Vorstandsvergütung: VW führt Langzeitbonus für Vorstand ein

Das Gehalt der VW-Manager wird künftig teilweise erfolgsabhängig bezahlt.

Volkswagen stellt die erfolgsabhängige Vergütung von Vorstand und Management grundlegend um. Vom Jahr 2010 an führt VW einen "Langzeitbonus" ein. Das Gehalt der VW-Spitze ist künftig zu einem Teil daran gekoppelt, wie zufrieden Kunden und Mitarbeiter sind, ob geplante Absatzsteigerungen erreicht werden und wie hoch die Rendite ist.

Diese vier Punkte sind auch der Kern der konzernweiten "Strategie 2018". Personalvorstand Horst Neumann sagte in Wolfsburg: "Wir wollen eine enge Verknüpfung von Bonus und strategischen Zielen." Aktienoptionen als Teil der Vergütung schafft Volkswagen komplett ab. Neumann sprach von einem Paradigmenwechsel. Der Aufsichtsrat habe das neue System beschlossen.

Langzeitbonus berechnet sich auf vier Jahre

VW habe den Langzeitbonus in rund einem Jahr Vorbereitung entwickelt. Er entspreche auch den neuen gesetzlichen Vorschriften. Der Bundestag hatte im Sommer als Reaktion auf die Finanzkrise ein "Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung" beschlossen, das kurzfristiges Renditedenken und Boni-Exzesse eindämmen soll.
 
Die Höhe des Langzeitbonus sei begrenzt und werde jeweils auf Basis der vergangenen vier Jahre berechnet, sagte Neumann, "Dabei richten wir uns konsequent an den vier Zielen der "Strategie 2018" aus. Das ist zum ersten das Ziel Kundenzufriedenheit. Das messen wir an repräsentativen Umfragen, die es weltweit gibt. Weitere Ziele sind Rendite sowie Mitarbeiterzufriedenheit und Beschäftigungssicherheit. Zum vierten gibt es Wachstumsziele, also Marktanteile und Absatzsteigerungen."
 
Mit dem neuen System könne der Autobauer seine strategischen Ziele besser durchsetzen und sich von der Fixierung auf einen einzigen, kurzfristigen Indikator wie den Aktienkurs lösen. "Wenn zum Beispiel Kunden unzufrieden sind, hat das ebenfalls Auswirkung auf den Geldbeutel der Manager."

Kein Gewinn - kein Bonus
 
VW gehe damit einen eigenen Weg. "Fast alle anderen Konzerne orientieren sich am Aktienkurs", sagte Neumann. "Aber der Aktienkurs ist nicht nur von der Leistung des Unternehmens bestimmt, sondern auch von anderen Faktoren."
 
Voraussetzung für eine Bonuszahlung sei, dass der Konzern schwarze Zahlen schreibe. "Wenn wir kein Geld verdienen, können alle anderen Ergebnisse noch so gut sein - dann gibt es keinen Bonus."
 
Das Gehalt der Vorstände ist auch künftig zu 30 Prozent fix, der übrige Teil ist variabel. Der gesamte variable Teil habe eine mehrjährige Bemessungsgrundlage und sei damit nachhaltig angelegt. Ein Teil dieser variablen Vergütung entfalle künftig auf den Langzeitbonus. Dessen einzelne Ziele seien ehrgeizig hoch angesetzt und würden sich auch am Wettbewerb orientieren, sagte Neumann.

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dpa/uba

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