Beim Beetle wird dafür das vanartige Cockpit durch eine viel kürzere Schalttafel ersetzt, wodurch die Übersicht nach vorne erheblich erleichtert wird. Außerdem rutschen die Sitze dadurch weiter vor. Schluss ist dagegen mit der kathedralenartigen Kopffreiheit, weil ein hoher Aufbau nicht mehr zu der sportlich-gestreckten Silhouette des Beetle passt.
Viel Platz für neue Technik
Unter der Motorhaube findet sich viel Platz für neue Technik, denn bislang sind nicht einmal Benzindirekteinspritzer im Angebot. Diese werden mit dem Modellwechsel eingeführt und bieten ein Spektrum zwischen 115 und 280 PS im 3.2-V6, wobei Motorenchef Hadler angekündigt hat, das Downsizing, die Verringerung der Hubräume bei gleicher Leistung, fortzusetzen. "Etwa fünf Prozent Kraftstoff", so der Experte, "können durch innermotorische Maßnahmen noch gespart werden."
Dem Beetle helfen ferner ein Start- Stopp-System (gegen Aufpreis), Rückgewinnung der Bremsenergie und Abkoppeln der Lichtmaschine beim Beschleunigen. Doch das Augenmerk liegt weniger auf den Benzinern als auf dem Diesel. Schließlich entfallen bei der geschlossenen Version 50 Prozent der Verkäufe auf den 1.9 TDI, beim Cabrio sind es immer noch knapp 44 Prozent. Und dabei dürften sich die Selbstzünder bald noch größerer Attraktivität erfreuen, weil sie unter der Haube des Beetle mehr Dampf entwickeln dürfen.
Vollhybridvariante scheint fragwürdig
Nachdem VW Pläne für einen V6-Diesel auf Eis gelegt hat, soll es ab 2010/11 einen doppelt aufgeladenen Vierzylinder-TDI mit Common-Rail- Technik und über 200 PS geben. Zur Reduzierung von Stickoxiden kommt hier ein Denox-Kat zum Einsatz. Für die USA wird der Beetle voraussichtlich auch mit einem SCR-Tank ausgerüstet werden, der in seinem rund 20 Liter großen Behälter ein spezielles Additiv mitführt.
Da dieser Motor es auf mehr als 350 Newtonmeter Drehmoment bringt, entwickelt VW auch dafür eine dritte Variante des Doppelkupplungsgetriebes DSG, die diesen Kräften standhält. "Dieses Getriebe ist für uns der absolut richtige Weg, den wir weiter fortsetzen wollen", so Motorenmann Hadler zur Firmenstrategie. Anders sieht es bei den Vollhybriden aus. VW arbeitet zwar auch an einer Variante für die neue Plattform. Ob sie aber wirklich im Beetle zum Einsatz kommt, erscheint wegen der hohen Kosten fragwürdig.
Das Lifestyle-Auto soll seinen Weg anders machen - und zwar in Form eines schnittigen Roadsters im Stil der Detroit- Studie Ragster, die 2005 erstmals vorgestellt wurde. Gekürzte A-Säule, abgesenktes Dach, mächtige 19- Zoll- Räder und ein Faltverdeck, das per Knopfdruck nach hinten fährt und so den Weg freigibt zur kalifornischen Sonne - so soll der Traum vom sportlichsten Beetle aussehen, der es als R36 4motion auf 300 PS bringt.
Verbeugung vor dem alten Käfer als geistigem Vater
Nicht ganz so flott wird das Beetle Cabrio unterwegs sein, das wiederum über ein klassisches Stoffdach verfügt, welches im geöffneten Zustand deutlich sichtbar auf der Karosserie aufliegt - eine Verbeugung vor dem alten Käfer als geistigem Vater der New Beetle-Generation, die mit modernem Infotainmentsystem inklusive Touchscreen-Bildschirm ansonsten mittlerweile ihren ganz eigenen Weg geht.
Aber ob sie auf dem Weg zum klassischen Männerauto ist? Bislang wird der Beetle in Deutschland jedenfalls zu über 60 Prozent von Frauen geordert. Bleibt zu hoffen, dass deren Wünsche auch künftig beim VW-Vorstand ein offenes Ohr finden.

