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VW-Chef Herbert Diess im Interview

"Wir müssen schnell neue Fähigkeiten aufbauen"

VW-Markenchef Diess Foto: VW
Interview

VW-Chef Herbert Diess über die Neuausrichtung der Marke, Wettbewerber wie Tesla und die Oberklasse-Strategie.

27.04.2016 Jens Katemann, Birgit Priemer
Wie wollen Sie VW neu ausrichten?

Diess: Es kommen große Umbrüche auf uns zu. Das Auto wird nicht nur elektrisch fahren, sondern auch immer vernetzter, intelligent und wird viele Dinge selber können. Es wird wahrscheinlich das smarteste Internet-Device, das es gibt. Und es wird schnell gehen innerhalb der nächsten zehn bis 15 Jahre. Für Volkswagen heißt es, das Auto innerhalb dieser Zeit darauf vorzubereiten. Wir müssen Volkswagen erfolgreich machen in einer Zeit, in der es nicht nur einfach darum geht, ein Auto zu verkaufen. Das Auto wird ein gesamthaftes Erlebnis von Dienstleistungen und einen Teil seiner Intelligenz in der Cloud haben.

Fürchten Sie neue Konkurrenten?

Diess: Wir müssen schnell neue Fähigkeiten aufbauen, weil es wahrscheinlich noch nie so einfach war für Neueinsteiger, an dieser Welt der automobilen Wertschöpfung teilzuhaben. Wir müssen Kapazitäten umwidmen und gleichzeitig neue aufbauen. Neueinsteiger mit einer gewissen Ressource können sich auf die neuen Themen konzentrieren, und dann ist es ein tolles Einstiegsfenster. Der Automarkt ist für viele unheimlich attraktiv, Menschen geben nach wie vor viel Geld für Mobilität aus. Das Auto ist eines der teuersten Wirtschaftsgüter, die sich eine Familie leistet – und daraus ergibt sich die Attraktivität für jeden Wirtschaftsteilnehmer.

Erwarten Sie da große Player oder eher Nischenhersteller wie Tesla?

Diess: Tesla macht in diesem Segment mittlerweile mehr Autos als viele der Etablierten. In der neuen Zeit ist Tesla ein relevanterer Wettbewerber als die konventionellen. Tesla hat eine eigene Cloud, Online-Zugang zu allen seinen Autos, macht Updates an den Autos über Nacht und antizipiert viele Dinge, die wir noch einführen müssen.

Wer hat im Konzern die Führungsrolle beim autonomen Fahren?

Diess: Audi ist am weitesten und behält auch weiterhin die Vorreiterrolle. Dann geht es aber um die Demokratisierung der Funktionen, und da sind wir schon weit. Nehmen Sie einen Golf: Wir haben eine Ausstattung mit virtuellem Radar und Kamera – damit ist der Golf nach Versicherungsuntersuchungen um 45 Prozent weniger in Unfälle ver- wickelt als die anderen Fahrzeuge in dieser Klasse.

VW Phaeton V10 TDI Motion, FrontansichtFoto: Jörg Künstle
VW hat sich gegen einen Nachfolger für den Phaeton entschieden.
Warum kein Phaeton-Nachfolger?

Diess: Wir haben uns dagegen entschieden, weil es in diesem klassischen Segment mehr Sinn macht, etwas weiter in die Zukunft zu schauen. Der Wandel wird ja auch für die Premium-Hersteller nicht leicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Tesla-Kunde jemals wieder ein konventionelles Premium-Fahrzeug erwägt, es sei denn, es fährt elektrisch.

Ist ein Modell über dem Touareg denkbar?

Diess: Es muss nicht unbedingt ein SUV sein, unser Markenleuchtturm muss vor allem vollelektrisch und vollvernetzt sein. Wir denken darüber nach, in der Top-Liga wieder mitzuspielen, und müssen dahin, weil wir die Markenposition zwischen Volumen- und Premium-Hersteller nur halten, wenn wir immer wieder beweisen, dass wir bei Premium authentisch mitspielen – so wie heute schon mit dem Golf, der auch noch im vierten Verkaufsjahr jeden Vergleichstest gegenüber Premium-Modellen gewinnt.

Mehr Themen aus auto motor und sport - Heft 10 - ab dem 28.4.2016 im Handel:

  • Der Zukunftsplan von VW
  • Erster Test Jaguar F-Pace
  • Audi A4, BMW 3er, Mercedes C-Klasse, VW Passat: Große Mittelklasse-Kaufberatung
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