Seine Kundschaft kann man sich nicht immer aussuchen. Der Beetle, der bei seinem Verkaufsstart 1998 in erster Linie nostalgieverliebte US-Amerikaner ansprechen sollte, avancierte über die Jahre speziell in Kalifornien zum so genannten Gay-Car und somit zum Kultauto der Homosexuellen-Szene.
Die nächste Generation soll anders werden
An sich kein schlechter Status, denn diese Klientel gilt als besonders trendy, kulturell interessiert und finanziell überdurchschnittlich situiert. Trotzdem löst dieser Ruf in der Männerwelt des VW-Vorstandes Unbehagen aus: Die nächste Generation soll anders, sprich maskuliner werden.
Nach zehn Jahren Bauzeit und fast einer Million verkauften Einheiten steht jetzt also ein Nachfolgemodell auf dem Programm, das trotz unveränderter Grundform nicht mehr so kugelrund wirkt wie der Vorgänger. Das Gesicht orientiert sich im Bereich des Kühllufteinlasses an der IAA-Studie Up, die Radläufe treten nun stärker hervor, und die Kulleraugen-Scheinwerfer werden durch angeschrägte Leuchteinheiten mit LED-Technik ersetzt, in deren unterem Bereich sich ein sichelförmiges Tagfahrlicht befindet.
Seinen Grundwerten bleibt der Beetle treu
Seinen Grundwerten bleibt der Beetle damit treu, nicht aber seinen Grundfesten. Während das aktuelle Modell noch auf der Vorgängerplattform des Golf mit Verbundlenker-Hinterachse basierte, kommt der Nachfolger 2011/2012 in den Genuss der neuen PQ36. Dabei handelt es sich um den so genannten quermodularen Baukasten, auf dem dann alle Golf- und Audi A3-Derivate aufbauen werden.
Mit dieser Vereinheitlichung folgt VW-Chef Martin Winterkorn dem Weg, den er bereits bei Audi mit dem längsmodularen Baukasten eingeschlagen hat. Er spart Kosten in Entwicklung und Produktion und erlaubt deshalb mehr Varianten auf einer Basis.
Maßvoll wachsen in der Länge
Bei VW ändert sich an der Lage des Motors nichts, die Achsen wandern aber weiter nach vorne, so dass die Überhänge kürzer ausfallen und der Radstand verlängert wird. Beim Beetle dürfte das in Kombination mit der hier erstmals eingesetzten Mehrlenker-Hinterachse für einen erheblich besseren Federungskomfort und ein agileres Handling sorgen.
In der Länge soll das bislang 4,13 Meter lange Modell nur maßvoll wachsen, die Raumausnutzung aber trotzdem besser sein als beim Vorgänger. Die Philosophie des kleinen Up – viel Platz auf wenig Raum – will VW künftig auf all seine Varianten übertragen.




