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Neuer Lynk & Co 01 (2017) von Geely

Chinesische Volvo-Mutter startet in Europa

Lynk & Co 01 Foto: Lynk & Co 26 Bilder

Der chinesische Autobauer Geely drängt auf den europäischen Markt, und zwar schon 2017. Dazu hat der Volvo-Mutterkonzern jetzt eigens die Marke Lynk & Co gegründet, die jährlich rund 500.000 Fahrzeuge absetzen soll.

26.10.2016 Uli Baumann, Jens Dralle 5 Kommentare Powered by

Auch Lynk & Co geht wie viele chinesische Marken zuvor mit großen Ambitionen an den Start. Neue Modelle, neue Technologien und neue Dienstleistung rund um die Mobiliät sollen den Lynk-Start begleiten. Los geht es mit dem Modell Lynk & Co 01, einem kompakt gezeichneten SUV. Dann soll mit den Modellen 02, 03 und so weiter eine ganze Prduktfamilie aufgebaut werden. Man will Vollsortimenter werden.

Plug-in-Hybrid-SUV mit Volvo-Technik

Das Lynk & Co 01, der bereits 2017 auf den Markt kommen soll, wird ein SUV mit Plug-in-Hybridantrieb. Der Kompakt-SUV baut auf der gemeinsam mit Volvo entwickelten CMA-Plattform (Common Modular Architecture) auf, die bei Volvo erst ab 2018 mit dem neuen XC40 zum Einsatz kommen wird. Einen Ausblick gaben schon die Conceptcars Volvo 40.1 und 40.2. Das Design entspricht weitestgehend europäischem Geschmack.

Zentraler Bestandteil der Bedienphilosophie ist das Smartphone. Dazu setzen die Chinesen auf Vernetzung und personalisierte Services.

Lynk & Co 01Foto: Lynk & Co
Lynk & Co setzt auf die gemeinsam von Geely und Volvo entwickelte CMA-Plattform.

Den Antrieb übernehmen zunächst zwei Benzin- und ein Dieseltriebwerk mit einem Leistungsspektrum von 150 bis 197 PS. Der Dreizylinder-Benziner soll 180 PS leisten, der Zweiliter-Vierzylinder 197 PS. Dazu kommtein Turbo-Dreizylinder-Benziner in Kombination mit einem Elektromotor. Geschaltet wird per Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe oder manueller Schaltbox.

Auch in Sachen Sicherheit sollen die Lynk-Modelle von den technisch verwandten Volvo-Modellen profitieren. Die Chinesen sprechen von Bestwerten bei internationalen Crashtests. Zur Sicherheitsausstattung zählen unter anderem ein Notbremssystem mit Fußgängerkennung, ein Kollisionswarner, ein adaptiver Tempomat, Tot-Winkel-Assistent, Spuverlassenswarnung sowie weitere Assistenten.

Neue Wege wollen die Chinesen auch beim Vertrieb gehen. Auf ein klassisches Händlernetzwerk wird verzichtet, der Verkauf erfolgt über Online-Plattformen. Ausgeliefert wird direkt an den Kunden. Der neue Vertriebsweg soll deutlich Kosten sparen, die dem Fahrzeugkäufer zugute kommen sollen. Lynk verspricht äußerst konkurrenzfähige Preise, die nicht weiter durch aufpreispflichtige Optionen verwässert werden sollen, denn es wird keine Aufpreislisten geben. Die werkseitigen Ausstattungen sollen die Kunden vollauf zufrieden stellen.

Gefertigt werden sollen die Lynk & Co-Modelle in China am Standort Thaizhou. In China werden die Lynk-Modelle auch 2017 starten. Dann folgen Märkte in Europa und die USA.

Lynk & Co 01Foto: Lynk & Co
Luxuriös gezeichnetes Cockpit.

Zehn Dinge, die uns an Lynk & Co aufgefallen sind

1. Der Name: Er soll die Verbindung (Link) der Marke zur Zukunft, zum Kunden, zur Welt drumherum ausdrücken. Da viele der Attribute, die das Management gerne über die Marke transportieren möchte, im Englischen mit „co“ beginnen, entstand der eigenwillige Zusatz. Auf dem Lenkrad allerdings steht nur Lynk.

2. Das Produkt: Eigentlich ein ziemlich konventionelles Fahrzeug, kein revolutionäres, das beispielsweise von vorneherein und ausschließlich als Elektro-SUV konzipiert wurde. Klar, Lynk möchte sich mit dem Design vom Wettbewerb abheben. Und dem Preis. Und dem Vertriebskonzept.

3. Der Preis: Der Hersteller sagt noch nichts Konkretes. Markenchef Alain Visser umschreibt es wie folgt: „Wenn Sie so wollen, ist es ein Audi zum VW-Preis“. Das bedeutet: Lynk verspricht Premium-Technologie zu Preisen eines Volumenhersteller.

4. Das Vertriebskonzept: Eigentlich will Lynk kein Netz von Vertragshändlern aufbauen, sondern die Autos über das Internet vertreiben – andererseits aber doch etwa 100 Hersteller-eigne Verkaufspunkte in Deutschland eröffnen.

5. Der Service: Lynk kündigt an, das Fahrzeug zur Inspektion beim Kunden abzuholen und wieder zurückzubringen. Kostenlos. „Das könnten die Volvo-Händler übernehmen, um ihre Werkstätten auszulasten“, sagt Visser. Die Garantie soll mindestens fünf Jahre oder 150.000 Kilometer umfassen.

6. Die Partnerschaft mit Volvo: Lynk gehört zur chinesischen Geely Auto Group – ebenso wie Volvo. Die Tochtergesellschaft China Euro Vehicle Technology (CEVT) mit Sitz in Göteborg ist für die Technik verantwortlich. Allein in der Zentrale sind 1.500 Mitarbeiter aus 20 Nationen beschäftigt. Lynk geht sehr offensiv mit der schwedischen Verwandtschaft um, Volvo-CEO Hakan Samuelsson wünschte bei der Präsentation seinen Kollegen viel Erfolg. Eine gewisse Kannibalisierung kalkuliert das Management offenbar ein.

7. Die Technik: Entsprechend dem Fahrzeugkonzept, also eher konventionell. Der schlicht 01 genannte SUV startet zunächst mit zwei Benzin- und einem Dieseltriebwerk. Der Dreizylinder-Benziner soll 180 PS leisten, der Zweiliter-Vierzylinder 197 PS, entwickelt mit 330 statt 265 Nm aber deutlich mehr Drehmoment. Der Selbstzünder leistet 150 PS und 320 Nm und soll mit 4,9 L/100 km auskommen. Noch sparsamer: Der Plug-In-Hybrid, der den Dreizylinder-Turbobenziner mit einem 55 kW starken Elektromotor kombiniert.

8. Die Sonderausstattungen: Es gibt keine. Stattdessen gibt es vier Ausstattungslinien mit festen Umfängen, um die Produktionslogistik und somit die Kosten niedrig zu halten. Dennoch verspricht Lynk eine hohe Individualisierung – durch die Integration des Smartphones.

9. Die Konnektivität: Ein Lynk-Kunde soll nicht einfach sein Smartphone mit dem Auto verbinden, sondern über das Smartphone das Auto mit der Hersteller-eigenen Cloud. Außerdem lädt Lynk jeden ein, eine neue App für das Auto zu kreieren. Was das genau bedeutet? Dazu gibt es keine konkreten Angaben. Dass der SUV weiß, wo der nächste freie Parkplatz oder der billigste Kraftstoff zu finden ist, klingt jedenfalls nicht besonders spektakulär.

10. Das Selbstbewusstsein: Natürlich muss ein Hersteller davon überzeugt sein, was er tut. Das Versprechen jedoch, Produkte anzubieten, die schwedische Sicherheitstechnologie mit dem Federungskomfort und dem Handling deutscher Fahrzeuge sowie noch nie dagewesener Konnektiviät anzubieten, würde selbst dann noch sehr ambitioniert wirken, käme es von Volvo. Obwohl: Das tut es ja eigentlich auch. Irgendwie.

Lynk-Modelle vor allem vermieten

Zum Thema Absatz nannte die neue Automarke Lynk & Co folgende Ziele. „Wenn wir mit einem umfangreichen Fahrzeugangebot auf allen wichtigen Märkten der Welt vertreten sind, sollten wir in der Lage sein, pro Jahr rund 500.000 Autos abzusetzen“, sagte Geely-Vertriebschef Alain Visser auto motor und sport. Das werde schon bald nach dem Start der Marke sein, die 2017 in China auf den Markt kommt und 2018 in Deutschland eingeführt wird. Die Marke von 500.000 verkauften Autos werde Lynk & Co „rund vier Jahre nach dem Start der Marke, also 2021“ erreichen, so Visser.

Die neuen Autos könne man zwar auch kaufen, vor allem wolle Geely die Autos der neuen Marke Lynk & Co vor allem vermieten. „Zunächst einmal kommunizieren wir statt eines Barpreises eine Nutzungsgebühr – ähnlich wie beim Smartphone. Sie zahlen also zwei Jahre lang monatliche Raten und tauschen dann Ihr Auto gegen ein Neues ein, sind also immer up to date.“ Wer ein Modell 01 nicht nur im Internet anklicken, sondern auch mal anschauen und fahren will, der soll in den Innenstädten und Einkaufszentren bundesweit rund 100Verkaufspunkte finden. Ein richtiges Händlernetz mit Werkstätten wird es nicht geben. Reparaturen sollen Volvo-Händler übernehmen.

Mit welchen Antriebsvarianten Lynk & Co Ende 2018 in Deutschland starten wird, steht noch nicht fest. „Es ist gut möglich, dass wir den 01, wenn der Ende 2018 in Europa startet, ausschließlich als Hybridmodell anbieten“, so Visser. „In China bringen wir zuerst konventionelle Antriebe.“ Auch eine Elektrovariante des 01 ist geplant. Wie weit kann die fahren? „Wir haben für die Elektrovariante ein Reichweitenziel, das liegt bei mindestens 350 Kilometern. Ich bin mir auch nicht sicher, ob sich der Markt für rein batteriebetriebene Fahrzeuge innerhalb der nächsten zwei Jahre aus seiner derzeitigen Nische herausentwickeln kann.“

Neuester Kommentar

auch wenn teile der plattform, oder des konzeptes eventuell von Ford übernommen worden wären, wäre es weder was komisches, noch verwerfliches, man muss nicht immer alles unbedingt anders machen, wie Sie sehen können, alle hersteller kommen in fast alle bereiche auf fast diesselbe lösungen.
oder darf Volvo auch nicht diesselbe schrauben verwenden, die auch Ford nutzte?
auf der andere seite, wenn man irgendwas neues machen will, hat es oftmals mehr sinn vom null anzufangen, anstatt sich an vorgegebene technik orientieren zu müssen.
da die SPA von Volvo schon da ist, ist es kein komischer zufall das die daraus entwickelte CMA gleich danach kommt.
die zwei Volvo-plattformen sind auch etwas besonderes, weil bisher niemand es gewagt hat, nur vierzylinder zu verwenden, aber in verschiedene hybrisierungsgraden, ich glaube kaum das Ford sich dasselbe erlauben könnte.
und keine angst, Geely kennt hier kaum jemand, aber sie haben reichlich geld und sie haben viel in Volvo investiert, genug für eine völlig neue plattform.
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freut mich wieder etwas interessantes im sachen design zu sehen.
klar, es gibt keinen einzigen teil oder idee an diesem auto, das nicht schon mal woanders gesehen worden wäre, man braucht nicht einmal danach zu suchen...
aber es ist alles sehr geschmacksvoll, und doch ziemlich eigenständig gemixt, witzigerweise passt auch hier "besser gut geklaut, als schlecht neu gemacht".
und es freut mich das auch hier wieder verschiedenfarbige metall- (oder danach aussehende) teile verwendung finden, ich frage mich schon lange wieso das nicht gemacht wird, ausser von wenigen tuner.
also, ich freue mich jetzt, bevor das ganze ausufert...

naja... 21. Oktober 2016, 14:04 Uhr
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