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VW Brasilien

Entlassungen zurückgenommen

Foto: ams

Der Konflikt um massenhafte Stellenstreichungen bei Volkswagen in Brasilien hat sich durch Zugeständnisse beider Seiten etwas entschärft. Der deutsche Autohersteller nahm 1.800 vor einer Woche ausgesprochene Entlassungen zurück.

05.09.2006

Die Arbeiter der Fabrik in Sao Bernardo im Land Sao Paulo erklärten ihrerseits am Montagabend (4.9.) einen Streik nach sechs Tagen für beendet. Diese Maßnahme gilt laut Gewerkschaftssprecher aber nur bis zum 12. September. Bis dahin erwarte man von VW ein neues Gesprächsangebot.

Im Rahmen einer im Mai angekündigten Umstrukturierung will VW bis 2008 rund 6.000 der insgesamt 22.000 Stellen in den fünf brasilianischen Werken streichen, Arbeitsvergünstigungen kürzen und möglicherweise eine der Fabriken schließen. "Unser Mutterhaus in Deutschland meint, dass wir hier in Brasilien eine Fabrik zu viel haben", sagte im Mai der Präsident der VW-Tochter, Hans-Christian Maergner.

Die monatelangen Gespräche zwischen Firmenführung und Gewerkschaftsvertretern führten bislang zu keinem Erfolg. Am Dienstag vergangener Woche hatte VW deshalb 1.800 Mitarbeiter entlassen. Die Mehrheit der rund 12.400 Beschäftigten des Werks in Sao Bernardo, der ältesten und größten VW-Fabrik in Brasilien, war daraufhin in den Streik getreten. Es gab auch Protestkundgebungen. Vor den Entlassungen hatte die Regierung in Brasilia den Druck auf VW durch die vorläufige Einstellung der Vergabe staatlicher Kredite erhöht. Die Freigabe eines bereits zugesagten Kredits in Höhe von 497 Mio. Real (185 Mio. Euro) wurde vom Ausgang des Konflikts abhängig gemacht.

Abnahme der Exportzahlen erwartet

Probleme gibt es laut VW do Brasil vor allem wegen der Aufwertung der Währung Real, die den Export belastet, und der gestiegenen Rohstoffkosten. Laut Maergner wird VW do Brasil frühestens 2007 wieder Gewinne erzielen. Er erwartet zudem eine Abnahme der Exportzahlen um 40 Prozent bis 2008 im Vergleich zu 2005. Im vorigen Jahr waren knapp 260.000 Fahrzeuge ins Ausland verkauft worden - vor allem nach Lateinamerika, USA/Kanada und Europa.

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