Von Winter- auf Sommerreifen umrüsten: Richtiger Räder-Wechsel im Frühjahr

Sommerreifen Ratgeber

Im Frühling steht der Wechsel von Winter- auf Sommerreifen an. Dabei ist einiges zu beachten. Denn der falsche Umgang gefährdet die Sicherheit, schließlich zählen Autoreifen zu den wichtigsten Bauteilen am Fahrzeug.

Sie führen oft ein Schattendasein, werden wenig beachtet und kaum gepflegt. Dabei zählen Autoreifen zu den wichtigsten Bauteilen am Fahrzeug. Melina Evangelisti von Pirelli betreibt schon seit längerem an diesem Punkt Aufklärungsarbeit. Mit einem einfachen Vergleich macht sie deutlich, welchen Stellenwert Pneus einnehmen sollten: "Im Motorsport entscheiden sie schließlich über Sieg oder Niederlage."

Warum Reifen gewechselt werden sollten

Die Öffentlichkeitsarbeiterin hat recht, denn Reifen sind das einzige Bindeglied zur Straße und leisten jeden Tag Schwerstarbeit: Brems- und Beschleunigungskräfte auf den Asphalt übertragen, bei hohem Tempo große Fliehkräfte meistern und das Fahrzeuggewicht stemmen. Ab dem Frühjahr werden die Pneus vermehrt strapaziert. Wenn Eis und Schnee keine Rolle mehr spielen, beginnt die Zeit des unbeschwerten Fahrens. Doch bevor man dies so richtig genießen kann, steht der Wechsel von Winter- auf Sommerreifen an. Das ist wichtig, da die Pneus für die kalte Jahreszeit mit ihrer weicheren Gummimischung bei hohen Außentemperaturen für ein schwammiges Fahrgefühl und einen erhöhten Verschleiß sorgen.

Daher müssen sie vom Auto runter, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist. Angesichts unsicherer Wetteraussichten sollten Autofahrer laut Avd mit dem Reifenwechsel dieses Jahr jedoch bis nach Ostern warten. Nach dem Radtausch ist zu beachten: Wer die Einlagerung nicht der Werkstatt seines Vertrauens überlässt, sollte wissen, dass die Winterräder entweder flach liegend oder hängend zu lagern sind. Niemals dürfen sie stehend aufbewahrt werden, das führt zu Unwucht. Und noch etwas: Perfekt ist der Aufbewahrungsort, wenn er dunkel und trocken ist - so altert der Gummi nicht so schnell.

Reifen aufmerksam kontrollieren

Auch bei den Sommerreifen sind ein paar Dinge wichtig. Sind sie in die Jahre gekommen, ist ein Austausch nötig - ganz gleich, wie gut das Profil noch ist. Im Lauf der Zeit härtet die Gummimischung aus, worunter der Grip leidet. Im Schnitt sollten Autofahrer ihre Sommerreifen spätestens alle sieben Jahre wechseln. Weisen sie bereits vorher Beschädigungen in Form von Rissen oder porösen Stellen auf, ist der Tausch schon früher fällig. Auch nach außen gewölbte Beulen in der Reifenflanke sollte man nicht ignorieren. Sie weisen auf eine beschädigte Karkasse hin, was häufig bei Kontakt mit der Bordsteinkante vorkommt. Wird sie im spitzen Winkel oder mit zu viel Tempo angefahren, leidet der Reifenunterbau. Ebenso setzen Öle, Kraftstoffe, Fette, Chemikalien oder auch der direkte Strahl eines Hochdruckreinigers dem Gummi zu.

Mindestens 1,6 Millimeter Profiltiefe

Zudem verdient das Profil eine genauere Kontrolle. Der Gesetzgeber schreibt zwar eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor, doch wenn es um Sommerreifen geht, sollten Autofahrer schon bei einem Restprofil von drei Millimetern an Ersatz denken.Wie auto motor und sport-Tests belegen, schneiden abgefahrene Pneus speziell bei Nässe in Sachen Bremsweg schlechter ab.

Da in Deutschland Regen oft zur Tagesordnung gehört, ist es nicht ratsam, sich auf die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe zu verlassen. Neben der Profiltiefe ist der Luftdruck ein entscheidendes Maß für die Sicherheit. Fällt er zu niedrig aus, sind neben einem erhöhten Verschleiß und Kraftstoffverbrauch vor allem negative Einflüsse beim Handling zu beklagen. Eine schwergängige Lenkung, die dazu noch träge reagiert, ist meist ein erstes Anzeichen von Luftverlust im Pneu.

Regelmäßige Reifendruck-Kontrolle beachten

Hinzu kommt, dass sich das Auto unter Umständen in Kurven schwerer kontrollieren lässt. Zudem steigt die Gefahr von Reifenplatzern. Besonders bei langen Autobahnetappen im Sommer kann das bei voll beladenem Fahrzeug passieren. Deshalb sollte der Luftdruck regelmäßig überprüft werden, Experten empfehlen, dies mindestens zwei Mal im Monat zu tun.

Die Kontrolle ist bei kaltem Reifen durchzuführen, also nicht nach längerer Fahrzeit. Die korrekten Werte für den Luftdruck finden sich in der Bedienungsanleitung. Oft gibt es jedoch auch Aufkleber mit den entsprechenden Angaben am Türholm oder der Innenseite der Tankklappe. Der dort angegebene maximale Luftdruck ist zwar für den voll beladenen Zustand gedacht, er schadet aber auch im Normalbetrieb nicht, sondern reduziert sogar den Rollwiderstand und somit den Spritverbrauch minimal - dafür sind allerdings leichte Komforteinbußen in Kauf zu nehmen. Das zeigt, wie empfindlich die Pneus sind. Wer sie vernachlässigt, bekommt sehr schnell die Quittung. Und die kann kostspielig sein - denn gute Reifen haben ihren Preis.

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ams

Autor:

auto motor und sport, Heft 09 / 2009

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