattungen wie Abstandstempomat, Spurwechselwarner und Spurhalteassistent. Ein Fahrzeug wie der VW Passat CC steuert beispielsweise bereits leicht gegen, wenn der Fahrer versehentlich die Spur verlässt. Eine elektrische Servolenkung macht’s möglich. Den Rest erledigen Kameras,Sensoren sowie eine vernetzte Rechenelektronik. Wie bei Infinitis neuer SUV-Generation, die das Fahrzeugumfeld mit Videokameras überwachen.Zusammen mit intelligenten Navigationssystem alles kleine Schritte in Richtung Autopilot.

Auch wenn es mit dem Einparken hapert, scheint die Fahrschulprüfung zukünftig die einzig reale Gefahr zu sein. Hersteller wie Toyota oder Volkswagen bieten längst nicht nur Einparksensoren, Rückfahrt- und Ausfahrkameras, sondern auch intelligente Parkhilfen, die einen nahezu autonom, zielsicher und ohne Angstschweiß in die Parklücken zirkeln. Der Fahrer muss nicht mehr tun,als Gas zu geben und zu bremsen.

Längst muss der Fahrer am Steuer nicht einmal mehr Licht oder Scheibenwischer anschalten. Das machen die intelligenten Fahrzeuge längst eigenverantwortlich. Wenn die Hightech-Scheinwerfer mit Bixenon-, Kurven- und Abbiegelicht nicht mehr reichen, gibt es bei Herstellern wie Mercedes oder BMW längst Nachtsichtgeräte, die lange Jahre allein bei militärischen Kommandos vorstellbar waren.

Die Technik agiert eigenverantwortlich

Auch gebremst wird mittlerweile autonom.Reagiert der Fahrer beim Auffahren auf ein Hindernis nicht auf Warnhinweise und die bei mehreren Herstellern eingeführte autonome Teilbremsung, tritt die neue Mercedes E-Klasse 0,6 Sekunden vor einem sicheren Aufprall eigenmächtig in die Eisen. "Durch unsere Pre-Safe-Bremse reduziert sich die Aufprallgeschwindigkeit um 16 km/h",so Christian Früh. Mittelfristig soll noch effizienter gebremst werden. Wenn die Entwicklungen so weiter gehen, kann man bald guten Gewissens am Steuer sein Nickerchen machen. Die schnöde Alltagsarbeit erledigen vernetztes Auto und die zahlreichen Assistenzsysteme. Nur zum Tanken müsste der Fahrer dann überhaupt noch eigenmächtig tätig werden. Doch von München nach Frankfurt fährt das Auto dann fast von selbst.

Nächster Schritt: Flächendeckende Vernetzung

Ohne eine entsprechende Vernetzung von Verkehrsteilnehmern, Leitzentralen und einer entsprechenden technischen Infrastruktur bleibt der (Alb-)Traum vom Autopiloten wie man ihn bereits aus Schifffahrt oder Flugverkehr kennt, noch ein paar Jahre irreal. "Mit der Car-to-Car-Technologie erweitern wir den Wahrnehmungsbereich des Fahrers, ohne ihn abzulenken oder gar zu entmündigen", so Hans-Georg Frischkorn, bei General Motors zuständig für die Technologie-Entwicklung.

Die Informationen aus dem Fahrzeug selbst stammen aus Regelsystemen und Sensoren wie ABS, Airbags, ESP, Regen- /Lichterkennung, Abstandstempomat und Navigationssystem. Die Fahrzeugdaten werden zusammengefasst und nach einer logischen Kombination an andere Verkehrsteilnehmer und eine Verkehrszentrale weitergegeben. Drehen Räder durch und sind Scheinwerfer sowie Scheibenwischer eingeschaltet, kann man von einer glatten Fahrbahnoberfläche ausgehen. Diese Datenfusion wird ähnlich einem drahtlosen Computernetzwerk per Wireless LAN von Auto zu Auto nach hinten geschickt.

Lange Zeit war es unsicher, wann sich die verschiedenen Hersteller von Fahrzeugen und Kommunikationssystemen aufeinen einheitlichen Übertragungsstandard einigen. Diese Probleme scheinen nunmehr jedoch ausgeräumt. Die Reichweiten der Informationenstränge liegen derzeit bei 300 bis 1.000 Meter; sollen zukünftig weiter wachsen. Um eine komplette Abdeckung des Straßenverkehrs zu haben, müssten nach Aussagen von Experten rund 15 bis 20 Prozent der Fahrzeuge kommunikationsfähig sein. Dann wird es im Straßenverkehr nicht nur sicherer, sondern auch eine ganzes Stück effizienter. Schließlich geht es nicht nur um Kraftstoff, sondern auch um den Faktor Zeit.
      
Asien als Testmarkt

Christopher Borroni-Bird, bei General Motors Direktor of Advanced Technology Vehicle: "Die größten Chancen für die Einührung von vernetzten Fahrzeugen gibt es in Asien. Autohersteller wie Kunden sind sehr hightech-affin und die Regierungen bereit auch Gelder für die nötige Infrastruktur auszugeben." In Europa oder den USA ist die Technik zwar vorhanden, aber die Geneigtheit von Politik und Kunden geringer. "Viele denken immer gleich an den gläsernen Autofahrer, der überall und immer beobachtet werden kann."Doch einige der gedanklichen Barrieren scheinen ins Wanken zu kommen.Immer mehr Autofahrer können es sich vorstellen, nur noch Passagier im eigenen Auto zu sein. "Wem macht es schon Spaß, mit Tempo 10 durch eine Ortschaft zu fahren. Natürlich greift man auf Autobahnen und Landstraßen wieder voll ins Geschehen ein", so Christopher Borroni-Bird. Na immerhin.

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