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VW-Affäre

Volkert zeigt Reue

Foto: VW

Der zu einer Haftstrafe von fast drei Jahren verurteilte Ex-VW-Betriebsratschef Klaus Volkert hat in der Affäre um Untreue und Lustreisen auf Firmenkosten Fehler eingeräumt.

25.02.2008

Im Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" gab Volkert zu, "wahrscheinlich vielen geschadet" zu haben - auch dem Mitbestimmungsgedanken. "Das Schlimmste ist wirklich, was ich meiner Familie angetan habe." Zugleich klagte er die IG Metall an, keine Lehren aus der Affäre gezogen zu haben. Da werde "doch alles totgeschwiegen". Letztlich fordere die Mitbestimmung "einen derart großen Spagat, dass es einen irgendwann zerreißt, egal wie charakterfest man ist".

Ein VW-Konzernsprecher reagierte mit Unverständnis auf Volkerts Äußerungen. "Das ist grotesk, dass er jetzt versucht, sich nachträglich in eine Opferrolle reinzuzwängen", sagte VW-Sprecher Andreas Meurer am Samstag (23.2.). Das Gericht habe nach langen Verhandlungen und vielen Zeugenvernehmungen festgestellt, wer in dem Fall Opfer und Täter war.

Volkert verteidigte zugleich das alte System bei VW: "Alle haben doch profitiert. Der Konzern brummte, nie gab es bessere Tarifverträge für die Beschäftigten." Auf die Frage, ob die ganze VW-Affäre hinter dem Rücken von Piëch stattgefunden haben solle, sagt Volkert: "Wer die damalige Gesamtkonstellation im Unternehmen kennt, kann sich schwer vorstellen, dass all das ohne Piëch gelaufen ist." Im VW-Konzern habe es "nur wenig gegeben, was er nicht wusste".

Volkert zeigte sich verärgert über die Ungleichbehandlung des ebenfalls über die VW-Affäre gestolperten Ex-Personalvorstands Peter Hartz. Im Gegensatz zu Hartz habe die Staatsanwaltschaft ihm "nie einen Deal angeboten". Neben einer Bewährungsstrafe bekomme Hartz vom VW-Konzern weiter seine volle Betriebsrente von 16.000 Euro monatlich, Volkerts Altersbezüge wurden dagegen "um 50 Prozent gekürzt".

Zu seiner finanziellen Zukunft sagte Volkert: "Es kommen ja möglicherweise noch enorme Kosten auf mich zu. Das Finanzamt will, dass ich die Gelder, die meine damalige Geliebte über VW bekam, versteuere, und fordert von mir 470.000 Euro." Er überlege, privat Insolvenz anzumelden. "Bezahlen kann ich das nicht."

Der 65-Jährige, der am vergangenen Freitag verurteilt wurde, hat sich nach Auffassung des Landgerichts Braunschweig über einen langen Zeitraum in hohem Maße persönlich bereichert. Der einst zu den mächtigsten Männern im Wolfsburger Konzern zählende Volkert hatte zehn Jahre lang von Ex-VW-Arbeitsdirektor Hartz Sonderzahlungen in Höhe von fast zwei Millionen Euro bekommen. Außerdem habe die Ex-Geliebte Volkerts auf dessen Drängen hin knapp 400.000 Euro von VW ohne Gegenleistung kassiert. Der frühere VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer wurde zu einer Strafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt.

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