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VW Beetle vs. VW Käfer

Wieviel Käfer steckt im Beetle

VW Beetle 2011 Shanghai Auto Show Foto: VW 44 Bilder

Vor kurzem hat VW den Beetle enthüllt. Die Optik des Neuen soll noch mehr an den Urahn erinnern, der über sechseinhalb Jahrzehnte von den Bändern lief. Doch wie viel Käfer steckt tatsächlich im neuen VW Beetle?

25.05.2011

Zunächst einmal eine einfach Frage: was haben der original VW Käfer, oder VW Typ 1 und ein klassischer Porsche 911 rein technisch gemein? Die Antwort ist simpel. Der Motor - der nach dem Boxer-Prinzip arbeitet - sitzt hinter der Hinterachse. Die Motorkühlung erfolgt mit einem heulenden Gebläse. Die Hinterräder übertragen die Kraft auf die Straße. Schließlich haben beide auch denselben Konstrukteur. Zumindest, wenn man von den Ansprüchen des ungarischen Konstrukteurs Béla Barényi absieht.

Was hat ein VW Golf mit einem klassischen Porsche 911 gemein? Nichts! Die Frage nach der Verwandtschaft zwischen Käfer und Beetle scheint also recht schnell beantwortet. Auf den ersten Blick verbindet sie eigentlich nur das VW-Emblem.

VW Beetle basiert auf Golf-Chassis

Der neue VW Beetle basiert nicht auf einem Heckmotor-Chassis aus der Feder von Porsche-Gründer Ferdinand Porsche. Stattdessen liegt ihm, wie schon seinem Vorgänger New Beetle die jeweils aktuelle Golf-Plattform zu Grunde. Entsprechend festgelegt sind damit auch die Attribute, die Antrieb und Motor betreffen. Das Heck wird vom Maschinen- zum Kofferraum degradiert. Die Antriebsarbeit übernehmen die Vorderräder. Dennoch gibt es ein paar Gemeinsamkeiten unter Opa und Enkel.

Karosserieform: Käfer oder Buckeltier

Beide Insekten krabbeln als Cabrio oder Schräghecklimousine über die Straßen. Grundsätzlich zeichnen sich beide durch ihre runden Formen aus. Allerdings kommt der Ur-Käfer ein gutes Stück harmonischer daher. Im Prinzip ist er ein fahrender Halbkreis. Der VW Beetle ist hingegen eher eiförmig. So wirkt er weniger wie der namensgebende Beetle, sondern eher geduckt und buckelig. Dafür nimmt er die runden, nostalgischen Kotflügel gut auf. Wie schon beim VW Käfer sitzen beim Beetle die Scheinwerfer in den vorderen Kotflügeln.

Der charakteristische Doppelrohrauspuff des Käfer 1303 findet sich teilweise auch am VW Beetle wieder. Allerdings sind die Rohre gefühlt doppelt so dick wie damals. Oft hört man in letzter Zeit Stimmen, die sich über den Heckspoiler des VW Beetle ereifern. Dabei ist der Spoiler nichts Neues. Schon beim Käfer gab es einen kleinen Bürzelaufsatz, ab 1963 sogar fast schon ein Spoiler. Darunter war allerdings die Kennzeichenbeleuchtung versteckt.

Maßnehmen: länger, breiter, schwerer

Der VW Beetle ist in Länge und Breite im Vergleich zum VW Käfer ein ganzes Stück gewachsen. Der längste serienmäßige VW Käfer maß 4.140 mm. Der VW Beetle kommt auf 4.278 mm. Das sind immerhin fast 14 Zentimeter mehr. Richtig zugelegt hat der VW Beetle hingegen in der Breite. Er ist gut 1,80 Meter über 22 Zentimeter breiter als der breiteste Serien-VW Käfer. In der Höhe überragt der Ur-Käfer jedoch seinen Enkel um einen guten Zentimeter. 

Das Kapitel Radstand entscheidet der VW Beetle dafür wieder für sich. Mit 2.515 mm bietet er fast zehn Zentimeter mehr Platz zwischen den Achsen. Allerdings müssen sich beim VW Beetle auch die Insassen den Platz mit einem Teil des Motors teilen. Der sitzt nämlich beim Käfer-Enkel an genau gegensätzlicher Stelle: auf der Vorderachse. Beim VW Käfer fand das Aggregat im Bürzel hinter der Hinterachse Platz.

VW Beetle deutlich schwerer als Käfer

Doch nicht nur die Maße haben sich beim Enkel verändert. Er bringt auch einige Kilogramm mehr auf die Waage. Das Gewicht des VW Käfer startete bei deutlich unter 800 Kilogramm für die ersten Versionen. Maximal kam der Krabbler auf gut 900 Kilogramm. Von so einer schlanken Linie kann der VW Beetle nur träumen. Er tritt je nach Motorisierung mit 1,2 bis 1,3 Tonnen an. Damit bleibt er allerdings leicht unter den Werten seines Technik-Spenders VW Golf.

Elektronik: Der eine hat's, der andere...

Tatsächlich lässt sich relativ einfach erklären, was vorrangig am enormen Gewichtszuwachs des VW Beetle im Vergleich zu seinem Opa Schuld ist. Das größte Elektronikbauteil am Käfer war, salopp ausgedrückt, das Radio. Schwere Helferlein wie ESP, ABS, Navi oder auch nur elektrische Fensterheber fehlten im Käfer. Allein schon der Kabelbaum, der die ganze Elektronik verbindet und am Leben hält hat ein nicht zu verachtendes Gewicht. 

Der VW Beetle ist hingegen mit allen gängigen elektronischen Spielereien ausstattbar, die das Golf-Regal bietet. Größter Gewichtstreiber ist allerdings die stabile Karosserie des Neuen. Denn ausgefuchste Knautschzonen, verstärkungen in den seitlichen Strukturen und ein steife Überlebenszelle für die Passagiere hat nur der Beetle.

Motor: Boxer im Heck gegen Front-Reihenmotor

Der ursprüngliche VW Käfer hatte seinen Motor im Heck. VW setzte damals auf einen Vierzylinder-Boxermotor. Anders als bei V- oder Reihenmotoren liegen die Zylinder beim Boxer waagerecht und jedes Pleuel sitzt auf einer eigenen Kurbelwellenkröpfung. Im Käfer waren ab Werk nie aufgeladene Motoren zu haben. Die reinen Saugmotoren waren alle luftgekühlt, was den charakteristischen Klang des Käfers ausmacht. Die Motoren waren zudem Leistungsmäßig nicht sehr hochgezüchtet. Maximal 37 kW, oder gut 50 PS trieben den VW Käfer serienmäßig an. Wenn der geliebte Käfer den Tacho bis 160 km/h an Bord hatte, war das also schon nicht schlecht.

Beetle: Motoren aus dem Golf-Regal

Heute setzt der VW Beetle bei der Motorisierung ganz auf die gängige Technik aus dem VW Golf. Unter der Haube werkeln also Reihenmotoren. Diese TSI-Motoren setzen allesamt auf Aufladung. Schon die Basis leistet 105 PS. Das Spitzenmodell, der VW Beetle 2.0 TSI kommt auf ganze 200 PS. Zu Zeiten des VW Käfers musste sich selbst der Heckmotor-Cousin Porsche 911 anstrengen, um solche Leistungswerte abzuliefern.

Auch der Tacho bis 140 reicht bei Weitem nicht aus für die junge Garde. Die Basis rennt nach Angaben von VW 180 km/h schnell. Der 2.0 TSI lässt die Nadel auf 225 km/h steigen.
Und noch etwas hat der Beetle dem Urahnen voraus: Im Käfer gab es keine Dieselmotoren. Den VW Beetle treibt dagegen je nach Wunsch ein zwei Liter großer Diesel mit 140 PS an. Laut VW soll das Aggregat 4,9 Liter Diesel auf 100 Kilometern verbrauchen. Der Basis-Diesel mit 105 PS soll mit 4,3 Litern auskommen.  

Verbrauch: Wer ist sparsamer?

Beim VW Käfer gehen die Angaben zu Spritverbräuchen weit auseinander. Ob es nun acht Liter oder 12 bis13 Liter sind, darüber scheinen sich die Geister zu scheiden. Tatsächlich geht der schwache Käfer für heutige Verhältnisse nicht gerade sparsam mit dem Benzin, vorzugsweise Normal, um.  

Legt man sieben Liter bei 50 PS zu Grunde, erscheinen die 5,5 Liter, die VW für den Basis-Benziner des Beetle angibt sehr genügsam. Der hat immerhin mehr als doppelt so viel PS unter der Front-Haube. Allerdings liegen zwischen den Entwicklungen auch mehrere Jahrzehnte. Und im Vergleich zur aktuellen Kompaktwagenkonkurrenz schrumpft der scheinbare Vorsprung des VW Beetle deutlich zusammen. 

Preise: Teurer Retroschnickschnak oder angemessener Kompakter?

1955 kostet ein Standard-Käfer 3.790 Mark. Ein Mercedes 300 SL schlug immerhin schon mit 29.000 Mark zu Buche, oder anders ausgedrückt dem Gegenwert eines kleinen Häuschens.

1995 hat die Handelskette Rewe eine Ladung VW Käfer importiert. Damals ging der VW Käfer noch einmal zum Preis von 16.666 Mark über den Ladentisch. Der VW New Beetle kostete neu ab 17.000 Euro und damit etwa gleich viel wie der günstigste VW Golf IV zur gleichen Zeit. Nimmt man den aktuellen VW Golf VI also zur Basis, sollte der VW Beetle mit der schwächsten Motorisierung 1.2 TSI und 105 PS preislich noch unter 20.000 Euro bleiben.

Fazit: Eher Großneffe, als Enkel

Im VW Beetle steckt, abgesehen von Designzitaten kaum noch Käfer. Beide kommen vom selben Hersteller. Beide sind rundlicher als der Rest. Das war’s. 

Der VW Käfer war in seinen ersten Jahren zur Zeit des Wirtschaftswunders nicht weniger als der Einstieg in die achtbare, standesgemäße Vierrädrigkeit. Der Vorgänger des Käfers war meistens ein Moped oder ein kleines Motorrad, bestenfalls noch ein Kabinenroller von Messerschmidt oder Zündapp. Kleinstwagen wie das Goggomobil waren da auch nicht viel besser.

Der VW Beetle ist hingegen alles andere als ein Einstiegsmodell. Er ist ein klein wenige zu teuer, manchmal vielleicht sogar unpraktisch. Sein Hauptargument ist allerdings sein Äußeres. Mit dem runden Kleid, ganz auf Retro getrimmt, hebt er sich von der Konkurrenz ab.
Er ist kein neuer Käfer. Aber er ist ein schickes Auto, das etwas weniger langweilig vorfährt als sein nächster Verwandter, der VW Golf. Käferenkel also? Nein, bestenfalls der schneidige Großneffe.

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