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VW-Bus T3-Besitzer

Bunte Bulli-Bande

VW-Bus T3, Julia Reinecke, Heckansicht Foto: Hardy Mutschler 24 Bilder

Die dritte Generation VW Bus erfreut sich einer wachsenden Fangemeinde. Während kaum jemand einen T1 oder T2 im Alltag fährt, ist der T3 noch nicht von den Straßen verschwunden. Wir haben sechs T3-Fahrer von ihren Sitzen gelockt und nachgefragt: Warum fahrt ihr diesen Bus?

14.08.2013 Anna Matuschek Powered by

Der Blues-Star - Julia Reinecke und ihr T3 Bluestar

Um den Hang zum Campen, die Liebe zur Fliegerei sowie die Leidenschaft zur Musik in einem Auto unterzubringen, fand Julia Reinecke in dem VW T3 das perfekte Gefährt.

Bass, Bus und Fliegen stehen bei Julia ganz oben auf der Lieblingssachen-Liste. Ihr Modell Bluestar gehört zu den Favoriten in T3-Kreisen. Die gehobene Ausstattung mit Klappschlafbank, bis zu sieben Sitzen und praktischem Tisch verschaffen diesem Typ viele Fans. Doch ob Sondermodell Redstar, Bluestar oder Whitestar, das war der Hobby-Bassistin schnuppe.

Der Zufall hilft bei der Suche

"Ich will einen Bus", stand für die Physiotherapeutin fest. "Meine Arbeitskollegen haben mich für verrückt erklärt, die Parkplatzlage rund um das Krankenhaus ist eher mau. Aber das war mir egal. Ich bin in einem LT 28 in den Ferien groß geworden, da wurde ich infiziert." Wenn man es will, geht alles. Auch einen Bus kaufen, ohne wirklich Ahnung von Autos zu haben. Und warum genau der VW T3? "T1 und T2 gibt es kaum, T4 ist öde, T5 zu teuer. Und ein LT wäre mir zu groß", stellt sie klar.

Nachdem die Suche im Netz immer an der Entfernung, dem Zustand oder dem Preis scheiterte, verließ sich Julia auf den Zufall. Der dann tatsächlich auch eintraf. "Der Bus stand da an der Straße, und irgendwie hatte ich im Gefühl, dass das meiner ist", erinnert sie sich an den Tag der ersten Begegnung. Ihr Vater, aus gut hundert Kilometern herbeigeeilt, half bei der Besichtigung des Wunschautos. Mit verhandelten 2.800 Euro gab sich der Verkäufer zufrieden, und Julia drehte überglücklich den Zündschlüssel in ihr neues Leben mit dem Bus.

Viel Platz für die Hobbys

"Ich brauche einen T3, um zur Arbeit zu kommen, ich brauche einen T3, um damit meinen Gleitschirm zu transportieren, und dann brauche ich ihn auch, um damit mit meiner Band unterwegs zu sein", zählt sie auf. Zwei Wochen, nachdem die Tinte auf dem Kaufvertrag getrocknet war, machte sich die junge Frau auf ihre erste große Tour.

"Es war so toll, endlich zum Fliegen und zum Campen mit dem eigenen Bus zu fahren", schwärmt sie noch heute von der Fahrt, die allerdings unglücklich enden sollte: Sämtliche Fachwerkstätten konnten den Fehler nach mehreren Notstopps nicht finden. Es folgten ein neuer Kat, neuer Tank und noch so einiges, was in Arbeitszeit und Teilen in etwa den Kaufpreis des Autos erreichte.

Dennoch investierte sie, bis ihr geliebter Bus wieder auf der Straße war, wobei der ganze Sommer für die Fehlerbehebung draufging. "Ich fahre ihn so gerne, auch im Winter. Kennst du jemanden, der meinen alten Polo kaufen will? Den brauche ich jetzt ja nicht mehr", grinst sie.

Ein anderes Auto scheint trotz der Tiefschläge nicht mehr in Frage zu kommen. Besonders dann nicht, wenn die "Dust & Diesel Bluesband", in der Julia Bass spielt, für einen Auftritt gebucht ist und stilecht zur gespielten Musikrichtung mit dem so getauften "Blues-Star" vorfährt. 

Der Sardinien-Shuttle - Jean-Marc und Giulio Corrias mit ihrem T3 Transporter 

Die jährliche Fahrt nach Sardinien gibt es bei den Corrias ausschließlich in der Vater-Sohn-Kombination. Wichtigster Begleiter ist der VW T3, der ausschließlich für die Reise parat steht. Jean-Marc, Spitzname Jeanny, ist Markenfan. "Früher bin ich Derby, Golf, Käfer und Co. gefahren. Daher sollte auch der Familientransporter von meiner Lieblingsmarke sein", zählt der in Deutschland aufgewachsene Italiener Jean-Marc Corrias seinen bisherigen Fuhrpark auf.

Vor 8 Jahren fand er nach einiger Suche das passende Gefährt für den gewünschten Nachwuchs - einen VW T3 Transporter in optisch unschönem Zustand für 2.000 Euro. "Der war fast schrottreif", umschreibt er den damaligen Anblick. Mit Schleifpapier, Spraydose und reichlich Motivation machte sich der werdende Vater an die Karosse. Allerdings konnte das Ergebnis nicht überzeugen, die Recherche nach einem guten Angebot hatte Erfolg, und der Bus bekam einen professionellen Anstrich in einem BMW-Blauton.

High-End in Sachen Bord-Entertainment

Während die Technik des 2,1-Liter-SS-Aggregats mit 92 PS bis heute keine Probleme macht, sah Jeanny im Interieur und ganz besonders beim Entertainment Handlungsbedarf. "Die HiFi-Anlage ist eigentlich für zu Hause. Die macht nicht so mega Bumm-Bumm, aber da kann man eine Oper hören, und das klingt wirklich super", berichtet er stolz.

So lässt es sich ganz wunderbar über den ausklappbaren Bildschirm hinter den Vordersitzen Filme schauen, wenn es auf lange Tour geht. Seitdem Jeanny einen Geschäftswagen hat, nutzt er den VW T3 ausschließlich, um mit seinem Sohn Giulio die lange Fahrt nach Sardinien zur Familia zu genießen. "Meine Frau fährt immer vor, und wir Männer kommen dann nach", freut er sich.

Ein, zwei Mal im Jahr nimmt sein Sohn auf dem Beifahrersitz des VW T3 Platz. "Mir gefällt des", schwäbelt der Junior-Italiener mit der Sonnenbrille. Papa gefällt am Bus besonders gut, dass er massig Stauraum bietet. "In Italien, da sind wir schon zu zwölft abends an den Strand gefahren."

Zudem sorgt der 88er Bus dafür, dass seinem Besitzer die jugendliche Ideen-Vielfalt nicht ausgeht. "Unterbodenbeleuchtung hatte ich schon an meinem ersten Auto, das musste am Bus natürlich sein. Und das Momo-Sportlenkrad auch. Und dann habe ich noch das Instrumentenbrett umgebaut und selbst bezogen", zählt er auf.

Die Verbundenheit zu seiner Heimat präsentiert er auf der Schiebetür seines Busses: Darauf ist eine Nuraghe verewigt. Das sind frühgeschichtliche Turmbauten, die typischerweise auf Sardinien zu finden sind. Das Bild zeigt die Arrubiu, die größte seiner Art. "Die steht gleich im Nachbarort meiner Familie in Sardinien", rundet er die Liebe zur Ruine ab.

Der Bus bietet eben nicht nur Platz für aufgeblasene Schlauchbote, sondern auch zur kreativen Verwirklichung. 

Die coolen Camper - Daniel Ehni und Johannes Grimm und ihre Camping-Bullis 

Dani und Jo pflegen eine Freundschaft wie aus dem Märchenbuch - Kindergarten, Schule, Studium und jetzt derselbe Arbeitgeber. Sogar das gleiche Automodell steht vor dem Haus.

Party, Urlaub und Bus. Das passt zusammen wie Raimo-Hochdächer und VW T3-Bus-Modelle. Prost. Ein Augustiner Weißbier und eine Dose Delikatess-Gulasch können einen Mittag zum kurzen Erholungsurlaub machen. Vorausgesetzt, man hat den passenden Wagen. "Das ist das schönste Auto der Welt", sagt Johannes Grimm vom Fahrersitz seines roten Campers.

Dani findet Bus fahren richtig cool und dazu noch recht günstig. Wobei sein blaues VW T3-Womo aus Kostengründen keinen serienmäßigen 1,6-Liter-Turbodiesel, sondern einen 2,0-Liter vom Golf 3 GTI, gepaart mit einer Autogasanlage, beherbergt. "Mit dem Selbstzünder war es schwierig. Nachdem der günstige Steuersatz für Wohnmobile abgeschafft wurde, konnte man das ja nicht mehr bezahlen. Und dann kam noch die Sache mit der grünen Plakette", erklärt der frischgebackene Ingenieur.

GTI-Motor und Audi-Fünfzylinder statt Boxer

Den Umbau des Antriebs übernahm Dani selbst - mit Hilfe von Kumpel Jo. "Wir waren schon öfter zusammen in den Urlaub unterwegs. Dann ist aber meistens einer der VW T3 kaputt gegangen. Man muss zugeben, dass wir an unseren Bussen eher schrauben als tatsächlich Campen zu gehen", gesteht Dani, der seinen Blauen bereits seit knapp zehn Jahren pflegt und bewegt.

Kumpel Jo hat in dieser Zeit einige VW T3 mehr verschlissen. "Den Ersten hatte ich von meinem Papa übernommen, den Zweiten wollte ich eigentlich aufbauen, mittlerweile aber bin ich beim Dritten", zählt er auf. Den Camper ersteigerte er 2007 bei einer bekannten Online-Plattform.

Während der Zustand von Karosse und Interieur soweit in Ordnung schien, stand auch für Jo ein Motor-Umbau an erster Stelle. Dieses Mal half Dani mit, als es darum ging, den Audi-Fünfzylinder mit 136 PS zu verpflanzen.

"Der Motor ist standhaft und läuft gut", erörtert Jo die Vorteile. Wobei sich lange Touren bei beiden Herren tatsächlich eher auf den Sommerurlaub beschränken. "Der größte Luxus an einem Bus ist, dass man spontan Kurzurlaub machen und bei jeder Party bis zum Schluss bleiben kann", zählen Dani und Jo auf. Im blauen Bus bietet sich sogar das Auskatern am nächsten Tag ganz prima an. Per Monitor kann man auf zwei Stockwerken Filme anschauen oder durchs World Wide Web chatten.

"Vorn kann ich dann per Touchscreen auch das Navi und das Multimedia-System steuern - oder die ausfahrbare Einparkkamera", erklärt der Fahrer. Im Bus vo Jo ist es noch nicht ganz so heimelig. Die Edelstahlküche glänzt wie frisch gekauft, doch das blanke Reimo-Fiberglas-Hochdach ist von innen kein wirklicher Augenschmaus.

Aber beim Schlafen stört es ja nicht, und schließlich haben die beiden jungen Männer noch einige Jahre, um ihre Fahrzeuge, ebenso wie ihre Freundschaft, zu pflegen.

Der Schaffer - Gunter Liehr und sein T3 mit Ford V6

Ist der nicht geil? Ist er, gell?! Verliebt starrte Gunter damals auf die Anzeige auf dem Bildschirm. Nur wenige Tage später stand der von einem V6 befeuerte VW T3 auf dem Hof.

17 Zöller und 145 PS. Eine ganze Zusatzseite heftet an Gunter Liehrs Fahrzeugschein. AMG-Felgen, Recaro-Sitze, Tieferlegung und noch einiges mehr. Dabei hat er an seinem VW T3 noch gar nichts gemacht.

"Ich bin Karosseriebauer und Lackierer, aber für das eigene Auto bleibt natürlich immer am wenigsten Zeit", gesteht der Firmenchef in Denkendorf. Alle Umbauarbeiten hat bereits einer der Vorbesitzer erledigt. Vorerst gab sich der heutige Besitzer mit dem Kauf des VW T3 zufrieden, fahren wollte er ihn aber erst, wenn repräsentativer Lack auf der Karosse des reimportierten US-Modells haftet. Doch dann kamen der Wohnungsumzug und damit auch der Bedarf nach Stauraum. Und warum einen VW T3? Es hätte doch ein Ducato, Transit oder Sprinter getan? "Weil mein T3 einfach geil aussieht", unterstreicht Gunter seinen Hang zu genau diesem Fahrzeug. Besonders gut gefällt ihm der Schub des Ford-V6 mit 145 PS. Gepaart ist der 2,9-Liter mit dem originalen Fünfganggetriebe.

Den Rest zum Glück leistet das H & R-Fahrwerk, das den 88er VW T3 tiefer an die dicken Schlappen rücken lässt. "Schön bullig", strahlt der Karosserie- und Lackfachmann. Technisch verbirgt der Wagen übrigens noch eine Bremsanlage vom Audi 200 - wobei bei Leistungssteigerungen dieser Dimension sogar die serienmäßige, große Bremsanlage genügen würde. Es fehlt im Grunde nun noch eine Anhängerkupplung, um den Bus richtig nutzen zu können.

Ab 12 Liter aufwärts müssen es schon sein

Momentan muss die Ladefläche zwischen den fünf Sitzplätzen reichen, um bearbeitete Autoteile von A nach B zu transportieren. Aber mal ehrlich, der reine Nutzgedanke reicht nicht aus, um mindestens 12 Liter pro hundert Kilometer durch die Einspritzdüsen zu jagen. Die Leidenschaft macht's.

Und die wird leicht getrübt, denn schon kurz nach dem Kauf des VW T3 haben sich die typischen Mängel gezeigt. Tank und Auspuff sind undicht, ärgerliche, aber typische Stellen. Mit zehn Litern weniger im Vorratsgefäß lässt es sich aber auch fahren, und der Auspuff wird bei nächster Gelegenheit geschweißt. Putzen muss vorerst reichen.

Dabei erwischen wir ihn bei unserem Besuch in Denkendorf. "Ich wollte nur nochmal kurz drübergehen", linst er aus dem nassen Gesicht. Im Innenraum sieht es noch ganz nach Nutztier aus. "Soll ich fürs Foto noch kurz staubsaugen?"

Nee, Gunter, das lohnt sich wohl kaum. Ganz nach dem Sprichwort: Der Schuster trägt die schlechtesten Schuhe, plant Gunter seine Zukunft mit dem VW T3, den er mit seinem grollenden V6-Klang nicht mehr missen möchte. 

Der Sammler - Daniel Ecke und sein VW T3-Fuhrpark 

Daniel Ecke sah den kantigen Bus lange nur als Geldquelle an, bis die Vorteile überzeugten und ihn die Sammelleidenschaft übermannte. Heute besitzt er fünf VW T3. 

Völlig unromantisch begann Daniel Eckes Leidenschaft zum VW T3 Bulli vor knapp zehn Jahren. "Damals habe ich Busse geschlachtet, also zerlegt, und die Teile an Afrikaner verkauft. Das war ein Gewinn bringendes Geschäft", beginnt er die Geschichte. Heute nennt er fünf T3 in unterschiedlichen Zuständen sein Eigen.

Den ersten VW T3 kaufte er 2009, einen Whitestar. Hinzu kamen ein Bluestar, der momentan nur noch als Hohlkörper existiert, dann der 80er Feuerwehrwagen. "Nein, doch, vielleicht. Eigentlich wollte ich ihn gar nicht kaufen, als er da plötzlich im Augenwinkel stand. Naja, aber jetzt ist er hier", gesteht "Ecke" seinen Hang zum kantigen Kasten, der von 1979 bis 1982 noch mit luftgekühlten Motoren beim Händler stand. Zu erkennen sind diese frühen Modelle am "fehlenden" Kühlergrill. Roststellen und viele kleine Mängel führten dazu, dass Daniel den roten Luftgekühlten ebenfalls zerlegte.

Ziel ist die originalgetreue Restaurierung. Zum Übergang steht ihm ein ebenfalls von der Feuerwehr ergattertes Ersatzfahrzeug zur Verfügung. In Pleidelsheim und Umgebung leistete der 85er mit 1600-Kubik-Diesel-Maschine seinen treuen Einsatz. Jetzt steht er hier unter Gleichgesinnten.

Für den Alltag gibt es einen Multivan mit Audi-V6 

Den Luxus, mit gebrauchten und neuen Teilen zu handeln und entsprechend flott schrauben zu können, haben nur die wenigsten. Als Teilhaber der Firmen Buschef und Teilechef hat Daniel das, wovon andere nur träumen - eine Menge neues und gebrauchtes T3-Material in greifbarer Nähe, und ein kleines Stückchen Hobby auch als Beruf.

Und was bestellen die Leute denn am meisten für den Bus? "Och, eigentlich alles. Wir wissen doch, dass da immer was dran kaputt geht", lautet die Antwort.

Um täglich pünktlich und zügig bei der Arbeit einzutreffen, nutzt Ecke derzeit seinen roten Multivan. Mit hör- und spürbaren 150 PS Leistung pumpt der Audi V6 im Heck den 88er flott voran. Trotz optischem Gefallen plant er für die Zukunft das Sportfahrwerk zu demontieren. "Und eigentlich wollte ich ihn ja verkaufen." Eigentlich hört sich in seiner Erzählung allerdings eher nach einer nie einkehren wollenden Verkleinerung des Fuhrparks an.

Aber warum auch? Platz und Know-how stehen reichlich zur Verfügung. Ebenso wie die Überzeugung: "Der VW T3 ist zeitlos, die Fahreigenschaften sind super, und er bietet einen großen Nutzen", zählt der Fan mit strahlenden Augen auf.

Nur eines gäbe es da, wofür er eines seiner Autos tatsächlich hergeben würde: einen VW T3 Gipsy mit Wohnmobil-Aufbau. "Ich habe Lust auf Camping, und da braucht man eben was Größeres, zum Schlafen reicht der Normale", befindet Daniel Ecke aus Steinheim an der Murr.

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