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VW-Aktien

Merckle verliert Millionen

Foto: dpa

Der Unternehmer Adolf Merckle (ratiopharm, Heidelberg-Cement) hat bei Wetten mit VW-Aktien einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag verloren und bekommt Hilfe von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

21.11.2008

Die genaue Höhe der Verluste und der Hilfen wurden am Donnerstag (20.11.) zunächst nicht bekannt. Allerdings wurden die hohen Verluste bei Geschäften mit VW-Aktien am Donnerstag erstmals offiziell bestätigt. Schon seit Tagen gab es Medienberichte darüber, zum Teil war dabei von bis zu einer Milliarde Euro die Rede. Der Geschäftsführer der zur Merckle-Gruppe gehörenden VEM Vermögensverwaltung, Ludwig Merckle, nannte am Donnerstag keinen genauen Betrag.

Die Hilfen der LBBW wurden am Donnerstag vom baden-württembergischen Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) bekanntgegeben. Nähere Details nannte er nicht. Bei der LBBW hieß es, man äußere sich grundsätzlich nicht zu Kundenbeziehungen. Auch die Merckle-Unternehmen wollten dazu zunächst keine Stellung nehmen.

Oettinger sagte, er sei froh, dass Merckles Firmen Ratiopharm und Heidelberg-Cement "eigenständig in die Zukunft" gehen könnten. "Die Landesbank war handlungsfähig", sagte Oettinger.

Überbrückungskredit soll helfen

Merckle wollte wegen seiner Verluste in dreistelliger Millionenhöhe bei der Spekulation mit VW-Aktien einen Überbrückungskredit haben. Die VEW hatte zuvor für die Verhandlungen einen Zeitrahmen von zwei Wochen genannt. Es sei ein sogenanntes Stillhalteabkommen geschlossen worden, hieß es. "Damit haben die VEM und deren Hauptbanken die Möglichkeit, die nächsten zwei Wochen eine in Aussicht gestellte langfristige Lösung weiter auszuarbeiten und zum Abschluss zu bringen."

Die Bankenkrise und die Turbulenzen auf den Finanzmärkten hätten bei der VEM zu einer Liquiditätsverknappung geführt, teilte Merckle weiter mit. Das erste Ziel sei, die kurzfristige Finanzsituation zu stabilisieren. "Mittelfristig muss die VEM dann alle Optionen prüfen, wie Verbindlichkeiten reduziert werden können."

Die VEM habe bei den Unternehmen, an denen sie beteiligt ist - unter anderem bei Deutschlands größtem Baustoffhersteller Heidelberg-Cement - Kapitalerhöhungen in größerem Umfang durchgeführt, teilte das Unternehmen zudem mit. Diese seien teilweise mit Krediten finanziert gewesen. Als Sicherheit seien Aktien hinterlegt worden. Der drastische Abschwung an den Börsen habe die Aktienkurse in ungeahntem Maße sinken lassen. "Das hat zur Folge, dass der Wert der Sicherheiten, welche die VEM bei Banken hinterlegt hat, geschmälert wurde." Die kreditgebenden Banken hätten daher in den vergangen Wochen größere Nachschüsse beziehungsweise Kredittilgungen gefordert.

Bürgschaft in Höhe von 150 Millionen Euro gefordert

Zuvor war bekannt geworden, dass Merckle vom Land Baden-Württemberg eine Bürgschaft in Höhe von 150 Millionen Euro wollte. Die CDU/FDP-Landesregierung habe dies aber abgelehnt, berichteten die "Stuttgarter Nachrichten" am Donnerstag unter Berufung auf Koalitionskreise. Am Mittwoch hatte Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister (FDP) gesagt: "Wir sind zuversichtlich, dass die Banken und das Unternehmen eine tragfähige Lösung finden."

Seit einigen Tagen gibt es auch Spekulationen über einen möglichen Verkauf des ebenfalls zur Merckle-Gruppe gehörenden Generika-Herstellers ratiopharm. In der "Südwest Presse" sagte Merckle jedoch am Dienstag, ein Prüfauftrag für einen Verkauf des Ulmer Generika-Herstellers ratiopharm sei noch nicht erteilt worden. Dem Vernehmen nach wird allerdings bereits seit rund vier Wochen in Finanzkreisen über einen möglichen Verkauf von ratiopharm diskutiert. Als Käufer wurden die israelische Teva-Gruppe und der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis gehandelt. Die Summe soll bei bis zu 5,4 Milliarden Euro liegen.

Die Merckle-Gruppe mit etwa 100.000 Mitarbeitern macht jährlich insgesamt rund 30 Milliarden Euro Umsatz. Sie soll mehr als 16 Milliarden Euro Finanzschulden haben. Adolf Merckles Privatvermögen wird auf 9,2 Milliarden Dollar geschätzt.

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