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VW-Affäre

Sonderzahlungen für Volkert

Foto: Volkswagen

Der frühere VW-Betriebsratschef Klaus Volkert hat nach Presseberichten angeblich mindestens eine Million Euro Sonderzahlungen kassiert. Pro Jahr seien je nach Konzernergebnis 200.000 bis 300.000 Euro zusätzlich zu seinem sechsstelligen Jahresgehalt an Volkert ausgeschüttet worden, berichtete der "Focus".

16.10.2006

Das habe Ex-Personalvorstand Peter Hartz in einer Vernehmung bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig am vorigen Montag ausgesagt. Auch "Die Welt" und der "Spiegel" berichteten unter Berufung auf Justizkreise von dem Bonus in Millionenhöhe. Volkert bekam laut "Spiegel" ein Jahresgehalt, das einschließlich Bonuszahlungen zwischen 280.000 und 310.000 Euro schwankte. Zusätzlich habe er Sonderboni von durchschnittlich 200.000 Euro im Jahr erhalten. Die jährlichen Gesamteinkünfte hätten sich dadurch im Schnitt auf 480.000 bis 510.000 Euro erhöht.

Behörden-Sprecher Klaus Ziehe wollte diese Zahlen am Samstag (14.10.) im Detail nicht bestätigen. Hartz habe die Verantwortung für Sonderbonuszahlungen "in nicht unerheblicher Höhe" übernommen, sagte Ziehe. In der Summe könnten das schon sechs- bis siebenstellige Beträge gewesen sein. Laut "Focus" flossen die Zahlungen seit 2000, laut "Spiegel" sogar schon seit Mitte der 90er Jahre. Sie basierten auf einer mündlichen Absprache mit Hartz. Volkert selbst habe unter Verweis auf die hohen Gehälter von Managern beim damaligen VW-Chef Ferdinand Piëch interveniert, der ihn mit seinen Gehaltsforderungen wiederum an Hartz verwiesen habe.

Ermittlungen haben eine neue Qualität bekommen

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt in der VW-Affäre wegen Untreue und Begünstigung gegen insgesamt 13 Beschuldigte. Im Kern drehen sich die Ermittlungen um die Frage, ob Betriebsräte mit unzulässigen Sonderzuwendungen beeinflusst worden sind.

Das Verfahren gegen Hartz könne möglicherweise noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, sagte Ziehe. Mit der jetzt eingeräumten Begünstigung von Volkert hätten die Ermittlungen eine neue Qualität bekommen. "Der Schadensbetrag, der jetzt im Raume stehen könnte, ist nicht zu vergleichen mit mancher Veranstaltung", sagte Ziehe unter Anspielung auf die angeblichen "Lustreisen" von Betriebsräten auf VW-Kosten.

Mit Blick auf die VW-Affäre beklagte der Ethikverband der Deutschen Wirtschaft ein fehlendes Unrechtsbewusstsein in Wirtschaft und Politik. "Je schneller sämtliche Details über das schon bekannte Maß hinaus veröffentlicht worden wären, desto besser hätten beide den Schaden in Grenzen halten können. Genau das ist bisher seitens des Hauptbeteiligten nicht geschehen, ja es fehlte zu Beginn der Affäre sogar das notwendige Schuldbewusstsein", bemängelte der Ethikverband. Es mache sich "eine neue Unredlichkeit" in Deutschland breit. Der Imageschaden für VW sei beträchtlich.

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