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Volkswagen und Porsche

Partner planen "Ehe light"

Foto: dpa

Nach dem Rückschlag für die gewünschte Fusion von Volkswagen und Porsche setzen die zwei Autobauer nun auf Plan B. Demnach könnte VW von Ende 2012 an seine Kaufrechte einlösen und die Porsche AG - also nur das operative Sportwagengeschäft des Porsche-Konzerns - komplett unter sein Dach holen, wie Porsche-Chef Matthias Müller am Dienstag auf der Automesse IAA in Frankfurt sagte.

13.09.2011 dpa

Die milliardenschweren Altlasten der Porsche-Dachholding, der Porsche SE, blieben dabei außen vor. Sie hatten den ursprünglichen Plan für eine komplette Fusion der beiden Seiten jüngst platzen lassen.
 
Nun sei das Einlösen der Kaufrechte für VW - und damit Plan B - der wahrscheinlichste Weg, sagte Müller. Vereinbarungen wie diese heißen in der Branche "Put-/Call". Müller sagte: "Ich gehe jetzt davon aus, dass diese Put-/Call-Option zum Tragen kommt." Auch VW-Chef Martin Winterkorn sagte, dass diese Option nun Rückenwind habe: "Gehen Sie davon aus: Es wird gut werden."

Diese Optionsverträge legen fest, innerhalb welcher Fristen die Partner ihre Anteile zu welchem Preis übertragen können. Dabei unterscheidet man zwischen dem Recht, Vermögenswerte abzugeben ("Put"-Option), und dem Recht, sie endgültig zu übernehmen ("Call"-Option). Für VW öffnet sich das Kauffenster Ende 2012. Die Wolfsburger besitzen bereits 49,9 Prozent der Porsche AG und hatten dafür seinerzeit rund 3,9 Milliarden Euro gezahlt.
 
Hintergrund der schwierigen Partnerschaft ist der gescheiterte Versuch von Porsche, VW zu übernehmen - dabei hatten sich die Schwaben kräftig verhoben und in ihrer Dachholding 11,4 Milliarden Euro Schulden aufgetürmt. Inzwischen herrscht Friede und die beiden Seiten wollen einen "integrierten Automobilkonzern" mit Porsche als zehnter Marke unter VW-Dach gründen. Doch juristische Streitigkeiten in den USA sowie in Deutschland und die damit verbundenen milliardenhohen Prozessrisiken ließen VW vom heiklen Plan A abrücken.
 
Doch auch Plan B hat einen Haken: Diese Variante wäre erst ab Mitte 2014 steuerfrei. Müller sagte dazu: "Aber es ist ja nicht so, dass wir keine Steuern zahlen wollen. So soll das bitte nicht verstanden werden. Es gibt ein Zeitfenster zwischen 2012 und 2014."
 
Details zur möglichen Dauer für die Umsetzung der Entscheidung ließ der Vorstandsvorsitzende offen. "Dieser Zeitplan - es ist ja auch nicht so, dass man da mit dem Finger schnippt und sagt: "Das machen wir jetzt morgen." Sondern das ist ja eine Kette von Ereignissen, die dort als Vorleistung erbracht werden muss." Auch eine spätere Umsetzung der Fusion, also Plan A, ist nicht vom Tisch. Wenn die Prozessrisiken ausgestanden sind, kann es dazu noch kommen.

Einsparmöglichkeiten bereits ausgelotet

Müller zufolge ist der Löwenanteil der Einsparmöglichkeiten für eine engere Zusammenarbeit der beiden Partner schon identifiziert. Porsche und VW hatten diese Synergien - etwa in gemeinsamen Einkauf oder gemeinsamer Verwaltung - mit 700 Millionen Euro beziffert. Sechs Siebtel davon, also 600 Millionen, seien schon ausgemacht. Die übrigen 100 Millionen würden "in den nächsten Monaten" festgelegt, sagte Müller. Tatsächlich gespart werde dann vom nächsten Jahr an.
 
"Ich denke, dass das Ziel im Verlaufe des Jahres 2012 erfüllt wird. Ich gehe auch davon aus - aufgrund der positiven Erfahrungen, die wir im Umgang miteinander gemacht haben - dass wir auch noch über diese 700 Millionen hinauskommen", sagte der Porsche-Vorstandschef.
 
Die Schwaben und die Niedersachsen sind schon eng verbandelt und arbeiten in der Praxis längst an vielen Stellen zusammen. So hält die Porsche SE nicht nur die Mehrheit an der Porsche AG, sondern inzwischen auch eine Beteiligung von gut 50 Prozent an der Volkswagen AG. Beide Seiten haben auch gemeinsame Wurzeln: Ferdinand Porsche brachte den VW Käfer zu Serienreife, mit dem VW zu Weltruhm gelang.

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