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Porsche und VW

VW-Aktien auf Höhenflug

Foto: dpa 71 Bilder

Die Aktien des Autobauers Volkswagen sind erneut auf Höhenflug gegangen. Das Papier gewann bis zum Dienstagnachmittag (2.6.) rund 12 Prozent auf rund 255 Euro.

02.06.2009

Händler an der Börse vermuteten, dass sich Anleger, die auf fallende Kurse gewettet hätten, mit Aktien eindecken müssten. Hintergrund sind Spekulationen über die Zukunft des angeschlagenen VW-Großaktionärs Porsche und unklare Optionsgeschäfte von Porsche mit VW-Aktien. Ein Porsche-Sprecher sagte: "Wir sind nicht aktiv." Porsche habe nichts mit dem aktuellen Höhenflug der VW-Aktie zu tun.

Möglicher Porsche Investor könnte der Auslöser sein

Ein Börsianer sagte, viele Marktteilnehmer hätten wohl auf ein Szenario gesetzt, in dem Spekulationsgeschäfte für Porsche zum Bumerang werden. Sollte Porsche die Aktien nicht kaufen, würden die Papiere wieder in den Markt zurückfließen und könnten damit einen Kursverfall auslösen, hatte Christian Breitsprecher, Analyst bei Sal.Oppenheim, Ende vergangener Woche in einem Interview gesagt.
 
Auto-Analyst Frank Schwope von der Nord/LB sagte, die Kurssteigerungen hingegen vermutlich mit Berichten über einen möglichen Investor zusammen, der bei Porsche einsteigen könnte. Dieser könnte dann Optionsgeschäfte von Porsche kaufen. "Optionskontrahenten" würden sich nun zur Absicherung mit VW-Aktien eindecken, weil sie Angst vor einer Entwicklung wie im vergangenen Herbst hätten, als die VW-Aktie kurzzeitig auf über 1.000 Euro kletterte.

Porsche hält 51 Prozent an VW

Das schlechteste Szenario für Porsche wäre, wenn der hoch verschuldete Sportwagenbauer fällige Optionen nicht nutzen könnte und verfallen lassen müsste. "Dann hätte Porsche viel Geld in den Sand gesetzt." Eine drohende Insolvenz von Porsche sieht Schwope aber nicht. Porsche besitze immer noch den 51-Prozent-Anteil an VW.

Porsche hat sich bei der Übernahme von VW verhoben, den Stuttgarter Sportwagenbauer drücken neun Milliarden Euro Schulden. Porsche hält derzeit knapp 51 Prozent an VW und hat dem Vernehmen nach Optionen auf weitere bis zu 24 Prozent. Die komplizierten Optionsgeschäfte könnten Medienberichten zufolge für Porsche höchst riskant sein, wenn VW-Aktien über sogenannte Verkaufsoptionen mit einem riesigen Verlust abgegeben werden müssten. Mitte Juni verfällt ein großer Teil dieser Verkaufsoptionen. Falls im Zuge dessen der Kurs der aus Analystensicht viel zu teuren VW-Stammaktien stark fiele, würde dies zu massiven Einbußen für Porsche führen.

Porsche und Piëch verhandeln noch

Anfang Mai hatten sich die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch darauf verständigt, dass Porsche und VW in einem integrierten Autokonzern zusammengeführt werden sollen. Die Verhandlungen laufen derzeit. Porsche ist zudem auf der Suche nach arabischen Investoren. Als möglich gilt auch eine milliardenschwere Kapitalerhöhung.
 
Die VW-Aktien haben in den vergangenen Monaten beispiellose Schwankungen erlebt. Als Porsche-Chef Wendelin Wiedeking im Oktober 2008 verkündete, den Anteil an VW nicht nur auf 50 Prozent, sondern sogar auf nun nicht mehr realistische 75 Prozent aufstocken zu wollen und berichtete, dass die Zuffenhausener bereits ein großes Optionspaket halten, löste die Nachricht einen Kursanstieg bis auf mehr als 1.000 Euro aus. Einige Hedge-Fonds und Großanleger, die sich verspekuliert hatten, kostete dies Milliardensummen.

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