"Den Pauschaletat für Spesen, über den Herr Volkert angeblich verfügte, kannte ich nicht. Ich versichere aber: So etwas brauche ich nicht, und deshalb wird es bei mir so etwas auch nicht geben", sagte Osterloh in einem Interview der "Bild am Sonntag". Er fügte hinzu: "Bei mir gilt das Prinzip der 'gläsernen Kasse'." Sein Vorgänger Klaus Volkert war vor gut einer Woche im Zuge der Affäre überraschend zurückgetreten.
"Ich verdiene 6.500 Euro brutto. Das ist die unterste Stufe eines Abteilungsleitergehalts bei VW", erklärte Osterloh. Wie viel Volkert verdient habe, wisse er nicht. Was die Dienstwagen betreffe, hätten die VW-Betriebsräte ein "Funktionsfahrzeug, für das sie monatlich ein Prozent des Listenpreises zahlen. Das ist lediglich 0,1 Prozent günstiger als die Leasingrate, die Werksangehörige zahlen".
Osterloh kritisierte, VW habe "einen nachweisbaren Modernisierungsrückstand in der Organisation, der Entwicklung und der Produktionsprozesse": "Wir haben ein Kostenproblem. Der Betriebsrat hat dies schon länger bemängelt, wir haben wertvolle Zeit verloren." Der neue VW-Markenchef Wolfgang Bernhard bringe frischen Wind in das Unternehmen und wolle die Probleme nun anpacken. Die Dynamik, die Bernhard dabei an den Tag lege, begeistere ihn, sagte Osterloh. "Wir müssen bei VW jetzt rasch das Ruder herumdrehen und das Boot wieder
ins richtige Fahrwasser bringen."
VW-Betriebsrat Osterloh: Mehr Transparenz
Als Konsequenz aus der Korruptionsaffäre beim Volkswagen-Konzern hat der neue VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh die "gläserne Kasse" angekündigt.
Autor: dpa



