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VW-Bilanz - Gewinn bricht dramatisch ein

VW-Gewinn bricht um 81 Prozent ein

Die weltweite Wirtschaftskrise hatte auch bei Volkswagen Spuren hinterlassen. Der Konzern schrieb im Gegensatz zu anderen Autobauern keine roten Zahlen. Der Gewinn brach jedoch im Vergleich zum Vorjahr um fast 81 Prozent auf 911 Millionen Euro ein.

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Foto: dpa

VW verzeichnete 2009 einen Gewinneinbruch um 81 Prozent.

VW verzeichnete 2009 einen Gewinneinbruch um 81 Prozent.

Das operative Ergebnis sank um fast 71 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro, der Umsatz um 7,6 Prozent auf rund 105,2 Milliarden Euro.
 

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Zwar hatte VW 2009 seinen Absatz auch dank staatlicher Konjunkturprogramme wie der Abwrackprämie gegen den Trend gesteigert, und zwar um 0,6 Prozent auf 6,3 Millionen Autos. Die Prämie kurbelte jedoch vorwiegend den Verkauf kleinere Wagen mit geringeren Gewinnspannen an. Ungünstige Wechselkurse und ein geringeres Zins- und Wertpapierergebnis ließen den Gewinn zudem einbrechen. Auch ein negatives Ergebnis der MAN-Gruppe, bei der VW Großaktionär ist, schlug zu Buche. Gute Geschäfte machte VW in Märkten wie China und Brasilien, dort sind die Margen aber vergleichsweise gering.
 
Seat bleibt Sorgenkind, Audi erfreut VW

Unter den einzelnen Konzernmarken bleibt die spanische VW-Tochter Seat das größte Sorgenkind. Seat rutschte 2009 tiefer in die roten Zahlen und verzeichnete Verluste in Höhe von 339 Millionen Euro, nach einem Verlust von 78 Millionen Euro im Vorjahr. Winterkorn sagte, Seat habe unter den massiven Auswirkungen der Krise besonders im Kernmarkt Spanien gelitten. Die Marke werde in diesem Jahr zwar Fortschritte machen, aber nicht aus den roten Zahlen herauskommen. Auch bei anderen Marken wie der Konzern-Kernmarke Volkswagen Pkw sowie der tschechischen Tochter Skoda ging das Ergebnis zurück. Größter Ertragsbringer war erneut Audi.

Europas größter Autokonzern Volkswagen setzt auf dem Weg an die Weltspitze voll auf Angriff. Dabei will VW vor allem auf den Boom-Märkten in Asien und Südamerika zulegen und der Konkurrenz Marktanteile abjagen. Konzernchef Martin Winterkorn sagte am Donnerstag in Wolfsburg mit Blick auf Absatzrückgänge in Westeuropa und Deutschland, 2010 werde zwar kein einfaches Jahr. Volkswagen wolle aber auch auf "schwierigem Spielfeld" in der Offensive bleiben. Umsatz und Ergebnis sollen nach Rückgängen im vergangenen Jahr wieder steigen, Kosten weiter gesenkt werden.

VW hat weiter die Weltspitze im Auge
 
Winterkorn bekräftigte, VW bis 2018 ökonomisch und ökologisch "ganz nach vorne" bringen zu wollen. Derzeit ist VW hinter Toyota und dem US-Autobauer General Motors die Nummer drei. Der VW-Absatz soll von derzeit 6,3 Millionen Autos auf rund zehn Millionen jährlich steigen. Vor allem in China wächst VW derzeit kräftig. Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch bezifferte das anteilige Ergebnis 2009 der chinesischen Gemeinschaftsunternehmen auf 774 Millionen Euro.

Baukastenstrategie soll Kosten senken
 
Ins neue Jahr startete der Konzern mit einem kräftigen Absatzplus. Im Januar und Februar stiegen die weltweiten Auslieferungen um fast 27 Prozent auf 1,02 Millionen Fahrzeuge. Ein Kernpunkt in den ehrgeizigen Wachstumsplänen ist die "Modulare Baukastenstrategie". Mit ihr will VW neue Modelle kostengünstiger und schneller entwickeln und bauen. Winterkorn sagte, die Stückkosten könnten um 20 Prozent gesenkt werden. Er sprach von einer "neuen Ära". Künftig sei auch ein "Sportwagen-Baukasten" unter Einbeziehung von Porsche denkbar.
 
VW hatte 2009 den erbitterten Übernahme-Machtkampf mit Porsche gewonnen. Der Stuttgarter Sportwagenbauer soll nun als zehnte Marke in den Konzern integriert werden. Eine Allianz mit dem japanischen Konkurrenten Suzuki soll die Position in Asien und bei den Kleinstwagen stärken. "2009 war für Volkswagen ein echtes Schlüsseljahr", sagte Winterkorn.
 
Noch im ersten Halbjahr dieses Jahres will der Wolfsburger Autobauer zur Finanzierung der schrittweisen Übernahme von Porsche eine Kapitalerhöhung über Vorzugsaktien in Angriff nehmen. Dabei gehe es um eine Größenordnung von rund vier Milliarden Euro, hieß es.

VW will auch bei E-Autos an die Spitze

Eine Vorreiter-Rolle will VW bei Elektroautos einnehmen. Winterkorn sagte, VW habe als Mehrmarken-Konzern "wie kein Zweiter" das Zeug dazu, das Elektroauto zum Durchbruch zu bringen. Bis 2018 will er drei Prozent seiner Fahrzeuge als Elektroautos verkaufen. Von der Politik forderte Winterkorn, Forschung vor allem in der Batterietechnik massiv zu fördern. Außerdem solle es befristete Anreize für den Kauf von Elektroautos geben.

Sonderprämie für VW-Vorstand

Der Zusammenschluss von Volkswagen und Porsche hat sich für den VW-Vorstand bezahlt gemacht: Vorstandsvorsitzender Martin Winterkorn und Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch haben jeweils 800.000 Euro Sonderprämie, die übrigen Vorstandsmitglieder 200.000 Euro für "besondere Leistungen" im Zusammenhang mit Porsche erhalten. Insgesamt verdienten die fünf Vorstände im Jahr 2009 rund 18,7 Millionen Euro. Davon schlägt das fixe Gehalt mit rund 5,62 Millionen Euro (2008: 5,35) nach dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht zu Buche.
 
2008 hatte der Vorstand mehr als das Doppelte ausgezahlt bekommen. Das lag vor allem daran, dass die Manager nach dem Höhenflug der VW-Aktie 2008 Aktienoptionen eingelöst hatten. Künftig sollen die Sonderprämien stärker an das Erreichen der langfristigen Unternehmensziele gekoppelt werden. Hierzu gehören unter anderem eine höhere Profitabilität und Kundenzufriedenheit.

Autor: dpa/uba
Ciao | 12.03.2010, 15:30 Uhr

Ich denke nicht, dass Volkswagen ohne die Abwrackprämie Probleme bekommen hätte.
Zwar bescherte diese dem Autobauer einen erhöhten Absatz von Kleinwagen, ist aber für sich betrachtet nicht überzubewerten. Übrigens war die Umweltprämie auch für andere Hersteller sehr verkaufsfördernd, wobei jedoch manche davon ihrerseits ein dickes Minus eingefahren haben.
Ich habe oben auch kein Anzeichen entdeckt, dass man sich nun heroisiert fühlt. Eher das Gegenteil ist der Fall.
Fakt ist ebenso, dass der Autobauer Audi nunmal sehr margenstarke Modelle verkauft; so ist es für mich nicht weiter verwunderlich, dass man auch einen stärkeren Ertrag hat.
Auch wenn das Ergebnis am Umsatz gemessen eher schwach ist, gibt es andere wie Toyota, die Verluste machen (waren mal renditestärkster Hersteller neben Porsche).
Weitere Stichwörter zur Bilanz, die mir einfallen: Wechselkursschwankungen, Sonderabschreibungen, Absicherung gegen zukünftige Risiken etc.

mfg

Bilanzer | 12.03.2010, 13:48 Uhr

@ Cia: ich sprach nicht davon, dass VW ein Sankerungsfall sei, sondern "ohne Abwrackprämie wäre der Volkswagenkonzern vermutlich ein Sanierungsfall" geworden. Die Kunden von Volkswagen haben rund 2 Mrd. € Prämie eingesackt. Das war ein tolles Verkaufsförderprogramm für VW, ohne das VW erheblich ins Minus gerutscht wäre. Man sollte sich dafür beim deutschen Staat bedanken. Es gibt jedenfalls keinen Grund sich als großen Heldentenor feiern zu lassen, der es den übrigen Autofirmen wie Mercedes oder BMW gezeigt hat. Angesichts des leichten Absatzzuwachses und einem vergleichsweise geringen Umsatzeinbruch ( -7,6 %) , ist das Ergebnis vor Steuern von Volkswagen gesamt ausgesprochen schlecht. Umso mehr fällt das angeblich besonders gute Abschneidenden der Konzernmarke Audi aus dem Rahmen. l Audi macht weniger als die Hälfte des Umsatzes der Marke Volkswagen, hat aber angeblich den 3-fachen Gewinn v.St. eingefahren. Wer glaubt wird selig.

Ciao | 12.03.2010, 12:19 Uhr

Hallo Bilanzer,

buchst du Haben an Soll? Anders kann ich mir nicht erklären, warum du zu dem Trugschluss kommst, die Volkswagen Gruppe sei ein Sanierungsfall.
Wenn man trotz Sonderabschreibungen und Krisenjahr ein deutlich positives Ergebnis vorweisen kann, dann ist das aller Ehren wert.

rbommer | 12.03.2010, 09:38 Uhr

Ihr solltet euch mal alle ein wenig zurückhalten.
Wir hatten ein ausgemachtes Krisenjahr hinter uns. Dass selbst VW in dieser schwierigen Zeit kein Traumrenditen erzeugt liegt doch auf der Hand.
In 2 Jahren sollte man wieder aussagekräftige Daten erhalten.

picard | 12.03.2010, 08:24 Uhr

idiotisch! kein wunder dass seat fette verluste macht, wenn man sie noch kürzer an der leine hält als skoda!

wenn eine marke was erwirtschaften soll, dann muss sie auch was bieten. die technik im seat ist 3-5 jahre alt - dass interessiert inzwischen keinen käufer mehr! wenn seat zwischen skoda und vw positioniert ist, dann muss ihr die gleiche technik wie in vw zur verfügung stehen!

überhaupt werden technikerrungenschaft zu wenig im konzern auf alle marken verteilt, bsp: moderne tdi/tsi motoren und dsg

last words: allrad und dsg für ALLE!

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