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Formel 1 GP Ungarn 2009

Brawn GP holt zum Gegenschlag aus

Sebastian Vettel & Jenson Button Foto: dpa

Mit zwei Doppelsiegen im Gepäck reist Red Bull selbstbewusst zum Grand Prix von Ungarn nach Budapest. Brawn GP versucht mit Technik-Updates die Aufholjagd von Vettel & Co. zu stoppen, bevor sie richtig in Gang kommt. Die Fans können sich auf ein spannendes Rennen freuen.

22.07.2009 Powered by

In Budapest schlägt die Stunde der Wahrheit für Red Bull. Endlich wird die Frage beantwortet, ob das RB5-Facelift den Brawn GP 001 nachhaltig in die Schranken weisen kann. In Silverstone und am Nürburgring bremste das extrem kühle Wetter die weißen Boliden noch entscheidend ein. Ein fairer Vergleich unter regulären Bedingungen war somit nicht möglich. Bei vorhergesagten 30°C in Budapest muss sich das Vettel-Team allerdings auf einen Konkurrenten in Bestform einstellen.

Neben dem Titelduell steht auch ein junger Spanier unter besonderer Beobachtung. Jaime Alguersuari wird für Toro Rosso sein erstes Formel 1-Rennen fahren und mit 18 Jahren einen neuen Rekord als jüngster Grand Prix-Teilnehmer aller Zeiten aufstellen. Da der Red Bull-Junior zuvor noch keinen Meter auf einer Rennstrecke zurückgelegt hat, erwarten sein Team und Experten noch nicht allzu viel vom iberischen Talent mit dem unaussprechlichen Namen.

Formel 1 GP Ungarn 2009: Brawn GP holt zum Gegenschlag aus 1:51 Min.

Die Strecke:

Der 4,381 Kilometer lange Hungaroring am Rande von Budapest gehört zu den langsamsten Strecken im Grand Prix-Kalender. Nur die Stadtrundfahrten in Monte Carlo und Singapur ergeben noch niedrigere Durchschnittsgeschwindigkeiten. Richtig gute Überholmöglichkeiten gibt es nicht. Am Ende der Zielgerade könnten Piloten noch am ehesten ein Manöver wagen. Hier erreichen die Boliden mit 290 km/h auch ihre Höchstgeschwindigkeit.

Vor diesem Hintergrund fällt dem Qualifying ein besonderes Gewicht zu. Zum besonderen Problem könnten sich dabei die Piloten mit Hybrid-Antrieb entwickeln. Sowohl die Piloten von Ferrari als auch McLaren wollen die 82-Zusatz PS in Ungarn nutzen. Mit dieser Waffe ist es für die Konkurrenz schlicht unmöglich, ein KERS-Auto auf der Strecke zu überholen.

Interessant ist auch der Reifenverschleiß. Hatten bei den letzten beiden Rennen noch viele Teams Probleme mit zu kühlen Gummis, könnten nun in Budapest zu heiße Slicks drohen. Vor allem die Hinterreifen werden auf der kurvigen Strecke stark belastet. Die Auswahl der Mischungen "weich" und "extra weich" durch Ausrüster Bridgestone verstärkt das Problem noch. Reifenschonende Autos wie der Brawn GP haben hier einen Vorteil gegen aggressive Boliden wie den Red Bull.

Das Setup:

Da das Gripniveau auf der Strecke im Laufe des Wochenendes in Budapest immer besonders stark zunimmt, ist es für die Piloten schwer, von Beginn im Freitagstraining die richtige Abstimmung zu finden. Da es kaum lange Vollgaspassagen gibt, müssen die Ingenieure die Flügel sehr steil einstellen, um in den Kurven den nötigen Grip aufzubauen. Neben dem aerodynamischen Abtrieb ist vor allem mechanischer Grip gefragt, um eine gute Rundenzeit zu erzielen.

Neuentwicklungen:

Das größte Upgrade-Paket hat in Ungarn Brawn GP dabei. Neue Flügel vorne und hinten, sowie ein neuer Unterboden und eine geänderte Motorabdeckung sollen im Kampf mit Red Bull die entscheidenden Zehntel bringen. Auch Toro Rosso erhofft sich einen Schritt nach vorne. Die Jungbullen fahren erstmals diese Saison mit einem Doppeldiffusor und befinden sich nun auf dem Stand von Red Bull in Silverstone. Neue Teile gibt es auch für Heikki Kovalainen und Nelson Piquet. Mussten die beiden Nummer-Zwei-Piloten in Nürburgring im Vergleich mit dem Teamkollegen noch mit altem Material antreten herrscht nun Chancengleichheit. Dabei steht vor allem Piquet unter Druck. Wenn er keine gute Leistung zeigt, ist Budapest vorerst das letzte Formel 1-Rennen in der Karriere des Brasilianers.

Die Favoriten:

Für den Sieg kommen nur die vier Piloten von Brawn GP und Red Bull in Frage. Von den Voraussetzungen sollte eigentlich Jenson Button die besten Karten besitzen. Die Plätze hinter den beiden Spitzenteams sind so eng umkämpft wie lange nicht. Zuletzt präsentierte sich Nico Rosberg als dritte Kraft und regelmäßiger Punktekandidat. Der Williams-Pilot muss allerdings auf Lewis Hamilton und Fernando Alonso aufpassen, die endlich wieder in konkurrenzfähigen Autos sitzen. Bei heißen Temperaturen ist in Ungarn auch wieder mit Ferrari zu rechnen.

Mit KERS an Bord könnten sowohl die roten Autos als auch die Silberpfeile schon am Start weit nach vorne fahren. Der Weg zur ersten Kurve ist lang und die Wirkung der Zusatzpower wurde zuletzt am Nürburgring eindrucksvoll demonstriert. Sie könnten im Titelkampf das Zünglein an der Waage spielen. Der Kampf im Mittelfeld um die letzten Punkteplätze wird ebenfalls eine enge Angelegenheit. Hier kämpfen Teams wie Toyota, BMW-Sauber und Force India um die letzten Punkteränge.

Expertenanalyse: Willy Rampf (Technikchef BMW-Sauber)

"Der Hungaroring ist nach dem Stadtkurs von Monaco die Strecke mit der zweitniedrigsten Durchschnittsgeschwindigkeit. Die vorwiegend langsamen und mittelschnellen Kurven folgen sehr dicht aufeinander, und die Start-Zielgerade ist relativ kurz. Weil immer wieder Schmutz auf die Strecke weht, ist das Grip-Niveau jeweils zu Beginn der einzelnen Trainingssitzungen entsprechend niedrig. Untersteuern kann die Folge sein. Bei der Abstimmung des Autos konzentriert man sich vor allem auf den Mittelsektor, der aus vielfältigen Kurvenkombinationen besteht. Zu berücksichtigen gilt es auch, dass die Hinterreifen im Rennen stark beansprucht werden. In Ungarn sind die Luft- und Asphalttemperaturen traditionell sehr hoch, was der optimalen Nutzung der Reifen entgegenkommen sollte."

So lief das Rennen im Vorjahr:

In der letzten Saison wurde der GP Ungarn vom Meisterschaftskampf zwischen Felipe Massa und Lewis Hamilton geprägt. Am Ende jubelte allerdings Heikki Kovalainen über seinen ersten und bislang einzigen Grand Prix-Sieg. Der Finne profitierte dabei vom Pech seiner Konkurrenten. Zuerst platzte bei Teamkollege Lewis Hamilton der Reifen, vier Runden vor Schluss fiel auch Massa in Führung liegend mit einem Motorschaden aus. Auch Timo Glock kam dadurch nach vorne: Platz zwei bedeutete auch für den Kölner das beste Ergebnis seiner Karriere.

Über das Abenteuer des ersten Rennens in Budapest berichtet F1-Experte Michael Schmidt in seinem Formel 1-Blog: "Als Diplomat in den Ostblock"

Alle weiteren Sieger in Budapest finden Sie in der Siegerliste Hungaroring .

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