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Vorschau GP Italien

Die Höhle des Löwens

Foto: dpa

Die Formel 1 hat keine Zeit Luft zu holen. Nur wenige Tage nach dem Ardennen-Spektakel erwartet die Fans am kommenden Wochenende (12. bis 14.9.) das Ferrari-Heimspiel auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke in Monza.

10.09.2008 Tobias Grüner Powered by

Der Klimawechsel könnte größer nicht sein. Nach dem kühlen und verregneten Rennen in den Ardennen reist der Formel 1-Tross weiter ins norditalienische Monza. Auf der 5,793 Kilometer langen Strecke in der Lombardei mussten die Piloten in den 57 bisher ausgetragenen Grands Prix noch nicht einmal die Regenreifen aufziehen. Als 1981 Alain Prost im Renault Turbo gewann, tröpfelte es gegen Rennende ganz leicht. Die Piloten verzichteten damals allerdings genauso auf die stark profilierten Gummis wie 2004, als die Strecke am Start noch leicht feucht war. Nur eine Hand voll Piloten entschieden sich zu Rennbeginn für Intermediates.

Die außergewöhnliche Schönwetter-Serie könnte am Wochenende allerdings reißen. Die Meteorologen haben für alle drei Renntage wechselhafte Bedingungen mit hohen Regenwahrscheinlichkeiten angekündigt. Am Rennsonntag sollen die Temperaturen sogar deutlich unter 20°C liegen. Diese äußeren Bedingungen könnten McLaren-Mercedes in die Karten spielen. Bei frischen Temperaturen kann der Silberpfeil die Reifen deutlich schneller auf Arbeitstemperatur bringen als die italienische Konkurrenz.

Ferrari unter Druck

Ein weiterer Vorteil für McLaren-Mercedes liegt in den Gummimischungen der Sorte "Medium" und "Hart", die Reifenversorger Bridgestone in Monza anbieten wird. Nach der umstrittenen Strafe gegen Hamilton in Spa würde ein Sieg in der Höhle des Löwen sicher doppelt süß schmecken. Ferrari steht beim Heimspiel unter besonderem Druck. Die Scuderia kann es sich im Meisterschaftsendspurt nicht leisten, dass der Vorsprung von Hamilton wieder anwächst. Außerdem wollen die Italiener natürlich beweisen, dass man auch ohne fremde Hilfe gewinnen kann.

Mit Geschwindigkeiten von über 350 km/h ist die Traditionspiste der letzte echten Hochgeschwindigkeitskurs im F1-Kalender. Hier kommt es vor allem auf Motorleistung an - und natürlich auf die Haltbarkeit des stark geforderten Aggregats: "Monza ist wie zweimal Monaco", beschreibt Mercedes-Sportchef Norbert Haug die Triebwerksbelastung. Einen Sieg wollte Haug wie immer nicht ankündigen. Trotzdem reise man zuversichtlich nach Italien: "Wir hatten hier einen guten Test Ende August. Aber auch Ferrari wird bestimmt wieder stark sein", erwartet der Sportchef.

BMW will Top-Teams ärgern

Neben dem Zweikampf an der Spitze können in Monza eine ganze Reihe Teams in die Punkte vorstoßen. BMW-Sauber war hier in den vergangenen Jahren immer relativ stark und hofft vielleicht wieder einen Piloten auf das Treppchen zu bringen. "Mit so wenig Flügelwerk am Auto fahren wir sonst nirgendwo, und dieses besondere Aero-Paket gelingt unserem Team normalerweise recht gut", gibt sich Nick Heidfeld optimistisch. Auch Robert Kubica reist selbstbewusst in die Lombardei. 2006 stand der Pole in seinem erst dritten F1-Rennen zum ersten Mal auf dem Podium: "In Erinnerung an diesen speziellen Moment in meiner Karriere werde ich in Monza mit einem leicht veränderten Helmdesign fahren", kündigte der WM-Dritte an.

Aus dem Pulk der Verfolgerteams hat wohl wieder Toro Rosso die besten Chancen herauszustechen. Mit Ferrari-Power im Heck konnten sich die "Jungbullen" zuletzt gut gegen die großen Hersteller behaupten. Beim Kampf um die letzten WM-Punkte müssen sich Vettel und Bourdais vor allem gegen die Werks-Renault durchsetzen. Für Alonso und Co. bietet Monza eine gute Chance in der Teamwertung wieder auf das Toyota-Team aufzuschließen. Die Mannschaft um Timo Glock leidet wie kein zweites Team unter den beiden harten Reifenmischungen in Monza. Auch Red Bull und Honda sind in Italien eher schwächer einzuschätzen.

Das könnte die große Chance für Hinterbänkler Force India werden, wenigstens für ein Rennen die rote Laterne abzugeben. Die unterlegene Aerodynamik der Boliden von Adrian Sutil und Giancarlo Fisichella ist hier nicht so entscheidend. Das starke Ferrari-Aggregat im Heck umso mehr. Vielleicht reicht es ja für Sutil, erstmals in dieser Saison im Training in die zweite Runde des Qualifyings zu fahren. Bessere Chancen als in Monza bekommt er jedenfalls nicht mehr.

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