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VW T1-Neuauflage

VW baut 500 T1-DoKa mit Porsche Technik

Foto: F. Rapier 7 Bilder

Anlässlich des 50. Geburtstags der T1-Doppelkabine hat sich VW-Nutzfahrzeuge etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Noch in diesem Jahr sollen 500 DoKa-Jubiläumsmodelle vom Band laufen. Im alten Kleid mit moderner Technik – von Konzern-Mutter Porsche. – April, April

01.04.2008 Kai Klauder Powered by

April, April: Wie am 1. April bekannt wurde, plant VW-Nutzfahrzeuge eine T1-50 genannte Sonderserie der ersten Doppelkabine. Die Nutzfahrzeug-Sparte von Volkswagen war gerade bei der Techno Classica in Essen zum ersten Mal mit einem eigenen Stand vertreten und feierte 50 Jahre DoKa. Wie der Erfolg des Bulli-Festivals im letzten Jahr zeigte, ist die Fangemeinde der Transporter-Reihe von Volkswagen groß und aktiv – rund 6.000 Bullis aller Generationen waren zu dem Fest nach Wolfsburg gekommen. Die Ankündigung der T1-50-Kleinserie kam so unspektakulär wie überraschend – selbst Insider und Branchen-Kenner hatten damit nicht gerechnet.

Optik: Original 1967 – Technik: Stand 2008

Die Karosserie des Sechssitzers besteht aus den auf den originalen Produktionsanlagen des Jahres 1958 gefertigten Blechen. Wie bei VW-Mehrheitseigner Porsche üblich, sind allerdings sämtliche Karosserie-Teile verzinkt – damit empfiehlt sich der T1-50 für Sammler als mobile Wertanlage. Die Wertsteigerungen der Ur-Modelle des Bulli lassen auf eine ähnlich hohe Performance der Neuauflage schließen. Die Optik entspricht weitestgehend der des originalen T1. Nur der genaue Blick verrät, dass es sich hier um einen ganz besonderen Lastenträger handelt.

Basis der Werksreplikas ist die Bodengruppe des aktuellen Porsche Boxster S. Anders als viele vermuten möchten, hielten sich bei der Anpassung die nötigen Arbeiten dabei in Grenzen, beträgt doch der Radstand mit 2.415 mm nur 15 Millimeter mehr als bei dem Volkswagen T1-Bus mit den magischen 2.400 Millimetern. Die gesamte Bodengruppe des Boxster konnte daher übernommen werden. Allerdings war eine selbsttragende Karosserie nicht zu realisieren. So verleiht nun ein zusätzlicher Leiterrahmen der Konstruktion genügend Stabilität für den Aufbau. Die Karosserielänge des 2008er-T1 ist mit 4.545 Millimetern exakt so bemessen wie bei dem Vorgänger vor 50 Jahren.

Gefertigt wird das besondere Modell bei BINZ. Die Aufbau-Experten wurden von VW herangezogen, um dieses ehrgeizige Projekt umzusetzen. Schon seit 1936 sind die Binz-Karosseriewerke im Württembergischem Lorch für ihre Umbauten bekannt.

Die 500 von Hand gefertigten Bullis werden ausschließlich in Zwei-Farb-Varianten angeboten. Dabei kann zwischen den Kombinationen mangogrün/möwengrau, siegellackrot/Beigegrau, tiefseegrün/gemini-Metallic, shandunggelb/clementine sowie iberischrot-lotosweiß gewählt werden.

Bis zu 260 PS im T1-Gewand – mehr als das zehnfache des Ur-Ahns

Um eine Neuzulassung in Deutschland zu ermöglichen, wird bei der Kleinserie auf ein Antriebsaggregat aus Zuffenhausener Produktion zurückgegriffen. Zum Einsatz kommen die beiden Boxer-Motoren aus der aktuellen Boxster-Baureihe.

Basis-Motorisierung ist der 2,7-Liter-Sechszylinder-Boxer, der von 245 PS auf kommode 150 PS gedrosselt wurde. Außerdem mussten die Automatikgetriebe an die neue Aufgabe im Transporter angepasst werden. Anders wäre eine Einhaltung der aktuellen Emissionswerte kaum möglich gewesen. Allerdings werden auch an besondere Freunde des Hauses und für Veranstaltungen 50 Exemplare mit dem 3,4-Liter-Motor aus der S-Variante des Boxster gefertigt. Hier soll die Leistung bei rund 280 PS liegen. Als Höchstgeschwindigkeit werden – vornehm zurückhaltend – „deutlich über 200 km/h“ angegeben. Ferdinand Piëch Vorsitzender des VW-Aufsichtrat, soll sich bereits einen T1-50 bestellt haben – in seiner Lieblingsfarbe schwarz und wohl noch einmal um einige PS stärker.

Je nach Fahrweise soll der Durchschnittsverbrauch aufgrund des schlechten cW-Wertes stark variieren: Die 12 bis 19 Liter Super Plus dürften für Fans allerdings kaum ein K.O.-Kriterium bedeuten. Dies könnte eher im Einstandspreis von rund 65.000 Euro liegen – der Preis für die Doppelkabine anno 1958 betrug 6.995 Mark.

Fürstliche Ausstattung – wenig Nutzlast

Der Käufer erhält allerdings auch ein limitiertes und Top-ausgestattetes Modell mit umfangreicher Serienausstattung: elektrische Fensterheber, doppelte Klimaanlage, PSM (Porsche Stability Management) – ABS, ASR, ABD und MSR, PASM (Porsche Active Suspension Management), Vier-Kolben-Festsattelbremsen, Bi-Xenon-Scheinwerfer, hydrophob beschichtete Scheiben, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen und ein besonderes Gepäck-/Pritschensystem.

Die Ladefläche (2.150 Millimeter lang und 1.650 Millimeter breit) ist mit Eichenholz-Planken verkleidet und bietet rund 1.400 Liter Volumen bis zur Oberkante der Bordwände. Serienmäßig wird ein Hard-Top in Wagenfarbe mitgeliefert, auf dem bei Bedarf ein Gepäckträger montiert werden kann. Als Zubehör bietet VW Transportschienen für Zweiräder, Käfige unterschiedlicher Größe für den Tiertransport, verschiedene Plan-Aufbauten sowie einen Wohnauflieger an, der die DoKa zum flotten Reisemobil für zwei Personen macht.

Das Leergewicht liegt bei 1.870 Kilogramm, das zulässige Gesamtgewicht beträgt 2.320 Kilogramm. Die Nutzlast von 450 Kilogramm (300 Kilogramm weniger als der 1958er T1) macht schon deutlich, dass es sich bei dem T1-50 eher um ein Lifestyle- denn Nutzfahrzeug handelt. Entwicklungschefin Willma Lachen betont : „Der neue T1-50 soll vor allem Spaß machen und den Straßenverkehr mit einem alten Gesicht verschönern. Wir sind gespannt, wie die Bulli-Fans die Neu-Interpretation annehmen werden.“

Vorstellung auf der 62. IAA-Nutzfahrzeuge

Vorgestellt wird der VW T1-50 voraussichtlich auf der 62. IAA Nutzfahrzeuge 2008 (25. September bis 2. Oktober) in Hannover. Die ersten Exemplare sollen noch 2008 zu ihren neuen Besitzern ausgeliefert werden. Bestellungen werden ab dem 1. April 2008 entgegengenommen.

Sollen andere Nutzfahrzeug-Hersteller auf diesen Zug aufspringen und neue Technik in alter Optik bauen? Zum Beispiel ein Ford Transit auf Mustang-Basis oder ein Fiat Multipla auf dr neuen 500er-Bodengruppe?

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