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VW Crafter (2016)

Großer Bruder des Bulli

VW E-Crafter Foto: Uli Baumann 53 Bilder

VW bringt Ende 2016 den neuen Crafter an den Start. Nach dem Ende der Transporterkooperation mit Mercedes, soll die Neuauflage optisch deutlich näher an den VW T6 rücken. Und: der neue Crafter kommt auch in einer reinen E-Version.

20.09.2016 Uli Baumann 4 Kommentare

Auch bei VW Nutzfahrzeuge spielt Elektromobilität eine wichtige Rolle. Entsprechend werden über die Nutzfahrzeugpalette Elektroversionen ausgerollt. Eine davon erhält der neue Crafter, der 2017 als E-Version auf den Markt kommen wird. Nicht als Studie, sondern tatsächlich als Serienmodell. Allerdings zunächst als Kleinserie, die zusammen mit Flottenkunden betrieben werden soll. Der E-Motor im E-Crafter sitzt vorn unter der Haube und treibt die Vorderräder an, das modular aufgebaute Batteriepaket sitzt unter dem Laderaumboden.

VW E-Crafter mit 208 Kilometer Reichweite

Die Reichweite des auf 80 km/h limitierten E-Crafter gibt Volkswagen mit 208 Kilometern an. Später sollen auch Reichweiten von bis zu 400 Kilometern möglich werden. Mit 40-kW-Schnellladung sollen die Akkus in 45 Minuten wieder zu 80 Prozent geladen sein. Der Akku der Studie hat eine Kapazität von 43 Kilowattstunden und soll den Laderaum nicht einschränken, bis zu 11,3 Kubikmeter stehen zur Verfügung. Der Laderaum ist 4,855 Meter lang und hat zwischen den Radkästen eine Breite von 1,38 Meter.

Leer wiegt der E-Crafter 2,54 Tonnen, er soll 1,7 Tonnen zuladen können. Der Elektromotor unter der Fronthaube leistet 100 Kilowatt und 290 Newtonmeter. Außen unterscheidet sich der E-Crafter von seinen Diesel-Kollegen mit C-förmigem Tagfahrlicht, die Studie ist außerdem in „Reef Blue Metallic“ lackiert. Im Cockpit schaut der Fahrer auf ein Powermeter, das den Drehzahlmesser ersetzt und greift ein Lederlenkrad mit blauen Nähten.

Der Laderaum enthält eine Servicestation, an der Akkus für E-Bikes geladen werden können. Für die Ladung stehen ein ProSafe Ladungssicherungssystem, eine Flex-Rack-Einrichtung und ein Regal von Sortimo zur Verfügung.

Aber auch sonst hat der neue Crafter einiges zu bieten. Der neue VW Crafter wird wieder in drei Karosserielängen sowie in drei verschiedenen Dachhöhen angeboten. Die Längen liegen zwischen 5,98 Meter und 7,39 Meter. Die Höhen liegen zwischen 2,34 Meter und 2,80 Meter. Zudem wird der neue VW Crafter auch wieder als Pritsche mit Einzelkabine und Doppelkabine zu haben sein. Das zulässige Gesamtgewicht soll zwischen 3,5 und 5,5 Tonnen liegen. Als maximales Ladevolumen werden 18,4 m³ genannt.

Crafter ähnelt optisch dem Bulli

Mit dem Generationswechsel orientiert sich der neue VW Crafter optisch stärker an seinen Nutzfahrzeugbrüdern Caddy und VW T6. Damit bekommt auch der große Transporter das Familiengesicht der kleineren Brüder. Zudem soll sich der cW-Wert auf 0,33 verbessert haben. Auch im Innenraum wird die angestrebte Verwandtschaft deutlich. Zudem wird der Crafter über Features wie USB-Anschluss, Online-Zugang, Freisprecheinrichtung, Steckdosen sowie zahlreiche Ablagen verfügen.

VW CrafterFoto: VW
So sieht der neue VW Crafter innen aus - auch hier die die Verwandtschaft zum T6 klar zu erkennen.

Bei den Assistenzsystemen legt VW ebenfalls nach. In Verbindung mit einer elektromechanischen Lenkung bietet der neue Crafter unter anderem ESP mit Gespannstabilisierung, dazu kommen ein adaptiver Tempomat, die Multikollisionsbremse, ein Seitenwindassistent oder ein Anhängerrangierassistent, Front-, Seiten- und Kopfairbags für Fahrer und Passagiere, Rückfahrkamera, Parkdistanzkontrolle und Ausparkassistent (Rear Traffic Alert). LED-Scheinwerfer, Abbiegelicht und Fernlichtassistent.

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Sitzprobe VW Crafter

Der Fahrersitz, den es in sieben Versionen bis hin zum Schwingsitz gibt, lässt sich in Höhe und Länge ausreichend weit verstellen. Mit der Lenkradverstellung in zwei Ebenen ergibt sich so für jede Fahrergröße eine passende Einstellung. Der hochliegende Schalt/Wählhebel liegt gut zur Hand. An Ablagen jeder Größe herrscht kein Mangel. Das Handschuhfach fast sogar einen kompletten DIN A4-Ordner. Die XXL-Sonnenblenden schaffen es auch kleine Fahrer zu beschatten.

Robust und abwaschbar präsentieren sich die Cockpitoberflächen. Harter Kunststoff, dem mit Narbungsoptik ein Hauch von edlem Anmut mit auf den Weg gegeben wurde. Kein Handschmeichler, aber eben praxisorientiert. Handwerker-Luxus gibt es im Crafter erst mit dem Trendline-Paket, das um die Lüftungsdüsen Chromrähmchen addiert und das Lenkrad sowie verschiedene Cockpitoberflächen mit Pianolackapplikationen aufhübscht.

VW Crafter Sitzprobe Uli BaumannFoto: Thomas Gerhardt
Unendliche Weiten - so muss das sein für einen Transporter.

Der Laderaum gefällt durch seine schiere Größe – klar, ist ja auch ein Transporter. Die Seitenwände stehen jetzt 1 Grad steiler, klingt nach wenig macht aber auf die Gesamthöhe und bei zwei Wänden oben fast 7 cm mehr Innenraumbreite aus. Extra langes Ladegut kann in von der Decke abgehängten, verschiebbaren Bügel und bis über die Fahrerkabine geschoben werden. Zurrösen gibt es reichlich und gut verteilt. Im Fahrzeugboden sind zudem verschiedene Schraubanschlüsse vorgesehen, die den Einbau von Systemausbauten erleichtern sollen.

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VW Crafter auch mit Frontantrieb

Auf der Antriebsseite setzt der neue Crafter weiter Turbodieselmotoren mit zwei Liter Hubraum in verschiedenen Leistungsstufen. Das Spektrum der aus dem T6 stammenden Aggregate (EA 288Nutz) wird von 102, über 122 und 140 bis 177 PS (Biturbo) reichen. Bei der Abgasreinigung setzt VW auf AdBlue, das in einem 18 Liter großen Tank mit einem Lkw-tauglichen Einfüllstutzen mitgeführt wird. Geschaltet wird per Sechsgang-Schaltgetriebe oder Achtgang-Automatik. Eine neue Einbaulage soll Platz sparen, der der Kabine zugeschlagen wird. Neben den Antriebsvarianten Heck und Allrad (rund 3.000 Euro Aufpreis), wird der neue Crafter auch als reiner Fronttriebler mit dann quer eingebautem Motor zu haben sein.

Publikums-Premiere feiert der neue VW Crafter auf der Nutzfahrzeug IAA in Hannover im September. Zu den Händlern rollt der künftig in Polen gebaute Crafter dann ab dem Frühjahr 2017, die Heckantriebs- und Allradvarianten starten rund ein halbes Jahr später in den Markt. Der neue Crafter wird ebenfalls unter dem Label MAN antreten und dort als TGE firmieren.

Crafter ab 28.300 Euro plus Steuern

Bestellbar ist der neue Crafter ab November ab 28.300 Euro plus Steuern. Damit soll der neue Crafter rund 1.500 Euro unter dem Vorgänger liegen. Gebaut wird der neue Crafter im neu errichteten Werk in Wrzesnia. Als Absatzziel hat VW für 2018 rund 100.000 Einheiten ausgegeben. 2015 wurden vom Crafter noch 50.000 Exemplare ausgeliefert. Nach dem Einstieg bei Navistar könnte der neue Crafter auch ein Thema für den US-Markt sein. Entschieden sei hier noch nichts, sagt man bei VW, technisch sei der Crafter aber für den US-Markt vorbereitet.

Neuester Kommentar

Die von VW haben da so ungefähr alles richtig gemacht.
Die 100.000 sind IMHO gewaltig tiefgestapelt

PorscheTarga 9. September 2016, 23:28 Uhr
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