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VW Bulli T3 Jubiläum

30 Jahre quadratisch, praktisch gut

VW T3 Prototyp Foto: VW 45 Bilder

Man nehme einige Blechtafeln und forme mit möglichst wenig Rundungen einen Transporter, der die VW-Tugenden hochhält. Heraus kommt die dritte Generation des luftgekühlt-heckmotorgetriebenen Bulli.

29.03.2009 Kai Klauder Powered by

Volkswagen widmet dem kantigen Bus der dritten Transporter-Generation im Auto Museum eine Sonderausstellung, die am 1. Oktober eröffnet wird. Bis zum 23. Dezember ist eine Auswahl von T3-Modellen zu sehen, unter anderem auch der 585.000-km-T3 von Dieter Schneider.

Der letzte Bus mit Heckmotor von VW

Das Alter sieht man ihm an. Punkt. Ganz bewusst wird der T3 1979 mit einem luftgekühlten Boxermotor im Heck auf den Markt gebracht. Das frühe Konzept mit der Traktion steigernden Bauart hat somit den Käfer in einem Nutzfahrzeug überlebt. Nur ein kleiner Sportwagenhersteller aus Zuffenhausen hält noch am boxenden Heckmotor fest und baut Autos, die im Grenzbereich deutlich übersteuernd durch die Kurven schießen.
 
Doch zurück zum Transporter, der zum letzten Mal diese Bauform besitzt, das ist eigentlich schon vor Modellstart des EA 162, wie der T3 intern gerufen wird, klar. Seine beiden Vorgänger waren schon mehr als 5,5 Millionen Mal verkauft worden und gehören damit zu den Erfolgsmodellen des Hauses VW.

Die Wolfsburger gönnen sich 1979 mit der Markteinführung des T3 nochmals eine Reminiszenz an ihre Urgeschichte: Während die Transporter anderer Hersteller - Ford Transit, Opel Blitz oder gar die fernöstlichen Toyota Hiace oder Nissan Urvan - längst in modernerer Bauart daherrollen und eine ebene Ladefläche im Heckabteil bieten, präsentiert der T3 stolz seine Geschichte. Dabei wird der T3 als erster Transporter in der VW-Geschichte ganz unabhängig von anderen Modellen des Hauses entwickelt.
 
Kontrapunkt in der Post-Käfer-Zeitrechnung
 
Der Käfer-Ära ist Ende der Siebziger-Jahre endgültig vorbei, die Golf-Generation Nummer Eins zeigt seit 1974, wie günstig die neue Technik (vorn eingebaute wassergekühlte Motoren, Frontantrieb etc.) hergestellt werden kann und wie gut diese von der Kundschaft angenommen wird.
 
Doch auch mit seinem überholten Konzept wird der T3 zum Erfolgsmodell: Rund 1,3 Millionen Exemplare entstehen in der Bauzeit bis 1992 von Transporter, Pritsche und DoKa (Doppelkabine). In diesen zwölf Jahren ändert sich sowohl die Käuferschicht als auch der Verwendungszweck. Neue Modellversionen und Pkw-Varianten wie Transporter, Bus und Caravelle, Allradversion "syncro" oder die zahlreichen Sondermodelle, die Namen wie Carat, Magnum, Bluestar, Whitestar, TriStar tragen und schließlich die Campingversionen Joker, Clubjoker, California, Atlantic und Multivan machen den klassischen Handwerker-Transporter zum praktischen Familienauto und zeitlosen Lifestyle-Bus. Dank neuer Zahnstangenlenkung ist der T3 handlich und wendig, die Einzelradaufhängung sorgt für ein Pkw-ähnliches Fahrgefühl, die Ausstattungsoptionen nähern sich ebenfalls dem Pkw-Angebot an.

Ab 1982 auch mit Wassermantel
 
Das erste Zugeständnis an die automobile Neuzeit zieht 1982 ins T3-Heck ein: Die wassergekühlten WBX-Boxermotoren, die die Lautstärke dämpfen, dank höherer Leistung bessere Fahrleistungen bieten und ab 1985 auch mit Katalysator erhältlich sind. Topmotorisierung ist das 112 PS-2,1-Liter-Aggregat.
 
Die Limited Last Edition kommt zwei Mal
 
Der Abschied vom letzten europäischen Heckmotorfahrzeug soll bei VW 1992 gebührend gefeiert werden. Mit der Limited Last Edition sollen alle Kaufinteressenten glücklich werden. Die in tornadorot oder orlyblau-metallic lackierten 2499 Exemplare sind jedoch so schnell ausverkauft, dass zum Jahreswechsel 1992/93 nochmals 500 T3 gebaut werden: Die für die Werksangehörigen reservierten, Bluestar und Redstar genannten Busse gab es nur mit Dieselmotor, während in den Limited Last Edition-T3 wahlweise auch der 92 PS-2,1-Liter-Benziner eingebaut wurde.

Das letzte Exemplar der Limited Last Edition-Modelle mit der Nummer 2500 steht in Wolfsburg im VW-Museum.
 
Endgültig Schluss ist 2003
 
In Südafrika wird der T3 noch bis ins Jahr 2003 gebaut. Leichte optische Veränderungen, der Einsatz von Audis Fünfzylindermotoren mit 115 und 136 PS und reichhaltige Ausstattung mit Klimaanlage und Zentralverriegelung lassen manche T3-Fans träumen. Doch fehlende Abgasreinigung und die Rechtslenkung erschweren eine Zulassung in Deutschland. Und außerdem gehört in einen richtigen T3 ja ein Boxermotor.
 
Beim Nachfolger ist dann alles anders. Als der T4 vorgestellt wird, bricht er mit allen Konventionen: Die wassergekühlten Motoren sitzen vorne und treiben die Vorderräder an - damit entfällt die Stufe im Laderaum. Außerdem sind zum ersten Mal zwei unterschiedliche Radstände erhältlich.

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