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Volvo-Verkauf

Ford verhandelt bevorzugt mit Geely

Foto: Volvo 10 Bilder

Beim geplanten Verkauf des schwedischen Autobauers Volvo hat der chinesische Hersteller Geely nun offiziell die besten Karten. Die amerikanische Volvo-Mutterkonzern Ford wählte die Chinesen zum bevorzugten Bieter bei den weiteren Verhandlungen aus.

28.10.2009

Eine Entscheidung sei aber noch nicht getroffen, teilte Ford am Mittwoch (28.10.) am Sitz in Dearborn (Michigan) mit. Jetzt würden detaillierte Verhandlungen geführt. "Wir haben keine bestimmte Frist für den Abschluss der Gespräche", sagte Ford-Finanzchef Lewis Booth. Er war zur Erläuterung der Pläne mit Geely eigens zum Volvo-Hauptsitz nach Göteborg gereist.

Schwedische Gewerkschaften hatten einen möglichen Verkauf an den chinesischen Autobauer stets scharf kritisiert. Ford kämpft mit Milliardenverlusten und hatte Volvo daher schon vor gut einem Jahr zum Verkauf gestellt.

Konzernchef Li Shufu antwortete mit der Ankündigung, Geely werde Volvo nach einer Einigung als selbstständige Einheit mit Zentrale in Göteborg und selbstständigem Management führen. Als wahrscheinlicher Zeitpunkt für die Bekanntgabe des Verkaufs gilt der kommende Montag, wenn Ford seine Zwischenbilanz nach dem dritten Quartal vorlegt.

Neben Geely hatten im Sommer ein US-Konsortium "Crown" sowie ein unter dem Namen "Jakob" firmierendes Schweden-Konsortium Kaufinteresse angemeldet. Booth erklärte: "Wir meinen, dass Geely das nötige Potenzial als künftiger Volvo-Eigner hat, um das Unternehmen weiterzubringen und gleichzeitig dessen Unabhängigkeit als schwedische Marke zu bewahren."

Ford will keine Volvo-Anteile behalten

Ford teilte erstmals mit, dass die bisherige Mutter bei einem Verkauf keine Anteile an Volvo behalten will. Der derzeitige Chef bei dem schwedischen Autobauer, Stephen Odell, sagte zu dem Bescheid aus den USA: "Wir begrüßen das als positiven Schritt nach vorn." Sprecher der schwedischen Metall-Gewerkschaft äußerten sich zurückhaltend oder skeptisch. Geely gilt als außerhalb Chinas kaum aktiv und technologisch wenig profiliert.
 
Der chinesische Konzern veröffentlichte am Hauptsitz Hangzhou eine Erklärung, wonach Volvo bei einer Übernahme als selbstständige schwedische Automarke mit Hauptsitz in Göteborg weitergeführt werden soll. Zudem hieß es, die bisherige Volvo-Produktion (in Schweden und
Belgien) sowie alle Aktivitäten bei Forschung und Entwicklung würden ebenso unverändert erhalten bleiben wie Tarifverträge und Händlernetze. Über die Unternehmensstrategie solle ein unabhängiges Management in Göteborg entscheiden.
 
Neu öffnen werde sich für Volvo der Zugang zum "chinesischen Automarkt mit seinen enormen Möglichkeiten". Die Finanzierung einer möglichen Übernahme von Ford sei auch durch chinesische Banken gesichert. Konzernchef Li Shufu meinte: "Dies ist ein wichtiger strategischer Schritt für Geely."
 
Ford kämpft mit Milliardenverlusten und hatte Volvo im letzten Dezember zum Verkauf gestellt. Die Höhe des chinesischen Angebotes wurde nicht mitgeteilt. Im Frühjahr verlautete inoffiziell aus den USA, dass Ford von einem Preis zwischen einer und zwei Milliarden Dollar (677 Mio bis 1,4 Mrd Euro) ausgehe. Die Auftrags- und Ertragslage hat sich seitdem sowohl für Ford wie für Volvo wieder spürbar gebessert. Beim eigenen Einstieg 1999 hatte das US- Unternehmen noch fast das Fünffache für die schwedische Tochter gezahlt. Im vergangenen letzten Jahr brachte Volvo der US-Mutter einen Verlust von 11,6 Milliarden Kronen (1,1 Mrd Euro).

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