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Vollautomatische Fahrt zur Parklücke

Ein E-Golf, der zum Parken um die Ecke fährt

Autonom Parken, VW E-Golf V-Charge, Parkassistent Foto: Arturo Rivas 7 Bilder

Zum Bahnhof oder Flughafen fahren, aussteigen, und das Auto sucht sich seinen Stellplatz selbst - das kann bald schon Realität sein, wie VW-Forscher mit einem E-Golf demonstrieren.

25.06.2015 Peter Wolkenstein

Neulich vor einem Forschungsgebäude von Volkswagen in Wolfsburg: Ein scheinbar herrenloser E-Golf rollt lautlos in Schrittgeschwindigkeit über das Gelände, ohne dass ein Fahrer am Steuer sitzt. Fußgänger kreuzen seinen Weg, Fahrradfahrer kommen ihm entgegen, aber der Elektro-Golf lässt sich davon nicht irritieren.

Er bleibt rechtzeitig stehen, wartet, bis die Straße wieder frei ist und setzt seinen Weg fort. Das Ziel: eine freie Lücke auf dem großen, mehrere hundert Meter entfernt liegenden Parkplatz, in die er sauber hinein rangiert - fertig.  

Ziel: Keine Zeit mehr im Parkhaus vergeuden

Was wie nach Fernsteuerung von Zauberhand aussieht, ist das Ergebnis des EU-Forschungsprojekts V-Charge. Damit will Volkswagen unter der Federführung der ETH Zürich zusammen mit weiteren Universitäten und Bosch nicht nur die Parkplatzsuche, sondern auch das Aufladen von Elektroautos automatisieren. In einem ersten Schritt soll dies in definierten Zonen von Parkhäusern funktionieren. Vorteil für den Fahrer: Er spart sich die zeitraubende Suche nach einer freien Lücke, und bei einem E-Auto ist der Akku bei seiner Rückkehr geladen.

Dazu lässt er sein Auto einfach vor dem Parkhaus stehen und bestellt per Smartphone-App einen Parkplatz. Der Betreiber stellt nun dem Auto per Car-to-X-Technologie eine digitale Karte des Parkhauses zur Verfügung und weist ihm eine freie Lücke zu. Anschließend rollt das Auto ohne Fahrer Richtung Stellplatz, navigiert dabei per Karte statt GPS - das würde in Tiefgaragen nicht funktionieren. Eine weitere technische Aufrüstung der Parkgarage ist nicht nötig.

Der E-Golf-Versuchsträger braucht zur Orientierung zwar eine umfangreiche Sensorik, doch alle dafür nötigen Elemente kommen heute schon für verschiedene Zwecke im Serienauto zum Einsatz. Über zwölf Ultraschallsensoren sowie vier Fischaugen- und zwei 3D-Kameras erfasst der Versuchsträger seine Umgebung.

Zwischendurch zum Akkuladen umparken

Falls die zugewiesene Lücke mittlerweile besetzt ist - der Golf darf sich zusammen mit anderen, konventionell gesteuer-
ten Autos im sogenannten Mischverkehr bewegen -, kommuniziert er erneut mit dem Parkhaus und erhält einen anderen freien Platz.

Dadurch kann der E-Golf auch auf einen Platz mit automatischer Ladeeinrichtung wechseln, sobald einer frei ist, und diesen wieder räumen, wenn der gewünschte Ladezustand des Akkus erreicht ist - vorgewählt per Smartphone. Umgekehrt funktioniert das ebenfalls, das Auto holt seinen Fahrer auch wieder an der Parkhaus-Ausfahrt ab.

Und wann werden das die ersten Serienautos können? Noch in diesem Jahrzehnt, so die Prognose der VW-Forscher.

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