Volvo: 35.000 Zulassungen für 2008 in Sicht

Dank neuer Modelle, wie dem XC60, blickt Volvo Deutschland-Chef Thomas Viehweg optimistisch in die Zukunft. Im Gespräch mit auto motor und sport zeigt der Geschäftsführer die Perspektiven der schwedischen Marke.

Herr Viehweg, das Produkt-Highlight des Jahres wird der neue Volvo XC60. Welche Hoffnung setzen Sie auf diesen Modellzuwachs?
Viehweg: Weltweit wollen wir vom Volvo XC60 mehr als 50.000 Einheiten verkaufen. In Deutschland erwarte ich mehr als 5.000 im vollen Verkaufsjahr. Da wir unsere dann zehnte Baureihe erst zum Jahresende, um genau zu sein Ende November 2008, in den Handel bringen, rechne ich in diesem Kalenderjahr noch mit 1.000 Verkäufen.

Geht das auf Kosten anderer Modelle - oder werden Sie auch Ihren Gesamtabsatz steigern können?
Viehweg: 2008 wird für uns das Jahr der Konsolidierung. Ich rechne mit über 35.000 Neuzulassungen - das wäre ein spürbares Plus zu 2007. 2009 wird dann - dank der vollen Verfügbarkeit des Volvo XC 60 - unser Jahr des Wachstums. Beim Volvo XC60 erwarten wir übrigens eine Eroberungsrate von 70 Prozent. Das Auto ist wie geschaffen für Familien, die bisher deutsche Premiummarken bevorzugt haben, sowie für Frauen, für die solche Fahrzeuge einen besonderen Appeal haben. Der Volvo XC60 hat das Potenzial, für uns ein ganz Großer zu werden.

Wann werden Sie die magische Marke von 50.000 Neuzulassungen in Deutschland durchbrechen?
Viehweg: Diese Zahl erwarte ich dann, wenn wir weltweit 600.000 Volvo verkaufen. Wann das passiert, müssen Sie unser Mutterhaus in Schweden fragen, sie haben die weltweite Marktkenntnis und können das am besten abschätzen. 1998 hatten wir bundesweit jedenfalls schon einmal rund 42.300 Einheiten. Und das stimmt uns zuversichtlich.

Welche neuen Produkte dürfen wir nach dem Volvo XC60 erwarten?
Viehweg: Seit 2006 haben wir - mit Ausnahme des 2001 eingeführten Volvo S60 - unsere komplette Modellpalette überarbeitet bzw. erneuert. Es liegt deshalb nahe, dass wir in absehbarer Zeit ein Konzept des Volvo S60 Nachfolgers zeigen, das Produktionsfahrzeug noch in diesem Jahrzehnt. Bis dahin werden wir unseren Kunden noch einige Neuerungen im Antriebsbereich präsentieren. Stichwort Downsizing, Doppelkupplungsgetriebe, FlexFuel und Mild Hybrid.

Wie verteilt sich Ihr Absatz bisher auf die verschiedenen Modellreihen?
Viehweg: Der Volvo V50 macht gut 22 Prozent des Absatzes aus, der Volvo V70 ist unsere zweitstärkste Säule mit 21 Prozent, gefolgt vom Volvo XC90 mit 17 Prozent und dem Volvo C30 in etwa gleicher Größenordnung. Hier muss ich einräumen, dass wir uns ursprünglich von unserem Einstiegsmodell größere Volumina erhofft hatten. Die Verkäufe des Volvo C30 sind jetzt aber stabil.

Wird mit Ihrem Absatz auch Ihr Händlernetz wachsen?
Viehweg: Derzeit besteht unser Händlernetz aus 323 Standorten mit 172 Eigentümern. Ich sehe nur noch 20 so genannte weiße Flecken auf unserer Deutschland-Karte, die wir mit Standorten besetzen wollen. Bis wann das passieren wird, hängt aber auch von der Marktentwicklung ab. Unsere klare Devise ist hierbei, dass wir auf bestehende Vertragspartner bevorzugt zurück greifen.

Wie steht es um die Profitabilität der Volvo Handelsbetriebe in Deutschland?
Viehweg: Die Umsatzrendite im Handel lag 2007 knapp unter null Prozent, nach plus 0,5 Prozent im Jahr zuvor. Für 2008 erwarte ich wieder die 0,5 Prozent, die wir schon 2006 erzielt haben. Das ist natürlich nicht genug und muss sich steigern.

Wie verteilt sich Ihr Absatz auf die verschiedenen Vertriebskanäle?
Viehweg: 38 Prozent unseres Absatzes machen wir mit Privatkunden, rund 42 Prozent mit Flottenkunden und den Rest mit Vermietern. Eigenzulassungen gibt es bei uns nicht. Dem rechtlich selbständigen Händler können wir natürlich nichts vorschreiben. An diesen Relationen wird sich auch 2008 nichts wesentliches verändern, ich gehe eher davon aus, dass wir bei rund 35 Prozent Privat- und 50 Prozent Flotten-Kunden-Anteil landen werden.

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