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VLN-Gewinnspiel

Taxi-Fahrt der besonderen Art

VLN Gewinnspiel 2013 - Uwe Alzen / Ralph-Gerald Schlüter Foto: Baldauf / Kah 10 Bilder

sport auto hat beim großen VLN-Gewinnspiel insgesamt 3 Nordschleifen-Wochenenden inklusive Taxi-Fahrt mit Uwe Alzen verlost. Gewinner Ralph-Gerald Schlüter erzählt, was er in der Eifel erlebt hat.

17.10.2013 sport auto Powered by

Am 26. September klingelte mein Handy und eine nette Stimme vom Motor Presse Verlag teilte mir mit, dass ich in einem Preisausschreiben gewonnen hätte und am 11. Oktober mit Uwe Alzen eine Runde über die Nordschleife fahren kann.

Der Ordnung halber wurde nachgefragt, ob ich den Preis annehme. Ich musste genau eine Tausendstel Sekunde nachdenken, um meine Teilnahme zu bestätigen. Frage: Kann man jemandem, der selber jahrelang auf der Nordschleife mehr oder minder erfolgreich Rennwagen bewegt hat, eine Freude mit einer Taxifahrt machen? Eindeutige Antwort: Man kann!

Nordschleifen-Karriere mit Pausen

Mein erstes Rennen bin ich 1977 auf dem Nürburgring gefahren. Da war Uwe Alzen zehn Jahre alt. Die Rennerei wurde immer nur hobbymäßig betrieben. Man schaute oft neidisch zu den Profis rüber. Man müsste…, man könnte… usw. Auf diese Weise wird das nie etwas. Es folgte, was immer folgt: Studium, Familie, Beruf und 1.000 weitere Ausreden. Dazwischen gab es immer mal wieder eine Saison VLN, dann wurde wieder aufgehört.

1997 wurde eine Saison mit einem Supercup Carrera und 1998 mit einem BMW 325i absolviert, um dann endgültig dem Rennsport abzuschwören. "So einen Quatsch macht man in gesetztem Alter nicht mehr."

13 Jahre passierte nichts. Auf einmal und natürlich völlig gegen meinen Willen saß ich im Oktober 2010 wieder in einem Rennauto. Nach dieser langen Zeit wurde in totaler Selbstüberschätzung ein Porsche GT3 als "geeignetes" Gerät auserkoren. Ich glaube, so langsam wurde noch nie ein GT3 über die Nordschleife bewegt.

Es passierte was passieren muss, 2011 wurde eine komplette VLN-Saison einschließlich 24h Rennen auf einem Cup-Clio in Angriff genommen. Ab 2012 wechselte ich in den historischen Motorsport und fahre mit einem Alfa Romeo GTA am Langstreckenrennen. Es können sogar Klassensiege vermeldet werden.

Alzen mit unkomplizierte Herzlichkeit

Warum ist die Vorgeschichte wichtig: Nur so kann man nachvollziehen, was eine Runde mit Uwe Alzen bedeutet. Pünktlich um 14.00 Uhr traf ich mit meinem Begleiter am Nürburgring ein und wurde herzlich von dem Team empfangen. Da ich mich am Nürburgring sehr gut auskenne, waren die Formalitäten schnell erledigt.

Zu unserer großen Überraschung wurde angeboten, dass auch mein Begleiter eine Runde im Cup-Porsche mitfahren dürfte. Als auch er alle Formalitäten erledigt hatte, verließ ihn leider der Mut und, das werden jetzt nur wenige verstehen, er verzichtete auf eine Mitfahrt.

Das ganze Drumherum (Boxen, Vorbereitung der Autos, Hospitality) waren mir nicht unbekannt. Dennoch Hut ab vor dieser Professionalität. Hier bewegt man sich, im Vergleich zum Hobbyfahrer, doch in anderen Sphären. Die unkomplizierte Herzlichkeit aller Teammitglieder und auch die von Uwe Alzen beeindruckten uns sehr. Wir haben uns sehr wohl gefühlt.

Der Zeitpunkt der ersten Fahrt rückte näher und das Wetter wurde immer chaotischer. Regen, Regen, Regen… Bei mir zogen sich die Mundwinkel nach unten, da eine Fahrt im Regen sicherlich nicht so interessant werden würde, wie eine Runde bei trockener Strecke. Aber: So kann man sich irren!

Nordschleifen-Taxifahrt auf feuchter Bahn

16:00 Uhr, ich saß mit Uwe im Auto und harrte der Dinge die da kommen werden. Die Ampel schaltete auf Grün und es konnte losgehen. Uwe legte sofort los, als wäre der Teufel hinter ihm her. Die Reifen waren kalt, egal. Der Wagen schob über die Vorderräder, kam hinten quer, egal. Ich saß gespannt daneben und versuchte etwas zu lernen. Das kann man getrost vergessen. Hier gibt es nichts zu lernen!

Da fährt einer mit einer Fahrzeugbeherrschung, die man selber nie hatte und auch nie bekommen wird. Obwohl es extrem rutschig war, kam kein Gefühl der Unsicherheit auf. Bei den Überholmanövern fühlte ich mich in die Clio-Zeit versetzt. Wenn die Profis von hinten kamen hat man nur den Kopf eingezogen und sich möglichst in Luft aufgelöst. So müssen sich auch die Fahrer in den von uns überholten Fahrzeugen gefühlt haben.

In der Fuchsröhre bin ich mit dem Alfa Romeo etwas über 200 km/h schnell, halte kurz die Luft an und konzentriere mich auf die nächste Kurve. Uwe war auch etwas über 200 km/h schnell. Wo lag jetzt der Unterschied? Bei mir war es trocken und die Sonne schien. Bei Uwe regnete es in Strömen, es war glitschig und es fuhr auch noch der ein oder andere um uns herum.

Nach einer halben Runde fingen die Reifen langsam an, Grip zu bekommen. Jetzt wurde noch konsequenter zu Werke gegangen. Mir konnte das nur recht sein. Wo bekommt man sonst eine derartige Show geboten. Ich genoss es in vollen Zügen.

Allerdings kam bei mir so langsam die Frage auf, ob ich mir das richtige Hobby ausgesucht habe. Im direkten Vergleich zu Uwe kommt man sich als ziemlich kleines motorsportliches Licht vor. Das hat nichts mit dem Alter zu tun. Auch in jungen Jahren hatte ich nicht annähernd das notwendige Talent, um in diese Leistungsbereiche vorzustoßen.

Zweite Runde im sport auto-Paket

Die Runde war schnell zu Ende und ich stieg tief beeindruckt aus dem Fahrzeug. Ich habe mich fast so gefühlt, als hätte ich noch nie in einem Rennwagen gesessen. Der Zeitschrift sport auto und Uwe Alzen bin ich zu höchstem Dank verpflichtet.
 
Da mein Begleiter auf eine Mitfahrt verzichtete, wurde mir die Möglichkeit geboten, eine weitere Runde mit einem anderen Fahrer zu absolvieren. Auch diese Runde war beeindruckend. Es schmälert sicherlich nicht die Leistung wenn ich sage, im direkten Vergleich zu Uwe waren da schon Unterschiede.

Zu dem Paket gehörte eine Übernachtung im Dorint Hotel sowie die umfassende Betreuung durch das Team während des Trainings und des Rennens. Nach einigem Pech bei den letzten Veranstaltungen konnte diesmal nach einem sehr spannenden Rennverlauf mit dem 3. Platz wieder ein Erfolg eingefahren werden. Bei der Siegerehrung habe ich mich in Sicherheit gebracht, um nicht von der Sektdusche erwischt zu werden.

Fazit: Auf der Nürburgring Nordschleife werden viele Taxifahrten angeboten. Das kann man jedoch nicht mit dem hier Gebotenen vergleichen. Dafür und alles was noch dazu gehörte bedanken wir uns bei allen Beteiligten. Das war ein besonderes Erlebnis gerade und besonders für einen wie mich, der seit 36 Jahren Motorsport betreibt (bzw. glaubt, Motorsport zu betreiben).

Herzliche Grüße

Ralph-Gerald Schlüter

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