"Es ist ziemlich einzigartig, dass auch die Premiummarken unter der Krise leiden. Die Branche ist in allen Segmenten unter Beschuss."
Trend zum kleineren Modell
Das bisherige Verkaufsziel von 600.000 nannte Odell sehr ambitioniert. "Wir liegen heute näher an 400.000." Die 600.000 seien zu erreichen, das sei aber eine Frage der Zeit. "Die Welt ändert sich gerade dramatisch." Für alle Hersteller gebe es einen Trend zum kleineren Modell, "aber mit mehr Angebot im Fahrzeug". Volvo sei in seinen Segmenten ein besonders "grüner" Anbieter und die Verbraucher forderten mehr Sicherheit; das könne Volvo langfristig nutzen.
Volvo sei wegen der Bankenkrise in keiner Finanzquelle, sagte Odell. Der Mutterkonzern Ford sei derzeit sehr liquide. Odell bestritt, dass Ford an den Verkauf der Premium-Tochter gedacht habe. "Volvo ist Teil von Ford", sagte er. "Die Leute sagen, was sie wollen. Meine Aufgabe ist es, Volvo zu nachhaltiger Rentabilität zu verhelfen." Derzeit würden die Kosten durchforstet. In einem Monat solle eine Einschätzung vorliegen und er sei bereits mit den Gewerkschaften in Kontakt, sagte Odell, der erst am Mittwoch seine Stelle angetreten hatte.
Elektroautos nur langfristig eine Alternative
Außerdem müsse Volvo das richtige Produktprogramm anbieten. Elektrofahrzeuge seien nur sehr langfristig eine Alternative. "Hybridantriebe sind ein Schritt zu dieser Lösung."
Regional sieht sich Volvo in einigen neuen Märkten gut aufgestellt. So halte Volvo in Russland mit einem Absatz von 30.000 Fahrzeugen den größten Marktanteil von allen Premium-Anbietern. In China würden dieses Jahr 13.000 bis 14.000 Fahrzeuge abgesetzt. Deutschland sei als Heimat von Mercedes, Audi, BMW und Porsche dagegen ein harter Markt für Premiumanbieter. Der Heimatmarkt Schweden sei mit einem hohen Marktanteil von 20 Prozent ein Sonderfall. "In den USA müssen wir sicherlich den Dieselmarkt im Auge behalten."
Mehr über:
Volvo



