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Vorschau DTM 2008

Zweikampf

Foto: DTM 35 Bilder

Audi gegen Mercedes - braucht die DTM wirklich den viel beschworenen dritten Hersteller? Nicht unbedingt, denn spannende Rennen und das neue Zugpferd Ralf Schumacher werden auch 2008 für volle Ränge sorgen.

10.04.2008 Claus Mühlberger Powered by

Lexus und Peugeot, MG und Maserati: Die Fantasie im DTM-Fahrerlager kennt kaum Grenzen, wenn es um die dritte Marke in der DTM geht. 2008 ist das dritte Jahr in Folge, in dem die DTM mit nur zwei Herstellern auskommen muss. Dennoch gibt es 2008 eine dritte Marke: Ralf Schumacher. Der Ex-Formel 1-Fahrer ist das neueste Zugpferd in dem von ITR-Chef Hans Werner Aufrecht dirigierten Tourenwagen-Zirkus. Die Verpflichtung von Schumacher führt die DTM-Tradition fort, ausgemusterte Formel 1-Fahrer zur bestaunenswerten Attraktion aufzuplustern.

Von 2002 bis 2006 diente Jean Alesi bei Mercedes. Der Franzose gewann vier Mal. Heinz-Harald Frentzen fuhr 2004 und 2005 bei Opel sowie 2006 bei Audi. Er blieb sieglos. Zuletzt verstärkte Mika Häkkinen des Mercedes-Team. Ende 2007 nahm der Finne nach drei Saisons mit nur drei Siegen desillusioniert seinen Hut - vor allem deswegen, weil er einige Entscheidungen der Kommissare partout nicht nachvollziehen konnte oder wollte.

Ralf startet auf Plätzen mit zweistelliger Ziffer

Schumacher, der mit einem Vorjahresmodell der C-Klasse driftet, nähert sich seinem neuen Tätigkeitsbereich in devoter Haltung: "Ich werde in der DTM lernen", sagt er. "Ich werde mich voll reinknien. Und ich werde es wegstecken, wenn man mich kritisiert, sollte ich es bei den ersten Rennen nicht gleich gebacken bekommen." Auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug hängt die Erwartungen an den Neuling niedrig: "Klar ist, dass sich Ralf zunächst auf Startplätze mit zweistelliger Ziffer einstellen muss."

In der Rolle der Platzhirsche sind jene Piloten, die das Privileg haben, mit Autos des Baujahres 2008 loszubrausen. Bei Audi sind dies der Titelverteidiger Mattias Ekström sowie Martin Tomczyk, Timo Scheider und Le Mans-Legende Tom Kristensen. Im Mercedes-Lager werden Bernd Schneider, Bruno Spengler, Jamie Green sowie Paul di Resta mit dem allerneuesten Material versorgt. Dass man aber auch mit Vorjahresautos für Aufsehen sorgen kann, wurde in der Vergangenheit oft bewiesen. Di Resta zum Beispiel führte im letzten Jahr nach drei Rennen sogar die Meisterschaftstabelle an, mit einem zwei Jahre alten Mercedes, der - wie alle Gebrauchtwagen - reglementsbedingt um bis zu 30 Kilo leichter war als die aktuellen Modelle.

Bestzeiten im Vorjahreswagen möglich

In diesem Jahr glückte Markus Winkelhock schon vor der Saison ein Husarenritt. Im März markierte der Schwabe bei den gemeinsamen Testfahrten in Mugello mit seinem 2007er-Audi die Bestzeit. Ebenso wie Christijan Albers, der DTM-Vizemeister von 2003, der sich jetzt ins Cockpit eines zwei Jahre alten Audi einkaufte, ist Winkelhock ein DTM-Rückkehrer.

Gänzlich neu im DTM-Zirkus sind die beiden Briten Katherine Legge und Oliver Jarvis bei Audi sowie Maro Engel und Ralf Schumacher bei Mercedes. Sie ersetzen die Ruheständler Häkkinen und Christian Abt sowie Vanina Ickx, Alexandros Margaritis, Daniel la Rosa und Lucas Luhr, die sich anderen rennsportlichen Aufgaben zugewandt haben.

Die aerodynamisch ausgefeiltesten Tourenwagen weltweit

Nicht nur die Personalchefs der Rennabteilungen, auch die Techniker hatten im Winter viel Arbeit. Audi debütiert mit dem neuen A4. Auffälligste optische Änderungen sind die riesigen, fast quadratischen Lufteinlass-Schlünde der Front sowie die tiefen Einkerbungen an den hinteren Radläufen. "Das Entwicklungsziel bei DTM-Autos ist immer das gleiche", doziert Sportchef Wolfgang Ullrich. "Es geht darum, die aerodynamische Effizienz zu steigern, also ein möglichst günstiges Verhältnis zwischen hohem Abtrieb und günstigem Luftwiderstand zu erzielen." Audi profitiert hier von der langjährigen Erfahrung mit dem Sport-Prototyp R10. "Das hilft", räumt Ullrich ein. "DTM-Autos sind die aerodynamisch ausgefeiltesten Tourenwagen weltweit."

Der durch die neuen Lufteinlässe einströmende Fahrtwind wird im A4 durch zwei Tunnel geführt, die auf Höhe der Fahrertür enden. Vor den Hinterrädern, die nun durch Kotflügel mit spitzem Kiel verkleidet sind, strömt sie erneut in zwei im Heck endende Kanäle. Erprobungsleiter Joachim Hausner verspricht sich davon "eine viel bessere aerodynamische Balance". Die Audi-Techniker mussten auch ein Handikap wettmachen: "Die Stirnfläche des Neuen ist größer", sagt Hausner. Dies liegt an der stattlicheren Passagierkabine. Die Silhouette des so genannten Greenhouse darf laut DTM-Statuten nicht verändert werden.

Audi fahren mit Tagfahrlicht

Wer die Retuschen am 2008er DTM-Mercedes sehen will, muss schon ganz genau hinschauen. Neu sind die Seitenkästen mit integrierten Mini-Winglets sowie die extrem tief liegenden Zusatzflügel am Heck. "Wir haben nur Detailarbeit gemacht", stapelt Technikchef Gerhard Ungar tief. Die vier neuen Audi A4 verfügen über ein Ausstattungsdetail, das die DTM noch nicht gesehen hat: das Tagfahrlicht, wie es auch für den Serien-A4 zu haben ist. Im realen Autobahn-Leben mögen die Leuchtdioden durchaus sinnvoll sein, um Linke-Spur-Träumer aufzuwecken. In der DTM ist der praktische Nutzen der auffallenden LED eher fraglich: Kaum anzunehmen, dass die Mercedes-Fahrer höflich rechts ranfahren, wenn Ekström, Kristensen, Tomczyk oder Scheider von hinten drängeln. Egal, ob mit oder ohne Tagfahrlicht.

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