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VW

20 Neue geplant

Foto: Reinhard Schmid 16 Bilder

VW geht auf Wachstumskurs und plant 20 neue Modelle bis 2010. Dabei reicht die Palette vom Einstiegsmodell Up über neue Polo-Varianten bis zu einem viertürigen Coupé auf Passat-Basis, das schon ab Frühsommer die große Lücke zum Phaeton schließen soll.

30.01.2008

Auf der neuen Lichtgestalt des VW-Konzerns lasten noch die Schatten der Vergangenheit: Die Idee für ein viertüriges Coupé auf Basis der VW-Mittelklasse stammt schließlich noch aus der Ära von Ex-Chef Wolfgang Bernhard. Und der hat als ehemaliger Chrysler-Sanierer im Design eine Note hinterlassen, die eher an den unbekümmerten American Way of Life als an einen norddeutschen Fels in der Brandung erinnert.

Wo der Passat Vernunft und Strenge verströmt, wirkt der neue, CC genannte Ableger verspielter, muskulöser, dynamischer und vor allem bereit für jenen raubtierartigen Sprung nach vorne, den man sonst eher englischen Sportwagen als deutschen Limousinen nachsagt.

Technik von der Limousine

Dabei hat sich an den Genen nichts geändert: Frontantrieb, quer eingebaute Motoren, Mehrlenkerhinterachse - wo Passat draufsteht, ist auch Passat drin. 55 Prozent aller Teile stammen von dieser technischen Basis, aber das sind nur die inneren Werte. Die komplette Außenhaut mit Blechen, Schürzen, Scheinwerfern und die rahmenlosen Seitenscheiben hat das Team um VW-Designchef Klaus Bischoff völlig neu gestaltet. Vergleiche mit dem Mercedes CLS als Vorreiter der viertürigen Coupés mag Bischoff allerdings nicht hören: "Wir wollten erschwinglich bleiben und ein Angebot für Passat-Kunden schaffen, denen der Sprung zum Phaeton zu groß ist."

Der schönere Passat

Herausgekommen ist ein Auto, das durch seine Form und größere Überhänge gut drei Zentimeter länger geworden ist. In der Höhe hat der CC durch das abgesenkte Dach und die tiefer gesetzte Karosserie fünf Zentimeter eingebüßt, in der Breite dafür dreieinhalb Zentimeter gewonnen. Nach der ersten Seh- und Sitzprobe von auto motor und sport steht fest: Der CC ist der schönere Passat.

In puncto Raumangebot fällt die Neuentwicklung zwar etwas knapper aus, wirkt aber keinesfalls beengt. In dem sich stark verjüngenden Heck findet sich immer noch Platz für einen 535 Liter großen Kofferraum (Limousine: 565 Liter), und selbst Bischoff hat als 1,86-Meter-Mann im Fond trotz deutlich reduzierter Kopffreiheit noch genügend Platz: "Wir haben große Vorstände. Die hatten alle kein Problem mit dem Raumangebot." Müssen sie auch nicht, denn Bein- und Fußfreiheit sind nach wie vor großzügig. Nur ein fünfter Passagier muss zu Hause bleiben, weil die neue Passat-Variante als reiner Viersitzer ausgelegt ist.

Die Fondpassagiere trennt eine ausklappbare Mittelarmlehne und ein in die Bank integriertes Fach mit zwei Cupholdern sowie großzügigen Ablagemöglichkeiten. Das Cockpit entspricht weitgehend dem des Passat, allerdings mit Instrumenten, die ohne blaue Hinterleuchtung auskommen. Wie im Phaeton glimmt an dieser Stelle nun weißes Licht, und die Zeiger für Drehzahlmesser und Tacho fahren analog zur Luxuslimousine einmal über den gesamten Bereich aus, wenn man auf den Knopf der Start-Stopp-Automatik drückt, um die Zündung anzulassen.

Preissprung zur Limo: 3.000 Euro

Das Flair der großen weiten Welt lässt sich VW mit einem Aufpreis von 3.000 Euro gegenüber dem Passat bezahlen. Nicht wenig angesichts der gleichen technischen Basis und des geringeren Nutzwerts. Aber mit einem Einstiegspreis von 30.300 Euro für den 1.8 TSI (160 PS) bleibt die Marke der bürgerlichen Mitte durchaus treu. Das Motorenprogramm umfasst zusätzlich den 2.0 TSI (200 PS), den 3,6-Liter-V6 (300 PS) mit serienmäßigem Allradantrieb sowie die zwei Common-Rail-Diesel 2.0 TDI mit 140 und 170 PS.

Gehobene Ausstattung

Dass der CC zu Recht in höhere Sphären zielt, beweist er mit einer Ausstattungsliste auf Oberklasseniveau. Das aktive Spurhaltesystem Lane Assist lenkt selbsttätig gegen, sobald das Auto unplanmäßig von der Spur abweicht. Für ausgewogenen Komfort durch eine adaptive Dämpferregelung sorgt die neue Fahrwerksregelung Dynamic Drive Control mit den drei Programmen Normal, Sport und Comfort. Hinter dem opulenten VW-Logo am Heck des Passat CC verbirgt sich eine Rückfahrkamera, die dann ausfährt, wenn der Fahrer sich der Hilfe des Park Assist bedient. Das Auto lässt sich in diesem Fall per Knopfdruck ohne Zutun des Piloten in die Parklücke dirigieren. Vor Auffahrunfällen schützt zudem der so genannte Front Assist, der mittels eines Radarsensors den Abstand zu dem vorausfahrenden Fahrzeug misst, gegebenenfalls warnt und im Bremssystem bereits Druck aufbaut, um einen kürzeren Anhalteweg zu garantieren.

USA als Zielmarkt

Vom Erfolg dieses Konzeptes ist VW schon vor dem Verkaufsstart so überzeugt, dass selbst die Nachfolge bereits geregelt ist. "Es wird auf jeden Fall eine nächste Generation geben", erklärt Designchef Bischoff. Über 50 Prozent der Produktion sollen dabei in die USA gehen, gefolgt von Deutschland, Westeuropa und Japan als wichtigsten Märkten. 2008 sollen noch 43.700 Einheiten abgesetzt werden, für 2009 geht VW in der internen Planung selbst von 42.600 verkauften Exemplaren aus. Und wer künftig mehr Geld in der Tasche hat, kann sich auf zusätzliche VW-Alternativen freuen: "Wir planen ein weiteres Modell zwischen Passat CC und Phaeton", erläutert Bischoff.

Neuer Polo ab 2009

Dabei soll der Blick für die wahren Volks-Wagen nicht verloren gehen. Wenn 2009 der Polo in neuer Form anrollt, wird es von dem Kleinwagen so viele Varianten geben wie nie zuvor. Dazu zählt auch eine Hochdachvariante, die 2010 auf den Markt kommen soll und gegen den Opel Meriva positioniert ist. Das Modell, das intern unter dem Projektnamen "Raum" firmiert und später den Namen Polo Plus bekommen könnte, soll ausschließlich im spanischen Pamplona produziert werden und ein zusätzliches Absatzvolumen von rund 124.000 Einheiten pro Jahr bringen. Besonderes Markenzeichen: eine in Längsrichtung um rund acht Zentimeter verschiebbare Rücksitzbank.

Anfang 2010 folgt die Neuauflage des Polo Cross mit höhergesetzter Karosserie und Offroad-Optik, von der laut internen Planungen rund 25.000 bis 30.000 Einheiten im Jahr verkauft werden sollen. Die Stufenheck-Variante des Polo, die bislang unter dem Namen Classic firmiert, wird es künftig in zwei Varianten mit unterschiedlichem Radstand geben: Mit dem längeren heißt sie VW-intern EM für Emerging Markets und soll Kunden in Wachstumsmärkten eine größtmögliche Transportkapazität erlauben. Gefertigt werden die beiden Classic-Varianten im russischen VW-Werk Kaluga und im neuen Werk Indien, dessen Grundstein im Frühjahr 2009 gelegt wird.

Polo aus Portugal

Um den Polo-Nachfolger noch kosteneffizienter als je zuvor produzieren zu können, will Volkswagen den Fertigungsverbund für den Kleinwagen neu ordnen. Demnach soll der Polo mit dem Modellwechsel Mitte 2009 aus Kostengründen nicht mehr in Brüssel gebaut werden, sondern stattdessen im portugiesischen Setubal. Bislang laufen in Portugal nur die VW-Modelle Eos und Sharan vom Band. Auf ein ganz neues Feld begibt sich der Konzern mit der "New Small Family", für die gerade unter Hochdruck eine eigene Plattform mit Heckmotor entwickelt wird. Dabei erwägt man, eine europäische Version des neuen Einstiegsmodells auf Basis der Konzeptstudie VW Up im tschechischen Vrchlabi von Band rollen zu lassen. Neben der bestehenden Fabrik der VW-Marke Skoda könne dort ein komplett neues Werk aus dem Boden gestampft werden, das ausschließlich den neuen Kleinwagen mit Heckmotor produziert und auf das Skoda-Lieferantennetzwerk zurückgreift.

Neben dem Europa-Modell soll es eine zweite Version für Schwellenländer geben, die laut jüngsten Szenarien im dem indischen VW-Werk nahe Pune von Band laufen soll. VW rechnet bei der "New Small Family" mit einem Absatz von rund 700.000 Einheiten im Jahr. Rund 500.000 Einheiten sollen auf die Marke Volkswagen entfallen, weitere 75.000 bis 100.000 jeweils auf die Schwestermarken Seat und Skoda. Die Serienfertigung dürfte nach jüngsten internen Plänen frühestens Ende 2010 beginnen.

Winterkorn gibt Gas

Keine Frage: Unter der Leitung des neuen VW-Vorstandschefs Martin Winterkorn wächst das Selbstvertrauen des Konzerns. Derzeit gibt es weltweit 47 Werke. Die drei möglichen neuen Produktionsstätten in Thailand, Tschechien und den USA sind ein Teil der Expansionsstrategie. Schließlich will VW seinen Absatz bis 2018 von rund sechs auf mehr als zehn Millionen Autos im Jahr steigern und langfristig Toyota als weltgrößten Autobauer ablösen. Allein der Absatz der Kernmarke VW soll bis 2018 von 3,4 Millionen (2006) auf mindestens 6,5 Millionen Pkw steigen, der VW-Weltmarktanteil von 6,3 (Januar bis November 2007) auf neun Prozent. Da bleibt neben dem Passat CC noch viel Platz für weitere spannende Varianten.

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