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Neuer VW Atlas

Günstiger SUV mit 7 Sitzen für die USA

VW Atlas Sperrfrist 28.10. 4.00 Uhr Foto: VW 42 Bilder

VW steuert um: Statt Dieseln bietet man den US-Kunden künftig, was sie wollen: Der neue große SUV Atlas ist 5,04 Meter lang und hat ausschließlich Benzinmotoren mit 8-Gang-Automatik und bis zu 280 PS. Wir haben uns VWs Hoffnungsträger schon angesehen.

29.10.2016 Gerd Stegmaier, Uli Baumann Powered by

Nach dem Erstkontakt haben wir 10 Punkte zum Atlas notiert. Eine ausführliche Neuvorstellung und die ersten Eindrücke vom Probesitzen finden Sie im Anschluss.

  • Segment: 1,7 Millionen Stück stark ist das Midsize-SUV-Segment in den USA. Das sind 10 Prozent des Gesamtmarktes. Von daher passt der Atlas wie die Faust aufs Auge – frei nach dem neuen Motto: Gebt den Ländermärkten, wonach sie verlangen.
  • Erscheinung: Optisch geht der Atlas offensiver mit seiner Größe um als etwa der US-Passat. Das Design ist aber vergleichsweise nüchtern. Vielleicht ein Punkt für Änderungen in nicht allzu ferner Zukunft. Macht nix! Neuerungen kosmetischer Natur sind auf dem US-Markt wohlgelitten.
  • Karosse: Dass der Atlas auf dem modularen Querbaukasten aufbaut, hat auf den ersten Blick vor allem Vorteile: Der Innenraum ist sehr geräumig, weil der Quermotor mitsamt der Spritzwand weit nach vorn rückt.
  • Interieur: Zur Geräumigkeit passt eine Karosserievariabilität, die sich weniger durch auffällige Gimmicks als durch durchdachte Mechanismus für die Sitze und Kofferraum auszeichnet. Qualitätseindruck, verwendete Materialien und das Infotainmentsystem dürften im Konkurrenzumfeld überdurchschnittlich sein.
  • Antrieb: Dass der Atlas in den USA keine Diesel bekommt, versteht sich derzeit von selbst, hat aber auch Signalwirkung: Der Diesel hat in den USA keine Zukunft mehr. Dass noch kein Plug-in-Hybrid in der Planung ist, liegt am günstigen Benzinpreis. Dank MQB ist aber ein Atlas GTE oder PHEV kein Hexenwerk.
  • Motoren: Ein 4-Zylinder-Turbo ist sicher nicht, was Europäer von einem derart großen Auto erwarten. Aber VWs 2,0-Liter TFSI ist ein drehmomentstarkes Multitalent und wer mehr will, bekommt ein 3,6-Liter-VR6 – allerdings als Sauger. Die 280 PS und 380 Nm des Low-Tech-Motors reichen aber. Für China wird es einen VR6-Turbo mit 300 PS geben, aber der hat aus steuerlichen Gründen nur 2,5 Liter Hubraum und bringt den auf PS geeichten US-Kunden zu wenig mehr.
  • Geländetauglichkeit: Ein 5,04-Meter-SUV mit Frontantrieb – was in Europa undenkbar wäre, ist in den USA ein Must, um einen günstigen Einstiegspreis zu realisieren und passt zum häufigsten Fahrprofil der Kunden. VW glaubt zwar mehr VR6-Modelle zu verkaufen als 4-Zylinder, aber auch den VR6 gibt es mit Frontantrieb. Dass der Allradantrieb ein Hang-on-System (zweite Antriebsachse erst bei Bedarf) mit Haldexkupplung ist, wird daher erst recht niemanden stören. Zum Hängerziehen reicht’s und das ist eher wichtig.
  • Chance: Der Atlas könnte mehr als jeder VW bislang die Ansprüche des US-Marktes erfüllen. Geräumig, praktisch, übersichtlich, pragmatisch, viel Auto fürs Geld, aber nicht billig gemacht, hat er das Zeug zum Bestseller im US-Angebot des Herstellers.
  • Bedeutung: VW verkauft in den USA etwa 8 Prozent weniger Autos als vor dem Abgasskandal. Heißt positiv gewendet aber auch: 2/3 der Käufer, die zuvor Diesel kauften, konnten mit anderen Angeboten gehalten werden. Aber nach den vielen negativen Schlagzeilen und dem gut 15 Milliarden teuren Betrugsfall, ist aussichtsreiches Produktangebot entscheidend für eine Trendwende.
  • Deutschland: Der Atlas ist für die USA ein echter Volkswagen. Weil er nicht wie viele US-Autos nur mit schierer Größe beeindruckt, sondern auch entsprechende Transportfähigkeiten bietet, wünscht ihn sich so mancher auch auf dem Heimatmarkt. Eine Art Sharan-SUV. Seitens VW wird das aber nichts. Aber wer weiß: Vielleicht glaubt auch der eine oder andere Grauimporteur an die Chancen des Atlas in Europa.

Vorstellung und Sitzprobe VW Atlas

Gerade hat VW in den USA einen großen Schritt gemacht, um den Diesel-Abgasskandal abwickeln zu können. Der zuständige Richter stimmte einem Vergleich zu, der VW allerdings mindestens 15 Milliarden Dollar kosten wird. Diesel verkauft VW aktuell keine mehr in den USA. Aber auch schon vor der Entdeckung der Schummelsoftware war der Absatz in Nordamerika trotz großen Engagements und eigenem Werk in Tennessee unbefriedigend. Was den Wolfsburgern fehlt, sind ein Pickup und ein richtiger Volks-SUV. Letzteren reichen die Wolfsburger ab 2017 nach: Der VW Atlas ist groß, macht auch optisch keinen Hehl daraus und wird viel Auto fürs Geld bieten.

Der im US-Werk Chattanooga gebaute Siebensitzer mit drei Sitzreihen setzt bei den Abmessungen ein Zeichen. Obwohl er wie Golf, Touran oder Tiguan auf dem Modularen Querbaukasten (MQB), basiert, streckt sich der Atlas auf 5,04 Meter. In der Breite misst er 1,98 Meter und in der Höhe 1,77 Meter. Er ist damit der größte MQB-VW und der größte, der je für den US-Markt gebaut wurde. Als größter VW bislang geht er zumindest bei der Länge nicht durch – der Phaeton überragt ihn selbst in der Standardversion um wenige Zentimeter. Der Atlas ist aber deutlich größer als der weiter angebotene Touareg, der sich als Premium-Variante zum Beispiel mit seinen 3,5 Tonnen möglicher Anhängelast abgrenzen soll. Wobei er die in den USA aufgrund von Zulassungsbestimmungen auch nicht schafft. Der Atlas darf in den USA immerhin 2,2 Tonnen an den Haken nehmen. Unterhalb des 5-Meter-SUV wird VW in den USA auch den Tiguan anbieten, allerdings nur in der XL-Version, die ebenfalls 7 Sitzplätze bieten wird. Der Tiguan XL soll im August auch nach Europa kommen.

VW Cross BlueFoto: Hersteller
Bereits 2013 wurde der Cross Blue als Studie gezeigt.

Erstkontakt mit dem VW Atlas – Platz zum Liegen

Optisch bleibt der VW Atlas dicht an der 2013 vorgestellten Studie Crossblue. An der Front sind LED-Scheinwerfer und LED-Tagfahrleuchten sind serienmäßig an Bord, LED-Rückleuchten gibt es optional. Die Formensprache integriert das neue Familiengesicht mit viel Chrom, wirkt aber noch deutlich offensiver als etwa beim aktuellen Passat. Vor allem die Rundungen an den Radhäusern geben dem Wagen einen kräftigen Auftritt. Auffällig ist allerdings der knappe Abstand zwischen Vorderrad und A-Säule. Das ist der einzige Parameter, der beim MQB festgelegt ist und hier sieht man, dass der Atlas seine größte Spielart ist.

Innen wartet ein Kingsize-Cockpit auf Passagiere, das vom Qualitätseindruck her viel näher an deutschen VW ist, als viele andere US-Autos: Die Oberfläche des Instrumententrägers fühlt sich schön weich an und hat eine echte Naht, die richtig edel aussieht. Das riesige Handschuhfach bekommt noch einen Dämpfer, damit es soft öffnet, das 8-Zoll-Display des Infotainmentsystem brilliert mit scharfer Auflösung und ist auch am Rand mit einer Glasscheibe bedeckt, in die Drehknöpfe eingelassen sind, über denen Touch-Bedienflächen sitzen. Das sieht schick aus und macht den Bildschirm optisch größer. Die Instrumente sind auf Wunsch voll digital und ähnlich konfigurierbar wie man das beim Audi TT kennengelernt hat. Auch bei den bequemen Sitzen und den Türverkleidungen gibt sich VW keine Blöße. Alles wirkt sauber verarbeitet und hochwertig. In der Mittelkonsole warten große Becherhalter auf Coke oder Latte Machiato, das Fach zwischen den Sitzen ginge in manchem Roadster als Kofferraum durch. Besonders stolz ist VW auf die schlanke A-Säule, die nach einer internen Vorgabe, die noch von VW-Ex-Chef-Winterkorn stammt, bei bestimmten Sitzkonfigurationen nicht mehr als 7 Grad aus dem Blickfeld des Fahrers verdecken soll. Tatsächlich lässt sich gut aus dem Atlas herausblicken und man kann die üppigen Abmessungen leicht erfassen.

Die zweite Sitzreihe ist ähnlich geräumig und verschiebbar. In einem Ausstellungsfahrzeug hat VW dort eigens einen Kindersitz montiert, um zu zeigen, dass der doppelte Klappmechanismus (die Sitzfläche neigt sich getrennt nach vorne) auch mit dem Rückhaltesystem einen bequemen Durchstieg in die versenkbare dritte Sitzreihe freigibt. Der Durchstieg ist wirklich bemerkenswert groß. Hinten angekommen finden selbst 1,90-Meter-Staturen gut Platz und die Passagiere in Reihe zwei haben dann noch Reserven zum nach vorne Rutschen. Der Kofferraum darf sich selbst mit voller Bestuhlung noch als solcher bezeichnen. Die hintersten zwei Sitze lassen sich auffällig simpel zusammenklappen und versenken und ergeben dann einen ebenen Ladeboden. Der so entstehende Gepäckraum wirkt geräumig wie eine Garage. Ganz hinten finden unter einem Deckel noch Notrad und Heckraum-Rollo Platz, so dass keine Kante zu den versenkten Sitzen entsteht. Dem ersten Eindruck nach hat VW die guten Voraussetzungen des quer eingebauten Motors für hervorragende Raumökonomie genutzt. Zusammen mit den üppigen Abmessungen, die den Atlas in den USA noch als Mid-Size-SUV gelten lassen, ergibt das Platzverhältnisse, die Konkurrenten wie etwa den Ford Explorer in den Schatten stellen – innen reicht der Atlas sicher ans Fullsize-Format heran. Die einfach zu bedienende Karosseriequalität macht richtig Lust, den Atlas als Familienauto zu nutzen.

Zeitgemäße Connectivity und Assistenzsysteme

VW Car-Net bietet verschiedene Online-Dienste sowie eine Smartphone-Integration via Apple Carplay, Android Auto und Mirror Link. Musikliebhaber können sich von einem mit Fender-Soundsystem mit 480 Watt die Ohren putzen lassen.

Zum Sicherheitspaket im neuen VW Atlas gehören je nach Ausstattung ein adaptiver Tempomat, Kollisionswarnung und Notbremsassistent, Blind Spot Sensor mit Ausparkassistent, Spurhalteassistent sowie Parklenkassistent und Multikollisionsbremse. Sie leitet automatisch eine Verzögerung des Fahrzeugs ein, wenn die Airbag-Sensoren eine primäre Kollision erkennen. Das verringert die kinetische Restenergie bei einem Unfall und soll somit die Gefahr zusätzlicher Schäden bzw. deren Schwere vermindern.

VW Atlas Sperrfrist 28.10. 4.00 UhrFoto: VW
Auf drei Sitzreihen sollen bis zu 7 Passagieren Platz finden.

VW Atlas nur mit Benzinern

Nach dem Dieseldebakel sind Selbstzünder kein Thema für den VW Atlas – zumindest nicht in den USA. Die Motorenpalette besteht aus einem 2,0-Liter-Vierzylinder TSI mit Benzin-Direkteinspritzung und Turboaufladung mit 238 PS sowie dem 3,6-Liter-VR6-Saugmotor mit 280 PS, der auch im US-Passat zu haben ist. Beide Motoren übertragen ihre Kraft über ein Achtgang-Getriebe. Den Atlas gibt's entweder mit Vorderradantrieb oder mit Allradantrieb, letzteres allerdings nur in Verbindung mit dem VR6-Motor. Das 4-Motion-System hat eine Fahrmodus-Auswahl. Die Kraftstoffverbrauch-Schätzungen der US-Umweltschutzbehörde EPA, die im Abgasskandal gegen VW ermittelt, werden vor der Markteinführung im Frühjahr 2017 bekanntgegeben

auto motor und sport konnte den VW Atlas bereits vorab fahren. Hier geht´s zum Fahrbericht.

VW Atlas Sperrfrist 28.10. 4.00 Uhr
Sitzprobe im SUV für die USA 1:06 Min.

Neuer VW Atlas nicht für Europa

Auf dem US-Markt eingeführt werden soll der neue VW Atlas im Frühjahr 2017. Die Produktion beginnt zwar schon jetzt, aber weil Amerikaner Autos beim Kauf üblicherweise gleich mitnehmen und das Warten auf bestellte Autos nicht gewöhnt sind, müssen die Händler gleich zu Beginn jeweils mit 10 bis 12 Neufahrzeugen versorgt sein. Bei laut VW 600 US-Händlern kommen da 6.000 bis 7.000 Fahrrzeuge zusammen und die müssen erst einmal Produziert sein.

Ab Ende 2017 wird dieser große SUV dann auch in den Märkten Russland und Naher Osten angeboten. Für Russland wird es auch einen 2,0-Liter-Vierzylinder-TDI geben, mit zeitgemäßer Abgastechnik und auf Wunsch mit Allrad. Die Preise für den Atlas sollen in den USA bei gut 30.000 Dollar ohne Mehrwertsteuer beginnen – für das Basismodell mit Vierzylinder (aber Automatik). Wie in den USA üblich wird es keine individuell konfigurierbaren Extras geben, sondern Pakete bzw. Ausstattungslinien. Für einen VR6 mit Allrad und Top-Ausstattung dürfte der Nettopreis dann Richtung 50.000 Dollar reichen.

Einen Verkauf des Atlas in Europa plant VW nicht. Das Auto sei allein wegen der Abmessungen für unsere Straßen nicht gut geeignet. Man denke nur an mit Spiegeln gut 2 Meter Breite und deutsche Parkhäuser oder Autobahnbaustellen, wo die linke Spur nur bis 2 Meter erlaubt ist.

Wer trotzdem schon mal zu rechnen beginnt: Allein die Einzelabnahme zur Zulassung in Europa dürfte mit etwa 3.000 Euro zu Buche schlagen.

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