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Vorschau 24h-Rennen Spa-Francorchamps

Deutscher GT3-Machtkampf in Belgien

24h Spa - Vorschau - BMW Z4 GT3 Foto: xpb 32 Bilder

Das 24h-Rennen in Spa bietet fraglos das größte GT3-Feld der Saison: 61 GT3-Autos werden am kommenden Wochenende am Start stehen, und die drei deutschen Hersteller Audi, BMW und Mercedes wollen mit werksunterstützten Einsätzen den prestigeträchtigen Gesamtsieg erkämpfen. Doch in der Pro-Klasse stemmen sich auch zwei britische Marken gegen die deutsche Übermacht: McLaren und Bentley haben nur Außenseiterchancen.

24.07.2014 Marcus Schurig Powered by

Mercedes siegte 2013 in Spa, davor war es Audi. Wenn es also nur nach der Logik ginge, dann wäre jetzt eigentlich mal BMW an der Reihe. Die Bürde dieser Verantwortung liegt beim belgischen Marc-VDS-Team, dass zum vierten Mal in Folge versucht, das große Heimrennen in Kooperation mit BMW zu gewinnen. An der Fahrerqualität sollte es 2014 nicht liegen: Mit Maxime Martin, Jörg Müller und Augusto Farfus (#66) sowie Lucas Luhr, Dirk Werner und Markus Paltalla (#77) ist genügend Sachverstand im Cockpit versammelt.

Le-Mans-Sieger startet beim 24h-Rennen in Spa

Nur die reinen Profibesatzungen in der sogenannten Pro-Klasse kommen letztlich für den Gesamtsieg in Frage. Zwar sind hier insgesamt 18 Fahrzeuge genannt, doch letztlich reduziert sich die Liste der potenziellen Sieganwärter in Anbetracht der hohen Qualität auf ein knappes Dutzend Fahrzeuge: Audi bringt über das belgische WRT-Team ebenfalls zwei äußerst konkurrenzfähig besetzte Fahrzeuge an den Start. Mit der Startnummer 1 (René Rast, Laurens Vanthoor und Markus Winkelhock) und dem Le-Mans-Sieger-Trio Benoît Tréluyer, André Lotterer und Marcel Fässler (#2) sollte Audi in der Lage sein, den BMW-Angriff zurückzuschlagen, zumal die Bayern einen größeren Air-Restriktor für das Spa-Rennen zugestanden bekommen haben.

Zahlenmäßig ist Audi mit fünf genannten R8 LMS Ultra am stärksten vertreten, doch auch die Mercedes-Kundenteams bringen es auf fünf Fahrzeuge in der Pro-Klasse, wo Black Falcon und HTP Motorsport ihre SLS AMG GT3 genannt haben. Auf Grund der Fahrerbesetzung sind aber nicht alle SLS unbedingt siegtauglich. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Black Falcon mit der Startnummer 63 (Adam Christodoulou, Yelmer Buurman und Mike Parisy), sowie den beiden HTP-Mercedes (#86 mit Maximilian Buhk, Maximilian Götz und Jazz Jafaar sowie # 84 mit Nico Verdonck, Bernd Schneider und Harold Primat).

Die Deutschen haben also in Summe mindestens sechs heiße Eisen im Feuer, mit je zwei starken Fahrzeugen und weiteren Ergänzungswagen, die im Fall aller Fälle ebenfalls Podiumschancen haben. Was auffällt: Andere GT3-Hersteller wie Ferrari, Nissan, Porsche oder Aston Martin treten fast durchweg nur in der Pro-Am-Klasse an, wo Profipiloten mit Amateuren zusammenspannen. Daher werden die genannten Hersteller beim Kampf um den Sieg dieses Jahr wohl keine Rolle spielen. Ein Nissan-Vertreter sagte beim Blick in die Spa-Nennliste: "Warum sollten wir viel Geld für einen Werkseinsatz verblasen, um dann in der Pro-Klasse am Ende gegen die Deutschen den Kürzeren zu ziehen?"

McLaren und Bentley gegen die deutsche Übermacht

Immerhin zwei GT3-Hersteller wagen es dennoch, sich gegen die deutsche Übermacht aufzulehnen: McLaren und Bentley. McLaren bringt immerhin drei MP4-12C GT3 durch die Teams ART Grand Prix und Van Ryan Racing an den Start, und wenigstens zwei davon sind aussichtsreich besetzt: das ART-Auto (#98) mit Gregoire Demoustier, Nicolas Lapierre und Alvaro Parente sowie das Van Ryan-Auto (#101) mit Rob Bell, Shane van Gisbergen und Tim Mullen dürften konkurrenzfähig sein. Die Frage ist nur: wie lange? Die notorische Unzuverlässigkeit der GT3-McLaren setzt ein großes Fragezeichen hinter den McLaren-Werkseinsatz.

Bentley konnte mit dem Continental GT3 im ersten vollen Jahr bereits ein paar Achtungserfolge verbuchen, wie zum Beispiel zwei Laufsiege in der Blancpain GT Endurance Series, deren Saisonhighlight eben das 24h-Rennen in Spa ist. Allerdings bestreitet Bentley in Spa erstmals ein 24h-Rennen, doch zahllose Ausdauertests wurden angeblich mit guten Ergebnissen bei der Zuverlässigkeit abgespult, so dass die deutschen Hersteller am ehesten Bentley auf der Rechnung haben müssen. Das M-Sport-Bentley-Team bringt zwei Fahrzeuge an den Start, wobei die Startnummer 7 mit Andy Meyrick, Guy Smith und Steven Kane auch sehr gut besetzt ist.

Trotzdem scheint die Zuverlässigkeit die große Achillesverse der britischen GT3-Wagen zu sein. Doch auch die deutschen Hersteller hatten beim 24h-Rennen in Spa immer wieder Probleme mit der Dauerhaltbarkeit: im letzten Jahr schieden sämtliche BMW Z4 GT3 durch Unfälle und technische Defekte aus, insgesamt sieben Fahrzeuge. "Wir haben sehr viel getestet und alles dafür getan, dass wir hier ohne Probleme durchfahren können", sagte BMW-Werkspilot Jörg Müller vor dem Rennwochenende.

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