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Vorschau Rallye Finnland

Loeb ist Hirvonen dicht auf den Fersen

Rallye Polen 2009 Foto: McKlein 46 Bilder

Spannung pur verspricht der neunte Lauf zur Rallye-WM in Finnland am kommenden Wochenende (30. Juli bis 2. August), der rund um Jyväskylä stattfindet. Insgesamt drei komplett neue Prüfungen erwarten die Piloten. Hirvonen und Loeb trennt im Kampf um die WM-Krone nur ein einziger Punkt.

28.07.2009 Powered by

Wer es nicht einmal selbst live erlebt hat, kann es sich nur schwerlich vorstellen: Die WRC-Piloten rasen auf den Schotterpisten der Rallye Finnland mit knapp 200 km/h auf eine der zahlreichen Sprungkuppen zu, stellen ihr Arbeitsgerät kurz vor dem Verlust der Bodenhaftung bereits so passend an, dass die darauffolgende Kurve exakt im Scheitelpunkt rasiert wird. Quer versteht sich.

Mit über 200 km/h durch Finnlands Wälder

Sprünge von knapp 50 Metern sind keine Seltenheit, Geschwindigkeiten jenseits der 200er-Marke durch die finnischen Wälder gehören zum Alltag der Heroen hinter dem Lenkrad. Die Rallye zählt zu den schnellsten der gesamten WM-Geschichte. Hier wurde 2005 auch die schnellste Rallye aller Zeiten gefahren - mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 123 km/h. Willkommen in Finnland, der Heimat des Rallyesports!  90 Fahrzeuge sind gemeldet - Saisonrekord. Die Rallye startet am Donnerstag mit einer zwei Kilometer langen Zuschauerprüfung. Die Ausgangslage könnte spannender nicht sein.

Nur ein Punkt trennt Hirvonen und Loeb

Nach seinem Fauxpas beim letzten WM-Lauf in Polen liegt Weltmeister Sébastien Loeb erstmals in dieser Saison hinter seinem WM-Konkurrenten, dem Finnen Mikko Hirvonen auf Ford Focus WRC. Ein mageres Pünktchen trennt die beiden Kontrahenten nun, bei noch vier ausstehenden Rallyes im WM-Kalender. Und Hirvonen hat Heimspiel. Der Finne, der am ersten Tag der Rallye Finnland seinen 29. Geburtstag feiern wird, kennt die Routen rund um seine Heimatstadt Jyväskylä wie seine Westentasche. Denn hier lernte Klein-Mikko bereits im zarten Kindesalter das Autofahren auf losem Untergrund. Normalität in Finnland. Ebenso wie die riesigen Zuschauermassen, die alljährlich die finnischen Schotterwege säumen und Volksfeste in den Wäldern rund um Jyväskylä feiern.
 
Im Vorjahr musste Hirvonen noch Sébastien Loeb den Vortritt auf dem Siegertreppchen überlassen. Der Franzose schaffte das Unglaubliche: Er siegte bei der legendären Rallye im hohen Norden. In 58 Jahren gelang dies zuvor nur sechs Piloten - darunter Carlos Sainz und Didier Auriol. Doch Mikko’s Ford Team reist nach drei Siegen bei den letzten drei Rallyes mit großem Selbstvertrauen nach Finnland. Hirvonen und sein Copilot Jarmo Lehtinen konnte in Griechenland und Polen die volle Punktzahl verbuchen. Sein Teamkollege Jari-Matti Latvala siegte auf Sardinien, leistete sich beim letzten Lauf in Polen jedoch einen peinlichen Fehler, der ihn beinahe sein Ford-Cockpit gekostet hätte.

Latvala bei der Rallye Finnland unter großem Druck

Die fliegenden Finnen sind bei ihrer Heimrallye klar im Vorteil, denn sie haben eine spezielle Fahrtechnik entwickelt. So verriet Rallyelegende Tommi Mäkinen einst, dass er während der zahlreichen Sprünge in der Luft kurz auf die Bremse tritt, um so die rotierenden Massen zu reduzieren und das Fahrzeug damit zu stabilisieren. Auch das blinde Anpeilen der Kurven nach den Sprüngen haben die Nordmänner perfektioniert. Daher ist der korrekte Aufschrieb in Finnland von essentieller Bedeutung. "Die Geschwindigkeiten sind hier so hoch, dass ein Fehler schnell in einem Unfall mündet. Das Auto kann weiter und höher fliegen als erwartet, und diese Art von Überraschungen kann große Probleme mit sich bringen", erläutert Hirvonen. Er wird am Donnerstag als Erster die Strecke unter die Räder nehmen. Laut Wetterbericht könnte es am Samstag regnen. Dies dürfte für zusätzliche Spannung auf den schmierigen Schotterprüfungen sorgen.

Während Hirvonen klar auf den Gesamtsieg schielt, will Latvala bei seinem siebten Finnland-Start einen Podiumsplatz einfahren: "Das Fahren in Finnland ist viel aufregender als bei allen anderen Rallyes. Nach meinem Fehler in Polen verspüre ich mehr Druck, aber das ganze Team steht hinter mir."

Loeb will Sieg bei der Rallye Finnland
 
Für Weltmeister Sebastien Loeb fängt die Saison in Finnland wieder bei Null an. "So wie ich das sehe, startet die WM in Finnland aufs Neue. Und unsere einzige Option heißt: Attacke!". Der Franzose betont, dass blindes Vertrauen in den Aufschrieb und in das Auto für einen Sieg in Finnland unerlässlich sind. Gleichzeitig beendet er alle Spekulationen über eventuelle Vorbereitungen auf einen Formel 1-Einsatz: "Egal, was geschrieben wurde: Ich habe meinen Urlaub nicht damit verbracht, in einem F1-Simulator zu trainieren!" Stattdessen widmet Loeb seine volle Konzentration den verbleibenden vier WM-Läufen. "Eines ist sicher: Ein Sieg in Finnland würde mir einen großen psychologischen Vorteil für die letzten drei Rallyes verschaffen."
 
Sein Teamkollege Dani Sordo will in Finnland eine Podestplatzierung erreichen: "Die finnischen Prüfungen geben dir als Fahrer einen unglaublichen Nervenkitzel. Die Hauptschwierigkeit liegt in den blinden Kuppen, die absolutes Vertrauen in die Pace Notes verlangen."
 
Das Citroen-Junior Team startet in Finnland wie gewohnt mit drei Citroen C4 WRC. Neben Sébastien Ogier und Evgeny Novikov greift auch Conrad Rautenbach ins Volant.
 
Petter Solberg dürfte bedauern, dass in diesem Jahr die spektakuläre WP "Ouninpohja" nicht gefahren wird. Hier hält der Norweger, der im privaten Citroen Xsara WRC an den Start geht, den Rekord. Das entsprechende Onboard-Video aus dem Jahr 2004 zählt unter Fans zu den Highlights der Rallyegeschichte. Sein bestes Ergebnis fuhr Solberg 2003 ein. Damals landete er im Subaru Impreza WRC auf dem zweiten Platz. "Wir arbeiten hart daran, das Auto für Finnland schneller zu machen. Vor allem tüfteln wir an der Abstimmung der Dämpfer. Realistisch gesehen sollte Rang vier oder fünf möglich sein. Ich kann es kaum erwarten, dass die Rallye losgeht", so der Norweger.

Kimi Raikkönen gibt sein Debüt in der Rallye-WM

Stobart schickt mit Henning Solberg und Matthew Wilson erneut zwei Ford Focus WRC ins Rennen. Nach Rang drei in Polen will der ältere der beiden Solberg-Brüder seinen Erfolg wiederholen und erneut aufs Podium.
 
In Finnland geht auch das Adapta World Rally Team wieder an den Start. Neben Stammfahrer Mads Östberg wird Jari Ketomaa sein WRC-Debüt in einem Subaru Impreza WRC aus dem Jahr 2007 feiern. Der Finne liegt in der finnischen Rallyemeisterschaft aktuell auf Platz eins und beendete die Produktionswagen WM 2008 als Gesamtdritter. Sowohl Östberg als auch Ketomaa peilen die Punkteränge an.
 
Ein weiterer prominenter Starter freut sich auf etwas Abwechslung vom drögen Formel 1-Alltag. Ex-Weltmeister Kimi Raikkönen machte aus seiner Leidenschaft für die hohe Kunst des Autofahrens nie einen Hehl und wird nach drei Starts bei kleineren Rallyes nun erstmals die WM-Bühne betreten. Am Steuer eines Fiat Abarth Grande Punto S2000 will der Finne sich mit den Großen der Querfahrerzunft messen. Seit seinem ersten Rallyestart wird bereits heftig über einen Wechsel des "Iceman" zur Saison 2010 in den Rallyesport spekuliert.

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