Volkswagen in China: Wie VW in China aufgestellt ist

Der Volkswagen-Konzern ist in China schon heute Marktführer - und will weiter massiv wachsen. Wie sich das auf Produktion, Absatz, Vertriebsnetz, Belegschaft und Investitionen auswirkt, das erzählt Landeschef Winfried Vahland im Gespräch mit auto motor und sport.

Den überraschend guten Absatzzahlen im ersten Quartal will der VW-Konzern sein Wachstum in China durch das Vorziehen von Markteinführungen und den Ausbau seiner Fertigung noch beschleunigen. "Wir sind derzeit ausverkauft und würden ohne Erweiterungen bald an die Kapazitätsgrenzen stoßen", sagte VW-China-Chef Winfried Vahland im Gespräch mit auto motor und sport.

"Wir haben unsere ursprüngliche Vorhersage korrigiert und erwarten ein stärkeres Pkw-Marktwachstum in China in 2010. Wir möchten mindestens mit dem Markt wachsen", betont Vahland. "In den nächsten Monaten werden wir die Markteinführungen von unseren Modellen beschleunigen. 2010 führen wir sieben neue Modelle ein, die vor Ort gefertigt werden. Davon haben wir in diesem Jahr bereits den Golf GTI und den Tiguan erfolgreich eingeführt. Das Angebot wird zusätzlich zu den sieben Modellen durch weitere emotionale Fahrzeuge bereichert, die wir 2010 importieren werden, wie zum Beispiel der neue Audi A8 oder Audi R8 Spyder."

VW will Fertigungskapazität weiter ausbauen
 
Zudem plant der Konzern Investitionen in Milliardenhöhe. "Zwischen 2010 und 2012 wird das Unternehmen insgesamt 4,4 Milliarden Euro in neue Produkte und den Ausbau der Fertigungskapazitäten in China investieren, die aus dem Cash Flow der chinesischen Joint-Venture-Gesellschaften finanziert werden", so Vahland. "In den Werken Nanjing und Chengdu soll die Produktion bis 2012 auf jeweils 300.000 bis 350.000 Einheiten erhöht werden." Parallel dazu soll auch das chinesische Händlernetz des Konzerns dynamisch wachsen. Aktuell habe der VW-Konzern 1.300 Händler in China und Hong Kong. Deren Zahl solle bis 2018 auf 2.000 steigen.
 
Der Konzern hatte im ersten Quartal mit knapp 456.000 Autos 60 Prozent mehr Fahrzeuge verkauft als vor einem Jahr. Die Marke VW legte um 53 Prozent zu, Audi verkaufte 77 Prozent mehr Fahrzeuge, Skoda schaffte ein Plus von 121 Prozent. 2009 hatte der VW-Konzern 1,4 Millionen Fahrzeuge in China verkauft, 2018 sollen es zwei Millionen werden. Dazu werden jährlich mindestens vier neue oder aktualisierte Modelle vorgestellt. Vahland: "China bleibt der größte Automobilmarkt für den VW-Konzern."

Besondere Modelle nur für China
 
Deswegen gibt es schon heute in China einige Modelle, die VW sonst nirgendwo auf der Welt verkauft - wie den VW Lavida, New Bora, Tiguan LWB (long wheel base), Passat New Lingyu, Polo Sedan, Jetta A2, Santana, Santana Vista. Bei Audi sind es die Langeversionen von A4 und A6 L.
 
Zu den Besonderheiten des China-Geschäftes von Volkswagen gehören auch weltweit exklusive "Volkswagen Phaeton Customization" Zentren in Peking, Shenzhen und Chengdu. Dort können die Phaeton-Kunden ihren Wagen individuell konfigurieren und bestellen. "In Zukunft sind Zentren in weiteren Städten geplant", sagt Valhand gegenüber auto-motor-und-sport.de.
 
Der Volkswagen Konzern hat in China gemeinsam mit seinen Joint-Ventures Partnern rund 38.300 Beschäftigte. "Aufgrund unseres Wachstums in China, werden wir die Belegschaft kontinuierlich der steigenden Nachfrage nach unseren Modellen anpassen", so Vahland. "Unser Ziel dabei ist es, der beste Arbeitgeber in China zu werden."

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