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Volkswagen sucht neue Werke

Foto: VW

VW-Produktionsvorstand Jochem Heizmann spricht im Interview mit auto-motor-und-sport-Redakteur Harald Hamprecht über die Produktionspläne in den USA, China und der Asia-Pazifik-Region.

08.10.2008 Harald Hamprecht

Herr Heizmann, momentan verfügen Sie weltweit über 50 Werke. Werden die ausreichen, um Ihren Jahresabsatz bis 2010 von sechs auf acht Millionen Einheiten auszubauen?
Heizmann: In der Zahl 50 sind unsere Werke in Indien und den USA noch nicht enthalten, die kommendes Jahr bzw. Ende 2010 ihren Betrieb aufnehmen. Mit diesen beiden zusätzlichen Standorten sowie unseren geplanten Produktivitätszuwächsen sind wir in den kommenden Jahren gut aufgestellt.

Apropos USA: Wird Audi hier eine Einzellösung gehen, statt mit in das geplante VW-Werk zu gehen?
Heizmann : Mit der Entscheidung für das Volkswagen-Werk in Chattanooga, Tennessee, haben wir auch die konzeptionelle Grundvoraussetzung geschaffen, Fahrzeuge anderer Konzernmarken zu integrieren und unsere Kapazitäten damit zu steigern.

Auf welche Höhe?
Heizmann : Wir starten in den USA mit einer Kapazität von 150.000 Einheiten jährlich. Strukturell ist diese Fabrik auf 250.000 bis 300.000 Einheiten ausbaubar.

Inklusive Audi?
Heizmann : Audi muss nun erst einmal entscheiden, welches die geeigneten Produkte für eine US-Produktion sind. Grundsätzlich steht dafür Chattanooga zur Verfügung.

Die Entscheidung dafür sollte längst gefallen sein. Gibt es einen neuen Termin?
Heizmann : Nein, es gibt keinen festen Termin. Wichtig ist, zunächst ein rundes Konzept auf die Beine zu stellen. Das beinhaltet übrigens auch den Punkt, dass eine wirtschaftliche Produktion nur mit ausreichend hohem local content aus Nordamerika zu erreichen ist.

Wie hoch soll der sein?
Heizmann : Wir arbeiten in Richtung 80 Prozent local content. Stufenweise. Mittelfristig werden wir aber auch Aggregate, sprich den Motor und das Getriebe, lokalisieren und im Dollarraum sourcen.

Welche Standorte kommen für ein solches US-Komponentenwerk in Frage?
Heizmann : Wir sind hier noch in der Analysephase und haben deshalb auch noch keine Präferenzen. Wir sollten auch nicht den zweiten Schritt vor dem Ersten tun. Deshalb gilt unser Hauptaugenmerk derzeit dem Werk Chattanooga.

Reichen Ihnen Ihre Produktionskapazitäten in China?
Heizmann : Wir verfügen in China derzeit über fünf Standorte mit teilweise mehreren Werken in der Volksrepublik: Wir haben zwei Fahrzeugwerke und zwei Aggregatewerke in Changchun im Norden. SVW im Raum Shanghai verfügt über drei Fahrzeugwerke und vier Aggregatewerke, die räumlich getrennt sind. Hinzu kommen die Standorte Chengdu und Nanjing sowie unser Aggregatestandort in Dalian. Zwei dieser Fahrzeugwerke wollen wir deutlich ausbauen: Einerseits Chengdu als Werk für den FAW-VW-Konzern, wo im Moment der Jetta in einer ergänzenden Montage läuft. Zudem noch unser SVW Werk in Nanjing, wo wir derzeit den Santana Vista fertigen. Dieser Prozess läuft synchron zur Marktentwicklung, um in China unsere Marktanteilsziele erreichen zu können.

Wie steht es um das angedachte Werk in Thailand?
Heizmann : Hier gibt es zur Zeit nur Untersuchungen, aber noch keine Entscheidung. Wir sind auch nicht auf Thailand fixiert. Uns ist wichtig, die Wirtschaftlichkeit eines Produktionsstandortes im ASEAN-Bereich generell zu prüfen.

Wie laufen die Gespräche mit Proton in Malaysia?
Heizmann : Das ist aktuell kein Thema mehr. Wir untersuchen weiterhin die gesamte ASEAN-Region und schauen, was Sinn machen kann. Das Thema ist nicht einfach, weil jedes Land in der ASEAN-Region eigene Produkt-Schwerpunkte hat und eine starke Abschottung etwa über Zölle betreibt. Wir würden hier eine Lockerung der Schranken innerhalb eines Wirtschaftsverbundes ASEAN sehr begrüßen.

Bis wann müssen Sie in der Region ein Werk gefunden haben?
Heizmann : Hier steht kein festes Timing. Das Werk ist auch nur ein Teil eines Gesamtkonzeptes - der richtigen Produkte, der richtigen Preis- und Kostenposition, eines stimmigen Vertriebskonzeptes und dann auch eines wirtschaftlichen Standortes mit den nötigen Lieferantenstrukturen.

Abschlussfrage: Wie stark wollen Sie Ihre Produktivität Ihrer bestehenden Werke verbessern?
Heizmann : Unser Ziel ist eine jährliche Produktivitätssteigerung von mindestens zehn Prozent.

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