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VW Brasilien

Streit ohne Ende

Foto: ams

Im Konflikt um die Umstrukturierung von Volkswagen in Brasilien ist weiterhin kein Lösung in Sicht. Gewerkschaftsführer und Vertreter der Mitarbeiter der Fabrik in Sao Bernardo im Bundesland Sao Paulo besprachen am Samstag (26.8.) mögliche "Kampfaktionen" gegen die geplante Streichung von rund 6.000 der insgesamt 22.000 Stellen in den fünf Werken im südamerikanischen Land.

28.08.2006

"Wir können zu möglichen Aktionen noch nichts sagen, da die Gespräche mit der Firmenführung noch laufen" erklärte ein Gewerkschaftssprecher. Am Montag will Arbeitsminister Luiz Marinho auf Bitte von Staatschef Luiz Lula da Silva das VW-Management in Brasilia empfangen, um mögliche Auswege aus der Krise zu erörtern.

Am Montag hatte VW do Brasil seinen Beschäftigten ein Ultimatum gestellt. Man werde die Fabrik in Sao Bernardo schließen und statt 3.600 mindestens 6.000 von insgesamt 12.000 Arbeitern entlassen, wenn die Umstrukturierungspläne nicht akzeptiert würden, hieß es. Das 1959 gegründete Werk in Sao Bernardo ist die größte und älteste der fünf VW-Produktionsanlagen in Brasilien.

Im Mai hatte VW do Brasil ein Umstrukturierungsprojekt bekannt gegeben, bei dem bis 2008 rund 6.000 Stellen gestrichen, Arbeitsvergünstigungen gekürzt und möglicherweise auch eine der fünf Fabriken geschlossen werden sollen. "Unser Mutterhaus in Deutschland meint, dass wir hier in Brasilien eine Fabrik zu viel haben", sagte damals der Präsident der VW-Tochter, Hans-Christian Maergner.
"Diese Pläne zu akzeptieren würde bedeuten, dass wir das Tor zur Hölle für die gesamte Autoindustrie in Brasilien öffnen", erklärte der Präsident der regionalen Metallarbeiter-Gewerkschaft, José Lopes Feijóo. Man sei bereit, mit Streiks und Demonstrationen gegen die Firmenpläne zu kämpfen. Seit Mai sind die Gespräche zwischen Unternehmen und Arbeitern sehr angespannt verlaufen. Es gab bereits mehrere Arbeitsniederlegungen, die die Produktion behinderten.
Probleme gibt es bei VW do Brasil vor allem wegen der Aufwertung der Währung Real, die den Export belastet, und der gestiegenen Rohstoffkosten. Laut Maergner wird VW do Brasil frühestens 2007 wieder Gewinne erzielen. Der Präsident von VW do Brasil erwartet zudem eine Abnahme der Exportzahlen um 40 Prozent bis 2008 im Vergleich zu 2005. Im vorigen Jahr waren rund 260.000 Fahrzeuge ins Ausland verkauft worden - vor allem nach Lateinamerika, USA/Kanada und Europa.

VW ist seit Jahren der größte Fahrzeug-Exporteur Brasiliens. VW do Brasil hat nach jüngsten Zahlen einen Anteil von 22,3 Prozent am brasilianischen Fahrzeugmarkt. Brasilien ist mit über 380.000 Auslieferungen der drittgrößte Markt für den Volkswagen-Konzern nach Deutschland und China. Volkswagen do Brasil produzierte im vergangenen Jahr rund 646.000 Fahrzeuge

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