Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

VW-Betriebsratschef Volkert tritt zurück

Foto: Volkswagen

Update ++ Der Betriebsratschef von Volkswagen, Klaus Volkert, tritt zurück. In Branchenkreisen wurde am Donnerstag (30.6.) eine entsprechende Meldung von "Spiegel online" bestätigt.

30.06.2005

Der Vorsitzende des VW-Gesamtbetriebsrates, Klaus Volkert, ist überraschend zurückgetreten. Er kündigte auf der Betriebsversammlung am Donnerstag in Wolfsburg an, sein Stellvertreter Bernd Osterloh werde bereits an diesem Freitag das Amt übernehmen. Zur Begründung verwies der 62-jährige auf sein Alter, berichteten Teilnehmer.

Branchenkreise bestätigten hingegen einen Bericht von "Spiegel online", wonach "Unregelmäßigkeiten" im Zusammenhang mit der Affäre um den früheren Personalchef der tschechischen VW-Tochter Skoda, Helmuth Schuster, Hintergrund des Rücktritts seien. Die interne Revision von VW prüfe derzeit Vorwürfe, nach denen Volkert mit Schuster an einem Unternehmen beteiligt sein soll, das sich um einen Auftrag von Skoda in Prag beworben hatte, schrieb "Spiegel Online".

Schuster soll unter anderem Schmiergelder von Zulieferfirmen verlangt haben. VW hatte am Dienstag Strafanzeige gegen ihn und einen weiteren Mitarbeiter des VW-Konzerns bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig eingereicht. Die zweite Anzeige richte sich aber nicht gegen Volkert oder einen anderen hochrangigen Manager, sagte ein Sprecher. Die Justiz sehe einen Anfangsverdacht auf Untreue und Betrug. VW habe für Anfang der Woche schriftliche Unterlagen der internen Ermittlungen in Aussicht gestellt. Darin würden auch illegale Geldflüsse belegt.

Staatsanwaltschaft hält sich bedeckt.

Zu einer möglichen Verwicklung Volkerts in den Fall Schuster äußerte die Staatsanwaltschaft sich nicht. Behördensprecher Klaus Ziehe sagte: "In den ersten Erörterungen mit Vertretern der Rechtsabteilung von Volkswagen war zwar die Rede von möglichen Firmen-Verflechtungen, über dahinter stehende Personen wurde jedoch noch nicht gesprochen."

Volkert gehört zu den einflussreichsten Betriebsräten in Deutschland. Er war seit 1990 Chef des VW-Betriebsrates sowie Mitglied im VW-Aufsichtsrat. Der gelernte Schmied war in den neunziger Jahren maßgeblich beteiligt etwa an der Einführung der Vier-Tage-Woche bei VW, dem Modell "5.000 x 5.000" sowie dem Tarifabschluss im vergangenen Jahr. Bei den Beschäftigten war er jedoch teilweise nicht unumstritten, weil ihm zu große Nähe zum Management nachgesagt wurde.

Der IG-Metall-Vorsitzende Jürgen Peters sagte, intern habe Volkert schon seit geraumer Zeit signalisiert, dass er nicht bis zum Ende seiner Amtszeit im kommenden Frühjahr im Amt bleiben wolle. Den Zeitpunkt für sein Ausscheiden habe er aber selbst bestimmen wollen. Der 62-Jährige habe ihn am Donnerstag vor der Betriebsversammlung über seine Rücktrittsabsicht informiert, sagte Peters, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei VW ist.

Schuster hatte Mitte Juni seinen Posten bei Skoda aufgeben müssen. Er soll in eine Korruptionsaffäre verwickelt sein und sich lukrative Aufträge vom VW-Konzern erschlichen haben. Nach einem Bericht des "Focus" musste er seinen Posten bei Skoda räumen, weil er Schmiergeld für die Autoproduktion von VW in Indien verlangt haben soll. Ein Zulieferer habe das aufgedeckt. Zudem habe Schuster über Strohmänner und Tarnfirmen mit seinem Arbeitgeber lukrative Verträge als VW- Generalimporteur für Indien und Angola abgeschlossen.

Der 51-Jährige galt nach dem Magazin-Bericht auch als Vertrauter von VW-Personalchef Peter Hartz. Schuster war seit 1991 bei VW. Von 1994 bis 2000 war er der Leiter des Zentralen Personalwesens im Konzern, bevor er 2001 als Skoda-Personalvorstand nach Prag ging.

Ein Sprecher der niedersächsischen Landesregierung sagte, nun müssten alle Vorwürfe zügig aufgeklärt und die nötigen Konsequenzen gezogen werden. Die Aufsichtsratsmitglieder des Landes unterstützen den VW-Vorstand dabei. "Volkert hat sich unstreitig Verdienste um das Unternehmen VW und auch um den Standort Niedersachsen erworben", erklärte der Regierungssprecher. Das Land ist größter Anteilseigner von VW.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
Gebrauchtwagen Angebote
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden